NASA · Vereinigte Staaten
Projekt Gemini
- 12
- Starts (Stand 29. August 2026)
- 10
- Bemannte Missionen
- 8. April 1964
- Erster Start
- 11. November 1966
- Letzter Start
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Das Projekt Gemini war das zweite bemannte Raumfahrtprogramm der NASA und das bewusst gewählte Bindeglied zwischen Mercury, das sich darauf beschränkte zu zeigen, dass ein Mensch die Erde umkreisen konnte, und Apollo, das ihn zum Mond bringen sollte. Formell im Dezember 1961 genehmigt, flog es zwölf Missionen – zwei unbemannt und zehn bemannt – zwischen dem 8. April 1964 und dem 11. November 1966, alle gestartet mit einer für den Menschentransport angepassten Version der Titan-II-Rakete, dem Gemini Launch Vehicle. Sein Raumschiff, zweisitzig und modular konzipiert, war das erste in den Vereinigten Staaten entworfene, das wirklich im Orbit manövrieren konnte, statt einfach zur Erde zurückzufallen. Die Daseinsberechtigung des Programms entstand aus einer politischen Entscheidung und einem technischen Problem, die sich 1961 kreuzten. Präsident Kennedys Verpflichtung, den Mond noch vor Ende des Jahrzehnts zu erreichen, verwarf den langsamen, sicheren Weg des Direktflugs mit einer gigantischen Rakete und drängte die NASA zum Rendezvous im Orbit, das einen schnelleren und billigeren Weg versprach, dessen Schwierigkeitsgrad aber niemand kannte. Diese Frage war groß genug, um ein ganzes bemanntes Programm zu ihrer Lösung zu rechtfertigen. Gleichzeitig zeichneten die Ingenieure, die mit der Mercury-Kapsel gekämpft hatten – gebaut mit ineinander verschachtelten Systemen in jeder Ecke wegen der geringen Leistung der Atlas –, seit 1959 an einem Raumschiff der zweiten Generation, das fast wie ein Flugzeug gebaut, getestet und vorbereitet werden konnte. Aus dem Zusammentreffen beider Strömungen entstand Gemini. Die Entwicklung gliederte sich um das Gemini Project Office des Manned Spacecraft Center in Houston und ein in wenigen Monaten aufgebautes Vertragsnetz: die McDonnell Aircraft Corporation für das Raumschiff, die Martin Company für die Titan II, die Lockheed Missiles & Space Company für das Zielfahrzeug Agena, General Dynamics für die startende Atlas und North American Aviation für den Paraglider, mit dem man auf festem Boden landen wollte. Fast alle diese Systeme – die Manövertriebwerke, die Brennstoffzellen, das Radar und der Bordcomputer, die Agena selbst – durchliefen schwierige Entwicklungen und Neukonstruktionen, die bis an die Spitze der Behörde reichten. Im Flug erfüllte Gemini, was von ihm verlangt worden war, bis auf ein Ziel. Es zeigte das erste Rendezvous im Orbit zwischen zwei Raumschiffen am 15. Dezember 1965, das erste Docking am 16. März 1966, den ersten amerikanischen Weltraumausstieg im Juni 1965, ein- und zweiwöchige Missionen, präzise kontrollierte Wiedereintritte und den Einsatz einer angedockten Antriebsstufe, um zu Höhen aufzusteigen, die zuvor kein Mensch erreicht hatte. Die Landung auf festem Boden hingegen blieb mit dem Paraglider auf der Strecke. Die zehn bemannten Flüge folgten aufeinander über 603 Tage, einer alle sechzig, und sammelten 970 Missionsstunden und 1.940 Mannstunden im Weltraum an. Die Bilanz zeigte sich vor allem darin, was Apollo fertig übernahm: Fertigungs- und Prüfverfahren, ein unter realen Bedingungen eingespieltes Missionskontrollzentrum in Houston, ein ständiges Gremium für bemannte Experimente, Lösungen für Störfälle – wie die Explosion der Agena 5002 –, die direkt auf die Mondlandefähre angewandt wurden, und sechzehn erfahrene Astronauten, von denen fünfzehn später zum Mond fliegen sollten. Das Programm wurde formell mit einer Bilanzkonferenz in Houston am 1. und 2. Februar 1967 abgeschlossen, nur wenige Tage nach dem Brand von Apollo 1, und seine Lehren waren ein gewichtiger Faktor bei der anschließenden Erholung.
Ziele
Gemini entstand mit sechs Zielen, die im vorläufigen Entwicklungsplan des Projekts vom August 1961 formuliert wurden, der noch von einem Raumschiff namens Mark II sprach: Langzeitflüge, mit Menschen bis zu sieben Tagen im Orbit und Tieren bis zu vierzehn; ein Vorstoß in die Van-Allen-Strahlungsgürtel mittels einer stark elliptischen Umlaufbahn; die kontrollierte Landung, verstanden als die Fähigkeit des Piloten, das Raumschiff zu einer begrenzten Landezone zu lenken und den Aufprall abzufedern; das Rendezvous und Docking mit einem separat gestarteten Zielfahrzeug; das Astronautentraining, damals als nützliches Nebenprodukt betrachtet; und ein sechstes, offenes Ziel für das, was diese Fähigkeiten später ermöglichen würden. Mit der Zeit kehrte sich die Reihenfolge um, und das Rendezvous im Orbit rückte an die erste Stelle, weil davon die Durchführbarkeit des für Apollo gewählten Missionsmodus abhing. Die operative Fassung der Ziele lautete somit: die Techniken und Ausrüstungen für Rendezvous und Docking zwischen zwei Raumschiffen zu entwickeln und zu demonstrieren; die Dauer des bemannten Flugs auf das auszudehnen, was eine vollständige Mondmission erfordern würde; zu zeigen, dass ein Astronaut außerhalb seines Raumschiffs arbeiten kann, nur durch den Druckanzug geschützt; das kontrollierte Orbitalmanöver und den gezielten Wiedereintritt mit Präzisionslandung zu erproben; und die Flugbesatzungen, die Kontrolleure und die Verfolgungsnetze in Operationen wachsender Komplexität zu schulen. Die Landung auf festem Boden blieb ein genehmigtes Ziel, bis der Paraglider aus dem Zeitplan fiel, und war das einzige, das das Programm nicht erreichte.
