Eurofighter Typhoon: Europe’s $130M Supersonic Jet That Dominates the Skies
Video des Kanals WELT Documentary über Eurofighter Typhoon, verlinkt auf der zugehörigen Seite von Above Ten Thousand. Dauer: 51:08. Sprache: Englisch. Videotyp: Dokumentation.
Worum es geht
WELT-Dokumentation über den Eurofighter Typhoon mit Schwerpunkt auf dem Airbus-Werk in Manching (Bayern), wo die Eurofighter der Luftwaffe montiert und gewartet werden. Sie zeigt die Ausstattung der Rumpfmittelsektion, deren Verbindung mit der vorderen Sektion, die Lagerlogistik, die planmäßige Wartung, die Reparatur der EJ200-Triebwerke bei MTU, Triebwerkstests in der Halle und den Flugsimulator und wechselt dabei mit Bomben- und Luftkampfübungen ab.
Historischer Kontext
Das Programm vereint Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien. Deutschland hatte bereits die Mittelsektion des Tornado gefertigt und übertrug diese Erfahrung auf das neue Flugzeug. 1983 bat Bundeskanzler Helmut Kohl um Unterstützung für einen reinen Jagdflieger; am 2. August 1985 unterzeichneten Deutschland, Großbritannien und Italien das Programmabkommen, Spanien trat einen Monat später bei. Der erste Prototyp flog am 27. März 1994, und nach sieben weiteren Prototypen verließen 2003 die ersten Serienflugzeuge Manching, Warton, Turin und das spanische Werk. Von der Tranche 1 wurden 148 Flugzeuge gebaut; die Luftwaffe nahm sie im April 2004 beim Jagdgeschwader 73 in Laage in Dienst, und die Tranche 2 wurde ab Oktober 2008 mit fast 400 Änderungen ausgeliefert. Heute zählt das Programm über 680 Bestellungen von neun Kunden.
Wichtige Fakten
Laut der Dokumentation erreicht er Mach 2,35 (rund 2.900 km/h), ist knapp 16 m lang mit 11 m Spannweite, wiegt leer 11.000 kg, fasst mehr als 6.200 l Treibstoff und erreicht mit Zusatztanks einen Gefechtsradius von 1.300 km; er kostet rund 130 Millionen Euro. Er ist konstruktionsbedingt instabil und auf ein vierfach redundantes Flugsteuerungssystem angewiesen, das die Canards ständig korrigiert. Jedes EJ200-Triebwerk leistet umgerechnet etwa 50.000 PS, verbraucht im Trockenbetrieb rund 75 kg Treibstoff pro Minute und mit Nachbrenner 250 kg, und ermöglicht auch ohne Nachbrenner Überschallflug. In Manching werden bis zu 10 Flugzeuge pro Jahr gebaut: Die Mittelsektion verbringt 45 Arbeitstage in ihrer Bauvorrichtung, mit 2.500 Arbeitsschritten, rund 30.000 von Hand gecrimpten Verbindungen und 15.000 Kabeln, die pro Mitarbeiter und Werkzeug rückverfolgbar sind. Jedes deutsche Flugzeug kehrt nach 600 Flugstunden für eine monatelange Überholung zurück, mit Spielprüfungen der Canards und der Triebwerke, deren beschädigte Teile – oft durch Vogelschlag – mittels Farbeindringprüfung auf Risse untersucht werden. Bei den Übungen treffen zwei GPS-gelenkte Bomben auf 12 km und werden Flugkörper mit einer Reichweite von bis zu 80 km gegen Drohnen über Nordschottland abgefeuert.
