BAe 146 - more engines!

Skyships Eng · 23. Januar 2020 · 20:01 · Englisch · Dokumentation

Video des Kanals Skyships Eng über BAe 146, verlinkt auf der zugehörigen Seite von Above Ten Thousand. Dauer: 20:01. Sprache: Englisch. Videotyp: Dokumentation.

Worum es geht

Das Video zeichnet die Geschichte und das Design der BAe 146 nach, später Avro RJ, ein Regionaljet mit Hochdecker-Tragfläche und vier Triebwerken, und erklärt, warum eine derart ungewöhnliche Konfiguration gewählt wurde. Über ihre beiden Generationen hinweg wurden 387 Flugzeuge ausgeliefert.

Historischer Hintergrund

Das Projekt entstand in den 1970er-Jahren bei Hawker Siddeley, das veraltete Turboprops wie die eigene HS 748 ersetzen wollte. Nach Befragung von mehr als 60 Fluggesellschaften kam man zu dem Schluss, dass ein Regionalflugzeug für etwa 70 Passagiere benötigt wurde: ein Jet, aber mit guter Start- und Landeleistung und wandelbar in einen Frachter. Die hochliegende Tragfläche erleichterte Boarding, Beladung und Triebwerkswartung. Zwei Avco-Lycoming-ALF-502-Triebwerke mit 31 kN lieferten nicht genug Schub, und für ein neues Triebwerk fehlte das Geld, also wurden vier eingebaut. Die britische Regierung steuerte die Hälfte der Finanzierung bei, doch die Ölkrise von 1973 brachte das Programm 1974 an den Rand der Einstellung, und das Projekt wurde offiziell eingefroren. 1978 wurde Hawker Siddeley verstaatlicht und in British Aerospace aufgenommen, die es als BAe 146 wiederbelebte. Die Prototypen wurden in Hatfield montiert. Der erste flog im September 1981, die Zulassung kam Anfang 1983; im selben Jahr erhielt Dan-Air ihr erstes Flugzeug.

Wichtige Daten

Die wenig gepfeilte Tragfläche hat keine Vorflügel: Sie besitzt große Fowler-Klappen. Das Leitwerk ist T-förmig und trägt eine große zweiteilige Luftbremse, da die Triebwerke keine Schubumkehr haben. Das Grundmodell wog rund 38 t, flog mit etwa 750 km/h, hatte eine Reichweite von über 3.500 km und benötigte weniger als 1.200 m Piste. Die Kabine ist 342 cm breit. Die -100 beförderte 70 bis 82 Passagiere; die -200, die 1982 flog, bis zu 100; und die -300, 1984 in Farnborough angekündigt, bis zu 112 bei 44 t. Alle Versionen hatten eine Quiet-Trader-Frachtvariante. Ab 1987 konnte sie in London City eingesetzt werden. 1992 ging das Geschäft an Avro Regional Jets über, und die Modelle wurden zur RJ70, RJ85 und RJ100 mit verbesserten Triebwerken und Glascockpit. Von dieser zweiten Generation wurden 166 Flugzeuge gebaut, gegenüber 221 der ersten. Projekte wie die RJ115 oder die RJX kamen nie in Produktion, und eine BAe 146 wurde als fliegender Prüfstand für die E-Fan X ausgewählt, das Hybrid-Antriebskonzept von Airbus, Rolls-Royce und Siemens. Die Produktion endete 2001, und Anfang 2020 flogen noch etwa 90 Maschinen.