Raketen
Missionen von Projekt Gemini
| Missionsnummer | Missionen | Startdatum | Trägerrakete | Besatzungsgröße | Dauer | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Gemini 1 | 08.04.1964, 16:00 | Titan II GLV | — | 4 Std. 50 Min. | Erfolg |
| 2 | Gemini 2 | 19.01.1965, 14:03 | Titan II GLV | — | 18 Min. | Erfolg |
| 3 | Gemini 3 | 23.03.1965, 14:24 | Titan II GLV | 2 | 4 Std. 52 Min. | Erfolg |
| 4 | Gemini IV | 03.06.1965, 15:15 | Titan II GLV | 2 | 4 Tg. 1 Std. | Erfolg |
| 5 | Gemini V | 21.08.1965, 13:59 | Titan II GLV | 2 | 7 Tg. 22 Std. | Erfolg |
| 6 | Gemini VI-A | 15.12.1965, 13:37 | Titan II GLV | 2 | 1 Tg. 1 Std. | Erfolg |
| 7 | Gemini VII | 04.12.1965, 19:30 | Titan II GLV | 2 | 13 Tg. 18 Std. | Erfolg |
| 8 | Gemini VIII | 16.03.1966, 16:41 | Titan II GLV | 2 | 10 Std. 41 Min. | Teilerfolg |
| 9 | Gemini IX-A | 03.06.1966, 13:39 | Titan II GLV | 2 | 3 Tg. | Teilerfolg |
| 10 | Gemini X | 18.07.1966, 22:20 | Titan II GLV | 2 | 2 Tg. 22 Std. | Erfolg |
| 11 | Gemini XI | 12.09.1966, 14:42 | Titan II GLV | 2 | 2 Tg. 23 Std. | Erfolg |
| 12 | Gemini XII | 11.11.1966, 20:46 | Titan II GLV | 2 | 3 Tg. 22 Std. | Erfolg |
Geschichte
Zwischen Mercury und Apollo: warum ein Zwischenprogramm nötig war
Die Entscheidung von Präsident John F. Kennedy im Mai 1961, die Vereinigten Staaten auf eine Mondlandung noch vor Ende des Jahrzehnts festzulegen, setzte nicht nur ein Ziel: Sie setzte eine Frist, und diese Frist veränderte die Technik. Bis dahin galt der Mond als Ziel für die 1970er Jahre, erreichbar mit einer gewaltigen Rakete – der geplanten Nova –, die ein Raumschiff direkt zum Mond schicken, dort landen und wieder zurückbringen würde. Dieser direkte Ansatz genoss breiten Konsens aus einem einfachen Grund: Er würde mit ziemlicher Sicherheit funktionieren.
Es gab eine Alternative, die ein Teil der NASA-Ingenieure vertrat: zwei oder mehr Raumschiffe im Orbit zusammentreffen zu lassen, statt direkt zu fliegen. Die Treibstoff- und Masseneinsparung war enorm und würde es erlauben, die Mondmission mit viel kleineren Raketen zu starten – und damit viel früher. Der große Nachteil war die Neuartigkeit: Niemand wusste, wie schwierig ein Rendezvous im Weltraum sein würde. Solange genug Zeit blieb, war die direkte Methode die vorsichtige Wahl; sobald eine Frist auftauchte, gewann das Rendezvous Anhänger. Und die damit verbundene Frage war ernst genug, um die Kosten eines vollständigen bemannten Programms zu rechtfertigen, das sich ausschließlich ihrer Klärung widmete. Gemini war vor allem ein Projekt, um die Geräte und Techniken des Orbitalrendezvous zu entwickeln und zu erproben.

Dass ausgerechnet Gemini dieses Projekt wurde und nicht etwas anderes, geht auf eine zweite Ursachenkette zurück. Die Ingenieure von Regierung und Industrie, die an Mercury arbeiteten, sahen unzählige Möglichkeiten, ihr Produkt zu verbessern. Durch die geringe Leistung der Atlas eingeschränkt, hatten sie eine Kapsel mit integrierten Systemen entwerfen müssen: Das Innere war vollgestopft mit übereinandergeschichteten Bauteilen, die jede Lücke füllten und das Schiff schwer zu bauen, schwer zu testen und schwer für den Flug vorzubereiten machten. Als erster Schritt mochte das taugen; als Grundlage für ein fortlaufendes Programm nicht. Im Laufe von 1959 und 1960, während sich die Hauptanstrengung darauf konzentrierte, Mercury zum Funktionieren zu bringen, verlagerte sich das Denken allmählich auf das Raumschiff, das danach kommen sollte: Erbe der Lehren jener fast handwerklich gefertigten Maschine, aber so verändert, dass Fertigung, Erprobung und Betrieb der Routine viel näherkommen konnten. Mitte 1961 verdichteten sich diese Ideen zu einem konkreten Vorschlag, gerade als die NASA nach einem Weg suchte, das Rendezvous-Problem zu lösen.
