Ganze Doku: Der letzte Flug einer Boeing 747-400: Eine Queen wird eingemottet

PlaneMania · 27. November 2020 · 33:46 · Deutsch · Dokumentation

Video des Kanals PlaneMania über Boeing 747, verlinkt auf der zugehörigen Seite von Above Ten Thousand. Dauer: 33:46. Sprache: Deutsch. Videotyp: Dokumentation.

Worum es geht

Dokumentation über das, was vielleicht der letzte Flug der als „Tango Lima" bekannten Lufthansa Boeing 747-400 war: ein etwa 270 Kilometer langer, kaum halbstündiger Sprung vom Flughafen Frankfurt zum Flughafen Twente bei Enschede (Niederlande), einem ehemaligen Militärflugplatz, auf dem das Flugzeug unbefristet abgestellt werden sollte. Durch die Coronakrise musste die Fluggesellschaft Flugzeuge viel früher als geplant ausmustern. Die Kamera begleitet die Kabinencrew von der Vorbereitung bis zur Übergabe des Flugzeugs an das Team, das es einlagern wird.

Historischer Kontext

Das Flugzeug stand 18 Jahre lang auf Strecken rund um die Welt im Dienst der Lufthansa; am Vortag war es noch mit Passagieren, Gepäck und Fracht von Riad nach Frankfurt geflogen. Im Sommer 2002 brachte es die deutsche Fußballnationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Japan und Südkorea, und während der Pandemie war es an der Operation der deutschen Regierung beteiligt, Bürger aus Zielen wie Christchurch oder Panama zurückzuholen. Die Dokumentation zeigt ein nahezu leeres Frankfurt: Die Nordwestlandebahn, seit dem 23. März für den Betrieb gesperrt, diente als Flugzeugparkplatz, mehr als 87.000 Beschäftigte des Lufthansa-Konzerns waren während des Lockdowns in Kurzarbeit, und die Fluggesellschaft flog nur rund zehn Prozent ihres Flugprogramms von vor der Krise.

Wichtige Details

Den Flug ohne Passagiere und Kabinenpersonal führen zwei Piloten durch: Kapitän Andreas Münzenberger als Pilot Flying und Maximilian Reuter als Pilot Monitoring, verantwortlich für den Funk. Vor dem Abflug kontrollieren sie die leere Kabine und die Galleys, damit nichts lose herumliegt, und der Kapitän führt die Außeninspektion durch. Twente verfügt über keine Flugverkehrskontrolle: Der Tower gibt nur Wetter- und Verkehrsinformationen, der Kabinendruck muss von Hand eingestellt werden, da der Flugplatz nicht in der Datenbank des Flugzeugs verzeichnet ist, und der Anflug endet im Sichtflug mit einem Verkehrskreis in etwa 500 Metern Höhe, bevor in den Endanflug eingedreht wird. Die Wolken hingen tiefer als erwartet, und die Landebahn wurde erst spät gesichtet, doch die Landung verlief wie geplant auf einer 2.400 Meter langen Bahn. Danach versiegelt ein technisches Team die Triebwerke, dichtet die Türen gegen Feuchtigkeit und Staub ab und entleert die Tanks. Laut der Crew wurden von den 13 Boeing 747-400 der Flotte fünf endgültig ausgemustert und acht langfristig eingelagert, während die 747-8 weiterhin in Frankfurt blieben. Die Piloten fliegen noch am selben Tag mit einer geliehenen Piper Seneca nach Hause.