Die tollkühnen Männer in ihrer IL 62 DDR
Video des Kanals Steffen Machold über Ilyushin Il-62, verlinkt auf der zugehörigen Seite von Above Ten Thousand. Dauer: 20:37. Sprache: Deutsch. Videotyp: Archivmaterial.
Was gezeigt wird
Fernsehreportage der DDR, die vor Ort und auf dem Flughafen Schönefeld das Vorhaben begleitet, eine kürzlich ausgemusterte Ilyushin Il-62 von Interflug auf einer Graswiese bei Stölln im Havelland zu landen. Sie wechselt zwischen Dorfansichten, Interviews mit der Besatzung, mit Bürgermeisterin Sybille Heling und mit Angehörigen der Piloten, der Vorbereitung des Geländes und schließlich der Landung unter dem Beifall der Zuschauer, die auch aus einer An-2 gefilmt wurde, die einen Kameramann an Bord hatte.
Wann und wo gedreht wurde
Gedreht wurde im Herbst 1989 zwischen Stölln und Berlin-Schönefeld. Das Team hält die Verschiebungen fest: Am 10. Oktober wurde wegen nassem Boden, schlechter Sicht und ungünstigem Wind abgesagt; am 19. lag Nebel über dem Feld; am Freitag, dem 20., startete das Flugzeug um 13:03 Uhr, kehrte um, weil die Schubumkehr sich nicht ausfuhr, und drehte nach deren Reparatur erneut um, als bekannt wurde, dass ein Regenschauer den Boden durchnässt hatte. Die Landung gelang am Montag, dem 23. Oktober, gegen 13:04 Uhr.
Kontext
Interflug schenkte das Flugzeug dem rund 350 Einwohner zählenden Dorf, weil Otto Lilienthal in der Nähe, am Gollenberg, am 9. August 1896 den Unfall erlitten hatte, an dem er am folgenden Tag starb; die Maschine sollte eine Gedenkstätte der Luftfahrt beherbergen. Die Idee entstand 1988 durch den Anruf eines Interflug-Mitarbeiters, der von dem jährlichen Lilienthal-Fest wusste. Das Feld, für Segelflugzeuge von rund sechs Tonnen zugelassen, maß kaum 1.000 Meter gegenüber den 2.500, die das Flugzeug zum Anhalten braucht; der Boden wurde sondiert, mit einer Walze verdichtet, und es wurde vorgesehen, dass die Maschine über die Straße hinaus bis zum Nachbarfeld weiterrollen könnte. Mit 53 Metern Länge und 43 Metern Spannweite wurde das Flugzeug um etwa fünf Tonnen auf 70 Tonnen leichter gemacht, und das Abbremsen hing von der Schubumkehr ab. Die freiwillige Besatzung bestand aus Kapitän Dieter Kallbach, Kopilot Peter Bley, Flugingenieur Ulrich Müller und einem Navigator; Wochen zuvor hatten sie das Gelände erkundet, indem sie mit einer L-410 landeten. Die Reportage erwähnt auch, dass manche Interflug-Kollegen das Vorhaben für unvorsichtig hielten.