Der internationale Kontext drängte. Der Kosmonaut German S. Titow absolvierte an Bord von Wostok II am 6. und 7. August 1961 eine Mission mit siebzehn Erdumkreisungen und fünfundzwanzig Stunden; trotz seiner Übelkeit hatte er gezeigt, dass ein Mensch einen Tag im Weltraum durchhielt. Die Sowjetunion sollte später Flugdauern von fünf Tagen, den Flug einer mehrköpfigen Besatzung und den ersten Weltraumausstieg erreichen, Letzteren kurz vor dem ersten bemannten Gemini-Flug. Die offene Frage war, wer das erste Rendezvous durchführen würde.
Vom „Mercury Mark II" zum Projekt Gemini
Die Definitionsarbeit begann in Langley, wo James Chamberlin mit Unterstützung von James Rose und einer Handvoll Spezialisten für Vertragswesen und Planung den vorläufigen Plan für ein neues, auf einem zweisitzigen Raumschiff namens Mercury Mark II basierendes Projekt erarbeitete. Drei Ingenieure von McDonnell unter der Leitung von Fred Sanders reisten dorthin, um sich der Arbeit anzuschließen. Das erste Ergebnis, der „Preliminary Project Development Plan for an Advanced Manned Space Program Utilizing the Mark II Two Man Spacecraft", lag am 14. August 1961 vor.
Jenes Dokument umriss sechs Ziele, die in zehn Flügen erreicht werden sollten, der erste im März 1963 und die übrigen im Abstand von jeweils zwei Monaten bis September 1964. Das erste war die lange Dauer: Menschen im Orbit bis zu sieben Tage und Tiere bis zu vierzehn, mit zwei eingeschobenen biologischen Flügen, um völlig objektive physiologische Daten zu gewinnen, die anders nicht zu erhalten waren. Das zweite war ein Blick auf die Van-Allen-Gürtel: Der erste, unbemannte Flug sollte die Kompatibilität zwischen Raumschiff und Trägerrakete prüfen, und die Titan II würde das Schiff in eine stark elliptische Umlaufbahn bringen, mit dem tiefsten Punkt bei 160 Kilometern und dem höchsten bei 1400, um die Gürtel zu durchqueren und Strahlungsdaten zu sammeln. Das dritte war die gesteuerte Landung, die auf allen sieben bemannten Flügen verfolgt werden sollte: Der Pilot brauchte ein Mittel, das Schiff zu einer begrenzten Landezone zu steuern, und der direkteste Weg bestand darin, den Schwerpunkt zu verschieben, um etwas aerodynamischen Auftrieb zu erzeugen, und die Lageregelung zu nutzen, um das Schiff zu drehen und diesen Auftrieb während des Sinkflugs auszurichten. Dazu kam das schwierigere Problem, den Aufprall abzufedern, und dort schien der Paraglider die Antwort zu versprechen.

Rendezvous und Docking standen an vierter Stelle. Die Flüge fünf, sieben, neun und zehn erforderten jeweils zwei Starts, damit das von einer Titan II gestartete Mark-II-Schiff im Orbit auf eine von einer Atlas gestartete Agena B treffen und andocken konnte. Die Planer sahen als Hauptschwierigkeit der frühen Missionen die Größe des „Startfensters": Je größer es wäre, desto größer wäre der auszugleichende Geschwindigkeitsunterschied zwischen Schiff und Ziel – etwas, das die Möglichkeiten des Schiffs allein überstieg, auch wenn das Ziel selbst einen Teil des Schubs beisteuern konnte. Mit mehr Erfahrung hofften sie, das Fenster zu verengen, und dann könnte die überschüssige Leistung des Ziels für andere Zwecke genutzt werden, vielleicht für Tiefraum- oder Mondmissionen, bei denen das Zielfahrzeug nach dem Rendezvous als Antriebsstufe diente. Das fünfte Ziel war die Astronautenausbildung, die vor allem als nützliches Nebenprodukt des Ganzen gesehen wurde.
Der Plan bestand darauf, das bereits Vorhandene maximal zu nutzen und so wenig wie möglich zu verändern. Die Mark II behielt bei, was Mercury bewiesen hatte: ihre aerodynamische Form, ihren Hitzeschutz und einen Großteil der Komponenten ihrer Systeme. Die neuen Ziele erzwangen freilich einige Änderungen: Bei den langen Flügen brauchten die Besatzungen verbesserte Druckanzüge, Brennstoffzellen statt Batterien und stabilere Treibstoffe als Wasserstoffperoxid für die Lageregelung. Für das Rendezvous galt der größte Teil der Ausrüstung – Trägheitsplattformen, Radar, Rechner – als mit wenigen Änderungen verfügbar; es fehlte nur die Entwicklung eines eigenen Antriebssystems. Die anderen grundlegenden Änderungen waren Schleudersitze, die den Rettungsturm von Mercury ersetzten, und ein Umweltkontrollsystem, das kaum mehr war als zwei gekoppelte Mercury-Systeme. Da fast alles Übrige aus bereits flugerprobter Ausrüstung stammte, rechneten die Ingenieure mit einem bescheidenen Erprobungsaufwand und schätzten die Kosten auf 177 Millionen Dollar.
