Diese geniale Motormodifikation des Ingenieurs machte die F4U Corsair unaufhaltsam!
Video des Kanals The Engine Archives über Vought F4U Corsair, verlinkt auf der zugehörigen Seite von Above Ten Thousand. Dauer: 23:50. Sprache: Englisch. Videotyp: Dokumentation.
Worum es geht
Die Dokumentation handelt von Leonard S. „Luke" Hobbs, Ingenieur bei Pratt & Whitney, und von den Verbesserungen an der Kraftstoffversorgung des R-2800 Double Wasp, der im Vought F4U Corsair verbaut war. Zunächst wird das Problem der Schwimmervergaser dargestellt: Sie ließen den Motor im Rückenflug oder bei negativen G-Kräften ohne Kraftstoff. Danach werden die Lösungen behandelt: der Druckvergaser, die Wasser-Methanol-Einspritzung und die Weiterentwicklung der Motorvarianten.
Historischer Kontext
Hobbs wurde 1896 im Carbon County (Wyoming) geboren. Ab 1920 arbeitete er als Testingenieur auf McCook Field (Dayton). Danach wechselte er zu Stromberg, wo er einen Schwimmervergaser mit zwei Schwimmerkammern entwickelte, der im Rückenflug funktionierte. 1927 kam er zu Pratt & Whitney. 1935 wurde er Chefingenieur, und ab 1939 leitete er die gesamte Ingenieurabteilung des Unternehmens. 1944 wurde er zum Vizepräsidenten für Technik bei United Aircraft befördert. Er überwachte den Turbostrahltriebwerk J57, wofür er 1952 die Collier Trophy erhielt. Er ging 1958 in den Ruhestand und starb 1977. Das Video erinnert auch daran, dass britische Spitfires unter demselben Fehler litten. Beatrice Shilling milderte ihn mit einer Scheibe, die den Kraftstofffluss drosselte.
Wichtige Fakten
Der R-2800 hatte 18 Zylinder in zwei Reihen zu je neun. Er lief erstmals 1937 und leistete 2.000 PS. Der Druckvergaser ging auf ein Konzept von Bendix zurück, das Hobbs' Team weiterentwickelte: Er ersetzte den Schwimmer durch Membranen und Federn und funktionierte in jeder Fluglage. Die Wasser-Methanol-Einspritzung kühlte das Gemisch und verhinderte Klopfen. Der R-2800-8W leistete beim Start 2.250 PS und in der Notleistung etwa fünf Minuten lang 2.450 PS, dank eines rund 15-Gallonen-Tanks. Corsairs mit diesem Motor erreichten Ende 1943 die Front. Das Video nennt Ken Walsh von der VMF-124 mit 21 Abschüssen sowie Gregory „Pappy" Boyington von der VMF-214. Der R-2800-18W hatte einen zweistufigen Lader und ermöglichte der F4U-4 448 mph in 26.200 Fuß Höhe. Mit dem R-2800-32W, der in der Notleistung 2.760 PS lieferte, erreichte die F4U-5 462 mph. Es wurden mehr als 125.000 R-2800-Motoren gebaut, die auch die P-47, die F6F, die B-26, die A-26 und die P-61 antrieben.
