Flugzeug ohne Verfallsdatum: Was ist das Geheimnis der C-130?
Video des Kanals Aviacore DE über Lockheed C-130 Hercules, verlinkt auf der zugehörigen Seite von Above Ten Thousand. Dauer: 40:21. Sprache: Deutsch. Videotyp: Dokumentation.
Worum es geht
Deutschsprachige Dokumentation, die die Geschichte der Lockheed C-130 Hercules nachzeichnet und ihre Langlebigkeit zu erklären versucht: sieben Jahrzehnte im Dienst, Dutzende Versionen und eine Produktionslinie, die nie stillstand. Sie verfolgt ihren Ursprung, die prägenden Konstruktionsentscheidungen und die sehr unterschiedlichen Einsatzzwecke, von der elektronischen Aufklärung bis zur Brandbekämpfung.
Historischer Hintergrund
Der Koreakrieg zeigte, dass Fracht und Truppen zu kurzen, unbefestigten Landebahnen nahe der Front gebracht werden mussten: leichte Transporter konnten wenig laden, schwere benötigten anderthalb Kilometer lange Pisten. Anfang 1951 forderte das Kommando der taktischen Luftstreitkräfte ein Flugzeug, das Nutzlast, Geschwindigkeit, Reichweite und Kurzstart vereinte. Lockheed antwortete mit einem rein funktionalen Entwurf: Hochdecker, kurzer, dicker Rumpf, erhöhtes Leitwerk und eine Heckrampe, die bis zum Boden absenkbar ist, damit ein Lastwagen direkt hineinfahren kann. Der Erzählung zufolge lehnte einer der angesehensten Konstrukteure des Unternehmens das Aussehen des Flugzeugs zunächst ab, änderte aber seine Meinung, als er es fliegen sah. Der Prototyp flog erstmals am 23. August 1954 von Burbank, Kalifornien, aus, bei einem Flug von gut einer Stunde.
Das Video schreibt einen Großteil des Erfolgs dem Turboprop-Triebwerk Allison T56 zu, mit rund 4.000 PS pro Motor, das bei niedriger Geschwindigkeit Schub liefert, bei der Landung eine Umkehrung der Propellersteigung erlaubt und mit gewöhnlichem Kerosin läuft. Am 2. September 1958 drang eine für elektronische Aufklärung eingesetzte Hercules, die von der Türkei gestartet war, in den Luftraum der sowjetischen Armenischen SSR ein und wurde von vier MiG-17 abgeschossen. Am 30. Oktober 1963 landete Testpilot James Flatley eine Tankerversion ohne Fanghaken auf dem Flugzeugträger Forrestal und absolvierte 29 Touch-and-Goes, 21 vollständige Landungen und 21 Starts ohne Hilfsmittel, bei Gewichten von über 50 Tonnen. Er erhielt das Distinguished Flying Cross, und das Flugzeug bleibt das größte, das je auf einem Flugzeugträger gelandet ist.
Wichtige Fakten
Im Video genannte Zahlen: rund 20 Tonnen Nutzlast, bis zu 600 km/h, eine Reichweite von mehreren Tausend Kilometern und eine Startstrecke des Prototyps von rund 260 m. Auf der Forrestal kam sie nach 80 m zum Stehen. Die Skiversionen sind in der Antarktis und auf Grönland im Einsatz, teils mit Start-Hilfsraketen. Andere Versionen fliegen in Hurrikane hinein und werfen Sonden ab, oder tragen ein abnehmbares Löschmodul, das in einem einzigen Durchgang rund 11.000 Liter abgibt. Schätzungen zufolge gibt es zwischen 40 und 70 Versionen; rund 70 Länder haben sich für sie entschieden, und mehr als 2.500 Exemplare wurden gebaut. Die Super Hercules hat Rolls-Royce-Triebwerke mit rund 4.500 PS, sechsblättrige Propeller und ein digitales Cockpit für zwei Piloten.