Im Dezember 1961 erhielt das Projekt das formelle Gütesiegel der NASA-Zentrale in Washington. Zu diesem Zeitpunkt war ein Großteil der Konstruktion bereits fertig und viele wichtige Entscheidungen getroffen. Die Aufsicht übernahm ein Gemini Project Office, das im Manned Spacecraft Center in Houston eingerichtet wurde – dem Zentrum, das im Februar 1973 in Lyndon B. Johnson Space Center umbenannt werden sollte.
Das Netz der Verträge
Kaum eine Woche nach der Genehmigung des Projekts ging der erste große Auftrag für das Gemini-Raumschiff an die McDonnell Aircraft Corporation. Ein separater Vertrag mit North American Aviation hatte bereits das Paraglider-Landesystem in Gang gesetzt, das dafür gedacht war, dass das Schiff an Land statt im Wasser aufsetzt. Die übrigen Schlüsselaufträge wurden kurz darauf über die Air Force Space Systems Division vergeben: an die Martin Company die Titan II, die das Schiff starten sollte, an die Lockheed Missiles & Space Company die Agena, die als Rendezvous-Ziel dienen sollte, und an die General Dynamics Corporation die Atlas, die die Agena in die Umlaufbahn bringen sollte. Innerhalb weniger Monate stand das gesamte Geflecht aus Verträgen und Unteraufträgen, das die Bemühungen von Regierung und Industrie verband.
Das Raumschiff: eine modulare Maschine der zweiten Generation
Der entscheidende Unterschied zwischen Gemini und Mercury lag weder in der Größe noch in der Zahl der Besatzungsmitglieder, sondern in der Architektur. Im Gegensatz zu den ineinander verschachtelten Systemen der früheren Kapsel gliederte sich Gemini in zugängliche Module: ein Wiedereintrittsmodul, das als Einziges zurückkehrte, und eine Adaptersektion, die Ausrüstung und Rückstoßtriebwerke beherbergte und sich vor der Rückkehr löste. Die Fahrzeuge verließen die Werke der Auftragnehmer fast wie Flugzeuge – getestet und praktisch flugbereit –, und das veränderte die Rolle von Cape Kennedy: von einem Test- und Änderungszentrum, wie es bei Mercury gewesen war, wurde es zu einer Prüf- und Startanlage.

Gemini griff außerdem mehrere neue Systeme für den Raumfahrtbetrieb auf, die später, in der einen oder anderen Form, bei Apollo wieder auftauchten. Triebwerke, die stark genug waren, um die Flugbahn mehrfach während des Flugs zu ändern, sowie Brennstoffzellen, die den von den Systemen verbrauchten Strom erzeugen konnten, stellten bemerkenswerte Fortschritte der Raumfahrttechnik dar. Das Orbital- und Lageregelungssystem kombinierte kleine Triebwerke mit 111 Newton Schub mit größeren von 445 Newton – zwei davon nach vorn gerichtet –, ein Schub, der später auf 378 Newton gesenkt wurde. Das Schiff trug außerdem einen Rechner und ein Radar, die das Rendezvous-Problem lösen sollten. Alle diese Systeme durchliefen turbulente Entwicklungen und Qualifikationen und, in den meisten Fällen, grundlegende Neukonstruktionen. Die Probleme gelangten immer wieder bis zu den höchsten Verantwortlichen der NASA, die Lösungsgremien einsetzten, die von hochrangigen Funktionsträgern geleitet wurden und befugt waren, Organisationen und Einrichtungen von Regierung und Industrie zu mobilisieren; die hartnäckigsten Fragen wurden in gemeinsamen Führungssitzungen von Gemini und Apollo geklärt, an denen die Verwalter der Behörde und die Vorstandsvorsitzenden der Firmen teilnahmen.
Die Titan II als bemannter Träger
Die Titan II war eine ballistische Interkontinentalrakete, und sie in das Gemini Launch Vehicle zu verwandeln erforderte, Probleme zu lösen, die einer Rakete gleichgültig sind. Sie arbeitete mit lagerfähigen hypergolen Treibstoffen – einem Gemisch aus Hydrazin als Brennstoff und Distickstofftetroxid als Oxidator –, einer Kombination, die sich durch bloßen Kontakt entzündet und das Zündsystem erspart, mit dem zusätzlichen Vorteil, dass das Fahrzeug beladen und startbereit bleiben konnte. Genau diese Art von Einfachheit war gesucht, um eine hohe Startfrequenz aufrechtzuerhalten.
Das berühmteste Hindernis war der Pogo-Effekt, jene Längsschwingung, die das Fahrzeug erschütterte, während das Triebwerk der ersten Stufe brannte, und die ihren Namen vom Sprung des Pogo-Sticks erhielt. Weder war seine Ursache klar, noch gab es ein Patentrezept, um ihn zu beseitigen, und im Laufe jener Monate wurde er zu einem regelmäßigen Gast bei den Tests. Eine Erhöhung des Drucks im Brennstofftank der ersten Stufe halbierte ihn, und der vierte Testflug der Titan II erreichte ein gesenktes Niveau von 1,25 g; die Martin Company schlug außerdem einen Überspannungsunterdrücker vor. Um Menschen auf die Spitze der Rakete zu setzen, waren ein redundantes Fehlererkennungssystem und ein Rückfall-Flugsteuerungssystem nötig, und das Programm reservierte fünf Fahrzeuge, um diese Erkennungsinstrumente zu tragen. Die kumulierten Kosten der Trägerrakete beliefen sich auf 283,3 Millionen Dollar.
