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Warum sind Flugzeuge weiß?
Kurze Antwort
Flugzeuge sind meist weiß, weil helle Farbe die Sonneneinstrahlung reflektiert, die Kabine kühler hält und Verbundwerkstoffe schützt, weniger Schichten und damit weniger Gewicht als kräftige Farben benötigt, Risse, Lecks und Schäden bei Inspektionen leichter erkennbar macht und den Wiederverkaufswert zwischen Fluggesellschaften besser erhält.

Wärme, Licht und Materialien
Weiß reflektiert den größten Teil der Sonneneinstrahlung, sodass sich ein in der Sonne stehender Rumpf auf einem tropischen Flughafen deutlich weniger erhitzt als ein dunkler. Das verringert die Belastung der Bodenklimaanlage und schützt vor allem Klebstoffe, Dichtmittel und Verbundwerkstoffe im Rumpf, deren Festigkeit bei anhaltend hohen Temperaturen sinkt. Deshalb verlangen manche Hersteller, dass Radome und bestimmte Verbundbauteile weiß oder in einem sehr hellen Ton lackiert werden. Weiße Lackierung baut sich außerdem langsamer unter UV-Strahlung ab, sodass die Lackierung über mehr Jahre zwischen den Neulackierungen ihr Erscheinungsbild behält.
Gewicht, Inspektion und Kosten
Die Lackierung eines Großraumflugzeugs fügt mehrere hundert Kilogramm hinzu: Eine Boeing 747 trägt etwa 250 kg Farbe, und jede zusätzliche Farbschicht bedeutet über die gesamte Lebensdauer des Flugzeugs mehr Treibstoffverbrauch. Weiß deckt gut mit wenigen Schichten, während viele kräftige Farben Grundierungen und zusätzliche Schichten benötigen. Zudem sind Öl- oder Hydraulikleckagen, Risse, Korrosion und Einschlagschäden auf einer hellen Oberfläche mit dem bloßen Auge leichter zu erkennen, worauf sich Mechaniker bei jeder täglichen Inspektion verlassen. Wechselt ein Flugzeug den Betreiber, benötigt ein weißer Rumpf nur neue Aufkleber und Logos, was die Kosten der Übergabe senkt und erklärt, warum Leasinggesellschaften neutrale Lackierungen bevorzugen.
Die Ausnahmen
Nicht jede Fluggesellschaft hält sich an diese Regel: Air New Zealand ist mit schwarzen Flugzeugen geflogen, und S7 Airlines und easyJet setzen kräftiges Grün und Orange als Markenidentität ein. Sie nehmen das zusätzliche Gewicht und die höheren Wartungskosten in Kauf, weil sich der Wiedererkennungswert der Marke auszahlt.
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