Air Crash Investigation Air France Flight 4590 Concorde Disaster Paris
Video des Kanals Flight-X über Concorde, verlinkt auf der zugehörigen Seite von Above Ten Thousand. Dauer: 53:01. Sprache: Englisch. Videotyp: Dokumentation.
Worum es geht
Dokumentation aus der Reihe über Flugunfalluntersuchungen zum Air-France-Flug AF 4590, der Concorde, die kurz nach dem Start in Paris-Charles de Gaulle am 25. Juli 2000 abstürzte. Sie verbindet Zeugenaussagen, Aussagen des diensthabenden Fluglotsen, des Concorde-Piloten John Hutchinson, eines Flugsicherheitsexperten und von Angehörigen der Opfer mit Computeranimationen auf Grundlage des offiziellen Berichts der französischen Unfalluntersuchungsbehörde.
Historischer Hintergrund
Der Flug war für eine Gruppe deutscher Touristen gechartert, die nach New York fliegen wollten, um dort eine Kreuzfahrt in der Karibik anzutreten. Das Kommando hatte der 54-jährige Kapitän Christian Marty, der in Frankreich bekannt war, weil er 1982 den Atlantik auf einem Windsurfbrett überquert hatte. Eine kurzfristige Reparatur an Triebwerk Nummer 2 verzögerte den Abflug um eine Stunde. Bis dahin hatte die Concorde, die Nordamerika mit London oder Paris in etwa drei Dreivierteistunden bei über 2.200 km/h verband, in 25 Dienstjahren keinen tödlichen Unfall erlitten.
Die Dokumentation rekonstruiert die Untersuchung. Zunächst wurde ein Anschlag ausgeschlossen, da die Flugschreiber keine Explosion aufzeichneten, danach ein Defekt der Schubumkehr. Der entscheidende Hinweis war ein 43 cm langer Metallstreifen auf der Startbahn, der sich von der Triebwerkshalterung einer DC-10 von Continental Airlines gelöst hatte, die fünf Minuten zuvor gestartet war. Die Dokumentation erinnert zudem an den Vorfall von 1979 in Washington-Dulles, als ein Reifenplatzer den Flügel einer anderen Air-France-Concorde beschädigte.
Wichtige Fakten
Bei etwa 323 km/h überrollte ein Reifen den Streifen und platzte. Ein 4,5 kg schweres Bruchstück traf den Flügel, und die Druckwelle öffnete den Treibstofftank, aus dem etwa 75 Liter pro Sekunde ausliefen. Durchtrennte Kabel im Fahrwerksschacht entzündeten den Treibstoff, das Fahrwerk konnte nicht eingefahren werden, und die Triebwerke 1 und 2 verloren an Leistung. Ohne genügend Startbahn zum Bremsen hob die Besatzung ab und versuchte, Le Bourget zu erreichen, doch das Feuer zerstörte die Flügelstruktur und deren Steuerungen. Das Flugzeug stürzte auf ein Hotel in Gonesse: Alle 109 Menschen an Bord (100 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder) kamen um, sowie vier Personen am Boden.
Nach dem Unfall wurde die gesamte Flotte aus dem Dienst genommen. Die Reifen wurden verstärkt, die Tanks mit Kevlar verkleidet und die Fahrwerksverkabelung geschützt. Die kommerziellen Flüge wurden vierzehn Monate später wieder aufgenommen, doch der letzte Passagierflug fand am 24. Oktober 2003 statt.