Rendezvous-Ziele: Agena, Atlas und die Explosion der 5002
Das von Lockheed gebaute und von einer Atlas der General Dynamics gestartete Zielfahrzeug Agena war die andere unverzichtbare Hälfte des Rendezvous-Problems. Auch sie verwendete lagerfähige hypergole Treibstoffe, in diesem Fall auf Basis von unsymmetrischem Dimethylhydrazin. Ihre Geschichte war turbulent: Im Oktober 1965 explodierte das Zielfahrzeug Gemini-Agena 5002, und die gewählte Lösung – den Oxidator vor dem Brennstoff in die Kammer einzuspritzen – wurde gleichzeitig auf die Änderung des primären Antriebssystems der Agena und auf das Aufstiegstriebwerk der Apollo-Mondlandefähre angewandt. Das Bild von Astronauten auf der Mondoberfläche, die das Aufstiegstriebwerk zünden und es explodieren sehen, war zu beunruhigend, um es ungelöst zu lassen. Die Agena kostete 100,1 Millionen Dollar und die zugehörigen Atlas-Raketen 31,1 Millionen.
Der Paraglider und das nicht erreichte Ziel
Auf festem Land aufzusetzen war das einzige genehmigte Ziel, das Gemini nicht erreichte. Der Paraglider von North American sollte den Fallschirm ersetzen und eine gesteuerte Landung ermöglichen, doch das Gerät wog fast 360 Kilogramm mehr als ein herkömmlicher Fallschirm, und seine Entwicklung geriet immer weiter in Zeitverzug. Die Ironie ist, dass 1965 nahezu perfekte Tests mit einer flexiblen, nicht aufblasbaren Version des Flügels durchgeführt wurden; da war es bereits zu spät. Das Paraglider-Landeprogramm endete, aller anderen Aufgaben beraubt, und verbrauchte 27,4 Millionen Dollar.

Sein Verschwinden hatte jedoch eine unerwartete und fruchtbare Folge: Es schuf freien Raum an Bord des Schiffs, und mehrere NASA-Verantwortliche sahen darin die Gelegenheit, ein geordnetes Experimentierprogramm aufzustellen.
Geld: Krisen, Kürzungen und Anreizverträge
Mercury und Gemini teilten mindestens ein Merkmal: Beide kosteten ungefähr das Doppelte der ursprünglichen Schätzung. Die beste Zahl, die der erste NASA-Verwalter, T. Keith Glennan, für Mercury nennen konnte, war 200 Millionen Dollar, und das Programm überschritt am Ende die 400 Millionen. Gemini startete mit 531 Millionen, um das zu bauen, was ein verbessertes Mercury sein sollte, und kostete am Ende über eine Milliarde, um ein Programm voller neuer Entwicklungen abzudecken.

Anders als Mercury durchlebte Gemini eigene Finanzkrisen. Der Kongress und die Regierung, mit inneren und internationalen Problemen beschäftigt, drosselten den Geldfluss zur NASA, und Gemini trug meist den schlechteren Teil davon; es gab Momente, in denen die Aussichten den daran arbeitenden Ingenieuren düster erschienen sein müssen. Die Kürzungen bedrohten wiederholt die primären Ziele, verhinderten sie aber nie. Und, ein an der Grenze der Technik ungewöhnlicher Umstand, dem Programm gelang es bis zu einem gewissen Grad, die Flut umzukehren: Die im Haushaltsjahr 1964 festgelegten projizierten Fertigstellungskosten wurden gesenkt, als die Einführung besserer Test- und Prüfverfahren zwei Monate vom Zeitplan strich und etwa 200 Millionen Dollar sparte. Ein guter Teil des Verdienstes gebührt den Anreizverträgen, die 1964 die Beschaffungen des Programms auf eine ganz neue Grundlage stellten.
Die Flüge: von unbemannten Tests zu einer Mission alle zwei Monate
Das erste Gemini startete am 8. April 1964. Es war ein unbemannter Flug ohne Bergung, dessen Mission nach drei Umläufen für beendet erklärt wurde und dessen Fahrzeug am 12. April, während des vierundsechzigsten Umlaufs, aus einer Umlaufbahn mit 320,3 Kilometern Apogäum und 160,3 Perigäum wieder eintrat. Seine primären Ziele – das Verhalten der Trägerrakete nachzuweisen, die Untersysteme im Flug zu qualifizieren, die Erwärmung während des Aufstiegs zu bestimmen, die strukturelle Integrität des Verbands zu erproben und die Führung bis zur Bahneinschießung zu überprüfen – wurden alle erfüllt.
Der zweite Flug am 19. Januar 1965 war eine suborbitale ballistische Flugbahn von 18 Minuten und 16 Sekunden, die eine Höhe von 171,1 Kilometern erreichte. Seine Hauptaufgabe war die härteste von allen: nachzuweisen, dass der Hitzeschutz einem Wiedereintritt mit maximaler Aufheizrate standhielt, die strukturelle Integrität des Schiffs zu prüfen und die Funktion der wichtigsten Untersysteme zu kontrollieren. Die Brennstoffzelle wurde vor dem Start deaktiviert, sodass dieser Nebenversuch nur teilweise erfüllt wurde.
