FOKKER 100 Nose Gear Failure Landing | EP. 1262
Video des Kanals Aviões e Músicas über Fokker, verlinkt auf der zugehörigen Seite von Above Ten Thousand. Dauer: 20:54. Sprache: Portugiesisch. Videotyp: Dokumentation.
Worum es geht
Ein brasilianisches Lehrvideo, das die Landung ohne Bugfahrwerk eines Fokker 100 von Avianca Brasil in Brasília rekonstruiert, die live von den Fernsehsendern des Landes übertragen wurde, sowie die anschließende Untersuchung. Es enthält einen Werbeblock und die Ankündigung einer Verlosung des Kanals, die nichts mit dem Thema zu tun haben.
Historischer Kontext
Das Video ordnet das Flugzeug in die Geschichte von Fokker ein, gegründet 1912: die Flugzeuge des Ersten Weltkriegs, das Turbopropflugzeug F27, das Düsenflugzeug F28 der sechziger Jahre und seine Ableitungen Fokker 70 und Fokker 100. In Brasilien war die Fokker 100 jahrelang das Hauptflugzeug von TAM, und auch TABA und Oceanair, später Avianca Brasil, flogen damit. Der Unfall von Congonhas und weitere Vorfälle gaben ihr einen schlechten Ruf, so sehr, dass Avianca sie als „MK28" vermarktete, abgeleitet von ihrer offiziellen Bezeichnung F28 Mk 100.
Wichtige Fakten
Laut dem Video flog das Flugzeug mit dem Kennzeichen PR-OAF, eines von 14 Flugzeugen Aviancas, größtenteils ehemals von American Airlines, am 28. März 2014 den Flug 6392 von Petrolina nach Brasília mit 44 Passagieren, drei Flugbegleitern und zwei erfahrenen Piloten. Es startete um 14:52 Uhr und meldete eine halbe Stunde später wenig Flüssigkeit im Hydrauliksystem Nummer 1, das unter anderem das Fahrwerk, die Flaps, die Störklappen und die Schubumkehrer betätigt. Die Besatzung fuhr das Fahrwerk mit dem alternativen System per Schwerkraft aus, doch das Bugfahrwerk zeigte keine Verriegelung an. Sie erklärte den Notfall, forderte die Feuerwehr an und verbrauchte Treibstoff bis auf etwa 700 kg, bevor sie um 17:42 Uhr landete.
Das Flugzeug rollte 900 m, davon 750 m nur auf dem Hauptfahrwerk mit angehobenem Bug, und blieb innerhalb der 3.300 m langen Landebahn stehen. Die Feuerwehr bedeckte den vorderen Teil mit Schaum, es kam zu keinem Brand; der einzige Verletzte war der Erste Offizier, mit einem Bruch der Brustwirbelsäule.
Die Untersuchung fand eine verschobene Dichtung in der Hydraulikpumpe von Triebwerk 1, die 2.563 Stunden lang ohne Leckage gelaufen war, und stellte fest, dass das Bugfahrwerk selbst funktionierte: Es waren seine Klappen, die es blockierten. Ein Scharnier der rechten Klappe war verbogen und nicht kürzlich geschmiert worden, und seine Bohrungen zeigten Korrosion, die den Durchgang für die Bolzen verengte. Der Bericht empfahl, diese Klappen bei allen Fokker 100 auszubauen und zu prüfen. Das Flugzeug wurde nicht repariert, da dies wirtschaftlich nicht sinnvoll war; es diente als Ersatzteilquelle und wurde nach dem Bankrott von Avianca Brasil schließlich in Brasília in ein Themenrestaurant umgewandelt.
