Variante der Stampe SV-4
Stampe SV-4 SV-4B
Belgische Version mit de Havilland Gipsy Major I mit 130 PS, symmetrisch gepfeilten Tragflächen und Querrudern an beiden Flächen; verließ im Juli 1937 Deurne und rüstete in ihrer Nachkriegsform mit Schiebehaube und Gipsy Major X oder Cirrus Major III mit 145 PS mit 65 von Stampe et Renard gebauten Maschinen die belgische Luftwaffe aus.
- 95
- Gebaute Exemplare
- 420 km
- Reichweite
Geschichte
Laut französischer Wikipedia verließ die SV-4B im Juli 1937 die Werke von Stampe et Vertongen in Deurne bei Antwerpen, als Weiterentwicklung der von Jean Stampe entworfenen SV-4 von 1933. Sie zeichnete sich durch symmetrisch positiv gepfeilte Tragflächen, jede mit Querrudern versehen, und einen invertierten de Havilland Gipsy Major I mit 130 PS aus. Als Siegerin des Schulflugzeugwettbewerbs der belgischen Militärluftfahrt von 1937 wurden 30 Einheiten bestellt; 1939 in Frankreich vorgestellt, erregte sie Aufsehen, und Farman erhielt die Lizenz für 700 Maschinen (laut anderen Quellen 600), doch der Krieg brach aus, als erst 20 in Deurne montiert und 11 auf der Farman-Linie im Bau waren. Die niederländische Wikipedia erzählt den Ursprung des Buchstabens anders: Jean Stampe kehrte aus Frankreich mit einem Auftrag über dreißig Maschinen zurück, und der Typ wurde in SV.4b umbenannt, „b" für „bis". aeroVFR wiederum beschreibt die SV-4B von 1937 mit Gipsy-Major-Motor mit 130 PS als jene Maschine, die den belgischen Wettbewerb gewann, aber wegen eines als zu abrupt geltenden Strömungsabrisses und einer schwierigen Landung nicht gebaut wurde, was eine Verlängerung des Rumpfs sowie Pfeilung und neues Profil an beiden Tragflächen erzwang.
Nach der Befreiung ging die Lizenz an die SNCAN über. 1946 – oder laut anderen Quellen 1947 – gründeten Jean Stampe und der Ingenieur Alfred Renard, die schon in den 1930er Jahren zusammengearbeitet hatten, in Evere die Firma Stampe et Renard, die die 65 SV-4B der belgischen Luftwaffe baute. Diese Nachkriegsmaschinen erhielten eine Kabine mit Schiebehaube – für die Puristen des offenen Doppeldeckers eine „Häresie", wie die Amicale du Bourget ironisch bemerkt – und stärkere Motoren, den de Havilland Gipsy Major X oder den Blackburn Cirrus Major III mit 145 PS. Insgesamt wurden laut französischer Wikipedia 95 SV-4B in Belgien gebaut. Sie dienten bis 1975 in den belgischen Schulen; aviationsmilitaires.net zählt außerdem sieben in der Luftwaffe des belgischen Kongo, und das Exemplar V-33 wird im Musée de l'Air in Brüssel bewahrt.

Das Nachkriegsdatenblatt, das die englische Wikipedia (auf Grundlage von Werksplänen), aviationsmilitaires.net und die französische Wikipedia teilen, nennt 6,8 m Länge, 8,385 m Spannweite, 2,775 m Höhe, 18,06 m² Flügelfläche, 520 kg Leergewicht und 770 kg Startgewicht, 188 km/h Höchstgeschwindigkeit, 140 km/h Reisegeschwindigkeit, 55 km/h Abrissgeschwindigkeit, 4,5 m/s Steigrate, 6000 m Gipfelhöhe und 420 km Reichweite, mit Lastfaktoren von +6/-4 g.
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