Am 23. März 1965 flogen die ersten Menschen: Virgil „Gus" Grissom und John Young umrundeten die Erde dreimal in vier Stunden, zweiundfünfzig Minuten und einunddreißig Sekunden, bewerteten den Zweisitzer-Entwurf, wiesen die Fähigkeit des Antriebssystems zur Bahnmanöver nach und erprobten den gesteuerten Wiedereintritt, der nur teilweise gelang: Der Wasserungspunkt lag 111,1 Kilometer vom vorgesehenen entfernt. Von da an nahm die Kadenz zu. Gemini IV brachte James McDivitt und Edward White vom 3. bis 7. Juni 1965 auf einen Flug von vier Tagen, zweiundsechzig Umläufen und achtundneunzig Stunden, der den ersten amerikanischen Weltraumausstieg umfasste. Es folgten Gordon Cooper und Charles „Pete" Conrad auf Gemini V; Frank Borman und James Lovell auf der vierzehntägigen Mission von Gemini VII; Walter Schirra und Thomas Stafford auf Gemini VI-A, gestartet nach der VII gerade um mit ihr zusammenzutreffen; Neil Armstrong und David Scott auf Gemini VIII; Stafford und Eugene Cernan auf Gemini IX-A; Young und Michael Collins auf Gemini X; Conrad und Richard Gordon auf Gemini XI; und schließlich die zwölfte Mission des Programms, die die bemannte Serie abschloss. Insgesamt zehn bemannte Flüge in weniger als zwanzig Monaten, ein Tempo, das kein anderes Raumfahrtprogramm übertroffen hat; die letzten fünf bemannten Starts wurden von nahezu gleichzeitigen und präzise getakteten Starts von Zielfahrzeugen begleitet.
Langzeitflüge
Die lange Dauer hatte die ursprüngliche Zielliste aus einem medizinischen und einem operativen Grund angeführt: Niemand wusste, wie der Organismus auf Wochen der Schwerelosigkeit reagieren würde, und eine vollständige Mondmission würde eine Woche oder länger dauern. Gemini schraubte die Messlatte nach und nach bis zu den dreihundertdreißig Stunden von Gemini VII hoch, vierzehn Tage im Orbit, und entschärfte damit die wichtigsten medizinischen Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit des Menschen, sich an den Weltraum anzupassen und dort weiterzuarbeiten. Diese Marke hielt lange stand: Es vergingen mehr als fünf Jahre, bevor die Sowjets sie mit Saljut übertrafen. Als Charles W. Mathews im September 1968 das Vorwort der Programmchronik unterzeichnete, war die Vierzehn-Tage-Dauer noch nicht erreicht worden, und die zehn bemannten Flüge hatten fast zweitausend Mannstunden direkter Raumflugerfahrung eingebracht.
Außenbordtätigkeit
Edward Whites Ausstieg aus Gemini IV im Juni 1965 war der erste amerikanische Weltraumausstieg und eines der prägenden Bilder des Programms. White manövrierte mit einer handgeführten Antriebseinheit und blieb über eine Nabelschnur mit dem Schiff verbunden; im Fotolabor in Houston enthielt der erste entwickelte Film der Mission sechzehn bemerkenswerte Aufnahmen dieses Ausstiegs. Die späteren Außenbordtätigkeiten erwiesen sich als deutlich schwieriger als erwartet – die körperliche Anstrengung, das Fehlen von Haltepunkten und die Überhitzung bereiteten reale Probleme –, doch das Programm führte am Ende voll erfolgreiche Operationen außerhalb des Schiffs durch, einschließlich der letzten Mission, die die Arbeitstechniken mit Haltepunkten und Pausen systematisierte. Der Kräfteverschleiß war messbar: McDivitt verlor bei seinem Flug zwei Kilogramm, White vier.

Diese Arbeit blieb nicht auf Gemini beschränkt. Das Personal der Abteilungen Flight Crew Support und Crew Systems entwickelte Ausrüstung und Anzüge mit einer Bandbreite an Fähigkeiten, die von der Außenbordtätigkeit bis zum Betrieb in Hemdsärmeln in der Kabine reichte – Fähigkeiten von offensichtlichem Wert für Apollo, wo die Astronauten im Druckanzug zur Mondoberfläche hinaustreten mussten.
Rendezvous und Docking
Am 15. Dezember 1965, um vierzehn Uhr dreiunddreißig, trafen sich erstmals zwei bemannte Schiffe im Orbit: Gemini VI-A holte Gemini VII ein, mit vier Männern, verteilt auf beide. Die Annäherungsmanöver verbrauchten bei der VI-A nur 51 Kilogramm Treibstoff – ein Wert, der für sich genommen zusammenfasste, wie sehr das Rendezvous aufgehört hatte, ein Rätsel zu sein, und zu einem messbaren Vorgang geworden war.

