How can a plane fly WITHOUT WINGS? Meet the Lippisch Dornier Aerodyne.
Video des Kanals Aero Por Trás da Aviação über Dornier, verlinkt auf der zugehörigen Seite von Above Ten Thousand. Dauer: 12:09. Sprache: Portugiesisch. Videotyp: Dokumentation.
Worum es geht
Das Video erklärt das Lippisch Dornier Aerodyne, einen deutschen Prototyp eines flügellosen Fluggeräts aus den 1960er- und 1970er-Jahren, und wie es fliegen sollte. Zuvor geht es auf den Werdegang seines Konstrukteurs ein, des Ingenieurs Alexander Lippisch.
Historischer Kontext
Lippisch flog im Ersten Weltkrieg als Fotograf und wechselte danach zur Zeppelin-Gesellschaft. 1939 wurde er mit seinem Team zu Messerschmitt versetzt, wo er die DFS 194 anpasste, aus der die Me 163 Komet hervorging. Dort entwarf er auch die P.13a, eine Deltaflügel-Konstruktion mit Staustrahltriebwerk, die nach dem Krieg als Segelflugzeug DM-1 endete. Seine Studien zum Deltaflügel beeinflussten spätere Überschallflugzeuge. Im Rahmen der Operation Paperclip, die rund 1.600 deutsche Wissenschaftler und Ingenieure in die USA brachte, arbeitete er in White Sands und zwischen 1950 und 1964 bei der Collins Radio Company, wo er den Bodeneffekt untersuchte und ein VTOL-Fluggerät entwarf. Nach gesundheitlichen Problemen 1963 nahm er das Projekt wieder auf. Dieses stieß auf Interesse beim westdeutschen Verteidigungsministerium, das Dornier mit dem Bau beauftragte.
Wichtige Fakten
Das Aerodyne war ein unbemanntes, flügelloses Fluggerät. Ein Turbowellentriebwerk trieb einen großen Lüfter an, dessen durch Leitflächen gerichteter Luftstrom für den Senkrechtstart, den Schwebeflug und den Vortrieb genutzt wurde. Es hatte ein Leitwerk mit Seiten- und Höhenruder, konnte aber nicht rollen. Die gesamte Struktur war 5 m lang, 1,1 m im Durchmesser und knapp 2 m hoch. Am 18. September 1972 flog es an einem Kabel befestigt und ohne Leitwerk, praktisch nur die Triebwerkseinheit, mit zufriedenstellenden Ergebnissen bei Senkrechtstart und -landung. Das Programm endete am 30. November 1972, als Westdeutschland stattdessen in bemannte Hubschrauber investierte. Lippisch starb am 11. Februar 1976 in Cedar Rapids, Iowa, und wurde in die International Air & Space Hall of Fame des San Diego Air & Space Museum aufgenommen.
