Variante der Eurofighter Typhoon

Eurofighter Typhoon ISPA3

Spanisches Instrumented Series Production Aircraft (ISPA) der Tranche 2, im Juni 2011 für Avionikerprobungen ausgeliefert, darunter der Laserzielbehälter Litening; im Februar 2014 an die spanische Luftwaffe übergeben.

Eintrag zur Eurofighter Typhoon

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Gebaute Exemplare

Geschichte

Die ISPA3 ist das dritte der fünf Instrumented Series Production Aircraft (ISPA) des Eurofighter-Typhoon-Programms und das einzige, das Spanien beigetragen hat. Wie die Instrumented Production Aircraft (IPA) sind die ISPAs Serienzellen, die von der Fertigungslinie abgezweigt werden, tragen jedoch eine leichtere Telemetrieausrüstung: Ihr Aufgabenbereich beschränkt sich auf Avionik statt auf Flugbereich oder schwere Waffen. Bei diesen Zellen wird der Raum der internen Kanone genutzt, um Aufzeichnungsgeräte unterzubringen, die an den Lichtwellenleiter-Bus angeschlossen sind, und der gesamte Einbau ist so ausgelegt, dass das Flugzeug nach Abschluss der Erprobungen wieder auf Serienstandard zurückgebaut werden kann. Rechtlich gehören die ISPAs den Betreiberstaaten, die sie der Industrie für die Dauer der Testphase leihweise überlassen, weshalb die Laufbahn jeder einzelnen mit der Übergabe an ihre Luftwaffe endet.

Anders als die ersten beiden Flugzeuge der Gruppe, die britische ISPA1 und die italienische ISPA2, bei denen es sich um Tranche-1-Maschinen handelte, gehört die ISPA3 zur Tranche 2, ebenso wie die ISPA4 und die ISPA5. Die Tranche 2 geht auf den am 14. Dezember 2004 unterzeichneten Vertrag zurück und brachte eine vollständige Überarbeitung der Avionik auf den ASAAC-Standard mit sich, mit strikter Trennung zwischen Hardware, Abstraktionsschicht, Betriebssystem (Integrity-178B, gemeinsam für alle Missionsrechner) und Anwendungen, zusammen mit einem MIL-STD-1760E-Waffenbus mit Lichtwellenleitern und den EJ200-Mk-101-Triebwerken. Der erste Tranche-2-Typhoon, die IPA7, flog am 16. Januar 2008 von Manching aus, und das erste Serienflugzeug dieses Standards wurde am 10. Oktober 2008 an die Royal Air Force ausgeliefert. Dass die letzten drei ISPAs Tranche-2-Flugzeuge waren, folgt aus dieser Architektur: Da Tranche 2 und 3 softwareseitig identisch sind, gilt alles, was an einer ISPA der zweiten Charge validiert wird, für die gesamte spätere Flotte. Die LRI-Rechner ab Tranche 2 verfügen zudem über einen USB-2.0-Anschluss, der es erlaubt, ein Übungsgefecht ohne ACMI-Behälter aufzuzeichnen und nach der Landung auszuwerten, eine Funktion, die sich besonders zur Bewertung geheimhaltungsbedürftiger Systeme wie DASS eignet. Spanien seinerseits betrieb den Typhoon bereits, seit das Ejército del Aire am 5. September 2003 sein erstes Tranche-1-Flugzeug erhalten hatte, sodass die ISPA3 zu einer bereits etablierten Flotte stieß.

Den konsultierten Unterlagen zufolge wurde die ISPA3 im Juni 2011 als Tranche-2-Maschine ausgeliefert und für mehrere Avionik-Testkampagnen eingesetzt, darunter die Integration des Laserzielbehälters (LDP) Litening, des Behälters, der dem Typhoon eine lasergelenkte Luft-Boden-Fähigkeit verleiht. Nach Abschluss dieser Erprobungen wurde das Flugzeug wieder in die Serienkonfiguration zurückgebaut und im Februar 2014 an die spanische Luftwaffe übergeben, sodass sein Leben als Erprobungsträger knapp drei Jahre dauerte. Der Zeitplan entspricht dem ihrer Chargenpartner: Die italienische ISPA4 wurde ab Mai 2011 für den PIRATE-Sensor und die Trägheitsnavigation eingesetzt und ging im Januar 2014 an die Aeronautica Militare über, während die britische ISPA5 im März 2011 gebaut und im Januar 2014 zurückgegeben wurde.

Die konsultierten Quellen veröffentlichen weder die Kennung oder das Kennzeichen der ISPA3 noch ihr Erstflugdatum oder ihr Montagewerk (wenngleich der spanische Industriepartner im Programm EADS-CASA ist, heute Airbus Defence and Space, mit seiner Endmontagelinie in Getafe – keine Quelle bestätigt dies jedoch für dieses konkrete Flugzeug). Ebenso wenig geben sie an, welche weiteren Kampagnen sie neben Litening während ihrer Leihdauer durchführte. Diese Punkte bleiben als erklärte Lücken bestehen, bis eine spezifische Quelle gefunden wird.