Der nächste Schritt kam am 16. März 1966, fünf Monate später, als Gemini VIII mit Neil Armstrong und David Scott das erste Docking zwischen zwei Schiffen im Weltraum durchführte. Kurz darauf verursachte ein blockiertes Triebwerk eine unkontrollierte Drehung des Verbands und zwang zum vorzeitigen Abbruch der Mission; der Besatzung gelang es, die Lage zu korrigieren und zurückzukehren, und die Systemingenieure analysierten den Vorfall bereits mit Blick darauf, wie sich etwas Ähnliches auf Apollo auswirken könnte. Die späteren Missionen wiederholten das Rendezvous sechsmal mit unterschiedlichen Techniken, und das Docking mit einer Antriebsstufe erlaubte es, dieses Triebwerk zu nutzen, um die Astronauten auf Höhen über der Erde zu heben, die zuvor noch nie ein Mensch erreicht hatte, mit einer entsprechenden Ausbeute an Fotografien großer Gebiete des Planeten. Das Präzisionsmanöver wurde auch beim Wiedereintritt mit sehr hoher Geschwindigkeit angewandt, was punktgenaue Landungen am vorgesehenen Ort ermöglichte.
Wissenschaftliche Experimente und der Blick zur Erde
Während Mercury berührten sich Wissenschaft und Luft- und Raumfahrttechnik kaum: Die Ingenieure waren damit beschäftigt, die Kapsel zum Laufen zu bringen, und die meisten Wissenschaftler zogen es vor, dass ihre Experimente auf unbemannten Satelliten reisten. Der Sommer 1963 änderte das. Mit dem Platz, den die Streichung des Paragliders an Bord freigab, schrieb Homer E. Newell, Direktor des NASA-Büros für Weltraumwissenschaften, an über sechshundert Wissenschaftler, beschrieb Gemini und lud sie ein, Vorschläge einzureichen. Die Resonanz war gut, und im Januar 1964 richtete die Behörde das Manned Space Flight Experiments Board ein. Zum vierten Flug des Programms – dem zweiten bemannten – waren die Experimente und ihre Hauptforscher bereits vernünftig in den Missionsablauf eingebunden, und beim letzten Flug waren die Verfahren so weit ausgereift, dass das Gremium ohne Unterbrechung bei Apollo und später bei Skylab weiterarbeiten konnte.
Aus dieser Anstrengung entstand auch etwas, das niemand geplant hatte. Von den bemannten Missionen an begriffen die Wissenschaftler nach und nach, dass die von den Astronauten mitgebrachten Fotografien der Erde als Werkzeug zur Identifizierung und Verwaltung der Ressourcen des Planeten dienen konnten. Richard W. Underwood, der die fotografische Arbeit leitete, erinnerte sich an den Tag im Juni 1965, an dem der erste Film von Gemini IV entwickelt wurde: Während sich die Verantwortlichen um die Bilder des Weltraumausstiegs drängten, blieb er am anderen Ende des Streifens und betrachtete Fotografien von Orten, die kein menschliches Auge zuvor gesehen hatte. Die Verfasser der offiziellen Programmgeschichte merken an, dass zukünftige Historiker in diesem Blick nach unten vielleicht den dauerhaftesten Beitrag Geminis sehen werden.
Missionskontrolle, Betrieb und Management
Das alte Kontrollzentrum von Mercury war für das Kommende offensichtlich unzureichend. Die NASA beschloss, ein neues Zentrum in Houston zu bauen, ihren neuen Sitz des Manned Spacecraft Center, teils mit der Überlegung, dass Flugkontrolle und Raumschiffentwurf gewinnen würden, wenn ihre Ingenieure zusammenarbeiteten. Christopher Kraft, verantwortlich für diese Tätigkeit, konzentrierte die Anstrengung zunächst auf die Anforderungen von Gemini, aus Personal- und Zeitgründen, vor allem aber, weil reale Erfahrung nötig war, um die Menschen, Teams und Verfahren zu qualifizieren, die die weitaus komplexeren Apollo-Missionen tragen mussten. Kraft und seine Gruppe sahen voraus, dass beide Programme eine große Zahl von Spezialisten für Systeme, Netzwerke und Flugbahnen benötigen würden, und organisierten Unterstützungsräume um den Hauptkontrollraum. Das Zentrum wurde für die ersten beiden bemannten Missionen nicht benötigt, war aber schon einen Flug vor der ersten geplanten Rendezvous-Manöver einsatzbereit. Kraft leitete sein Team bei der ersten Rendezvous-Mission und zog sich danach zurück, um das Gelernte in der Vorbereitung von Apollo anzuwenden. Ein Punkt, auf dem er beharrte, war der Computerkomplex: Der damals genutzte IBM 7094 reichte für Gemini aus, war aber eher auf wissenschaftliche Zwecke ausgerichtet, und was Apollo brauchte, war eine Maschine der zweiten Generation, die Weltraumoperationen in Echtzeit unterstützen konnte. Er behielt recht, und diese Fähigkeit erwies sich, als die Kontrolleure Apollo 13 mitten im Flug umwandeln konnten, von einer Mondlandung zu einer zirkumlunaren Flugbahn, und so eine Tragödie verhinderten.

Der Wissenstransfer beschränkte sich nicht auf die Flugkontrolle. Als Gemini in die Betriebsphase eintrat, suchten die Verantwortlichen von Apollo an mehreren Fronten Hilfe: Programmkontrolle und Kosteneindämmung, Bodentestprogramme, auf Flugprobleme anwendbare Lehren der Besatzungen, Prüferfahrung. North American und Grumman, die Hersteller des Kommandomoduls und der Mondlandefähre, baten den Auftragnehmer des Gemini-Raumschiffs so beharrlich um Fertigungshilfe, dass ein Verantwortlicher des Apollo-Büros sie warnen musste, McDonnell nicht in eine Bildungseinrichtung zu verwandeln. Ab der sechsten Mission verfolgte das Apollo-Personal die Operationen genau: Es nahm an den Sitzungen der Gremien zu Systemen und Planung teil, beobachtete die Flugkontrolle und wirkte an den Berichten nach jeder Mission mit.
