The Computer that Controlled the Saturn V (Behind the Scenes ft Linus Tech Tips) - Smarter Every Day
Video des Kanals Smarter Every Day 2 über Saturn V, verlinkt auf der zugehörigen Seite von Above Ten Thousand. Dauer: 44:30. Sprache: Englisch. Videotyp: Dokumentation.
Worum es geht
Erweiterte Fassung, veröffentlicht auf dem zweiten Kanal von Smarter Every Day, des Besuchs von Destin Sandlin und Linus Sebastian (Linus Tech Tips) beim Instrumentenring der Saturn V, der im U.S. Space & Rocket Center in Huntsville ausgestellt ist. Luke Talley, der 1969 leitender IBM-Ingenieur in Huntsville war und zum Flugauswertungsteam gehörte, erklärt Stück für Stück den digitalen Bordcomputer des Trägers (LVDC), dessen Magnetkernspeicher, den analogen Flugregelungscomputer, die Trägheitsplattform, die Kühlung und die Telemetrie.
Historischer Kontext
Der LVDC war das Gehirn der Saturn V: Er steuerte die Zeitpunkte für Triebwerkszündung und -abschaltung sowie die Trennungen und übernahm Navigation und Lenkung; der Bordcomputer des Apollo-Raumschiffs war ein eigenständiges System. Laut Talley leitete er sich vom ASC-15 ab, den IBM für die Titan-Rakete gebaut hatte, und die Kreisel der Plattform stammten aus dem Jupiter-Programm. Sein Team analysierte nach jedem Flug die über das Goddard Space Flight Center eingehenden Telemetriedaten, oft wochenlang von Hand in ausgedruckten Oktal-Dumps, um Probleme für den nächsten Flug zu korrigieren. Bei den Missionen 13 bis 17 stürzten die dritte Stufe und der Instrumentenring auf den Mond; der Transponder, mit einer zusätzlichen Batterie ausgestattet, markierte den Moment des Einschlags, um ihn mit den Mondseismometern zu korrelieren – Daten, die eine von Renee Weber geleitete Marshall-Gruppe Jahre später neu auswertete, um zu dem Schluss zu kommen, dass der Mond einen flüssigen Kern besitzt.
Wichtige Fakten
Jede Speicherebene hatte 8192 Kerne, und ein Modul stapelte 14 Ebenen, die hauptsächlich von Frauen handgewoben wurden. Es gab zwei 16.000-Wort-Speicher, die parallel dasselbe Programm ausführten und Ergebnisse verglichen; die kritische Logik war dreifach redundant. Die Wörter hatten 26 Bit plus 2 Paritätsbits und ließen sich in 13-Bit-Silben unterteilen. Der Computer las die Plattform 25 Mal pro Sekunde innerhalb einer zweisekündigen Hauptschleife aus, ohne Betriebssystem, und schickte die Korrekturen an einen Analogrechner, der sie mit Geschwindigkeitskreiseln anpasste, bevor die Triebwerke bewegt wurden. Die Logikmodule nutzten diskrete Transistoren, die mit kleinen Lötkugeln verbunden waren, und Widerstände, die durch Abschleifen abgeglichen wurden; der LVDC gab etwa 100 W Wärme ab. Die Wärme wurde über einen Sublimator aus gesintertem Metall abgeführt, und die Batterien reichten für etwa 11 bis 12 Stunden. Der Mondeinschlag entsprach etwa 11 Tonnen TNT und erzeugte ein rund zweieinhalbstündiges Beben.