Bilanz und Vermächtnis
Zwischen dem 7. Dezember 1961, als das Projekt offiziell genehmigt wurde, und dem 15. November 1966, als die letzten beiden Besatzungsmitglieder aus der Umlaufbahn zurückkehrten, vergingen mehr als 1.800 Tage. Der Vergleich mit Mercury misst den Sprung gut: Der Zeitraum der Orbitaloperationen von Mercury umfasste 451 Tage, ein Flug alle 112 Tage, um kaum 55 Stunden Besatzungserfahrung anzusammeln; die zehn bemannten Flüge von Gemini verteilten sich auf 603 Tage, einer alle 60, und sammelten 970 Missionsstunden und 1.940 Mannstunden im Weltraum an. Sechzehn verschiedene Astronauten flogen mit Gemini, und vier weitere trainierten dafür, ohne zu fliegen; fünfzehn dieser zwanzig Männer würden später im Mondprogramm fliegen. Während des Flugzeitraums befand sich fast sechs Prozent der Zeit ein amerikanisches Raumschiff im Erdumlauf.
Gemini hielt seinen ursprünglichen Zeitplan viel besser ein als Mercury. Die erste bemannte Mission kam mit achtzehn Monaten Verspätung gegenüber dem im Januar 1962 genehmigten Plan, und die letzte, neun Flüge später, wies noch denselben Rückstand von achtzehn Monaten auf; Mercury dagegen sammelte zweiundzwanzig Monate Verspätung bei seinem ersten bemannten Orbitalflug an und mehr als zweiunddreißig beim letzten, nur drei Flüge später. Diese Regelmäßigkeit hatte eine spürbare Wirkung auf die amerikanische und internationale öffentliche Meinung: Der bemannte Raumflug begann, alltäglich zu erscheinen. Mehr als tausend Journalisten reisten für Gemini IV nach Houston, angezogen von der Eröffnung des neuen Kontrollzentrums und von Vorhersagen bestimmter medizinischer Kreise, wonach Astronauten nach so langer Zeit in Schwerelosigkeit sterben könnten; keine spätere Mission zog bis Apollo 11 so viele an.
Der Schlussakt des Programms fand wie geplant am 1. und 2. Februar 1967 im Auditorium des Manned Spacecraft Center in Houston statt. Etwa neunhundert Personen aus dem ganzen Land wurden vom Direktor des Zentrums, Robert Gilruth, empfangen, der sie bat, den jüngsten Apollo-Unfall von den Gemini-Sitzungen zu trennen. An zwei Tagen wurden einundzwanzig technische Vorträge präsentiert, die sich vor allem auf Rendezvous, Außenbordtätigkeit und Experimente konzentrierten. Die Konferenz erhielt wenig Medienaufmerksamkeit, aber die Lehren aus Gemini und seine Leute, manche in verantwortlichen Positionen, waren wichtige Faktoren bei der Erholung von Apollo: Es vergingen zweiundzwanzig Monate, bis die Vereinigten Staaten wieder Menschen ins All schickten, und nur neun Monate später, im Juli 1969, betraten zwei Astronauten den Mond.

In ihrer Bilanz betonen die offiziellen Historiker des Programms, dass Gemini seine Ziele — außer der Landung auf festem Boden — auf diskrete, systematische und in gewissem Maß wirtschaftliche Weise erreichte, und dass dies der Moment war, in dem die Vereinigten Staaten die Sowjetunion im bemannten Raumflug einholten und überholten. Sein Raumschiff, einfacher und effizienter konzipiert als das von Apollo, das weiterhin von gestapelten und integrierten Komponenten statt von vollständigen Modulen abhing, wurde oft fälschlicherweise als Inspiration für das Apollo-Konzept genannt. Der eigentliche Beitrag war ein anderer und tieferer: erprobte Techniken, Ausrüstungen, Verfahren und Besatzungen, ohne die die Mondlandung ein weit riskanteres Unterfangen gewesen wäre.
Bilder














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Anderswo
- NASAProject Gemini ↗
- NASAProject Gemini — archivo de fotos del programa ↗
- NASA HistoryOn the Shoulders of Titans: A History of Project Gemini ↗
- Smithsonian National Air and Space MuseumGemini Program — referencia genérica del programa ↗
- Smithsonian National Air and Space MuseumModel, Spacecraft, Gemini Capsule — modelo genérico de la cápsula ↗
- Smithsonian National Air and Space MuseumReaction Control Section, Gemini — pieza genérica del programa ↗
- National ArchivesPhotograph of Scientists Testing a Laser Beacon for Project Gemini, ca. 1965 ↗
- National ArchivesRecords of the National Aeronautics and Space Administration — fondo del programa Gemini ↗
- Wikimedia CommonsCategory:Gemini program ↗
- Wikimedia CommonsCategory:Gemini crew portraits — retratos de tripulación del programa ↗
- WikipediaProject Gemini ↗
- National Museum of the U.S. Air ForceGemini Spacecraft (Gemini B / MOL) — pieza genérica del programa ↗