Variante der North American P-51 Mustang
North American P-51 Mustang XP-51
Bezeichnung der US Army für zwei Mustang Mk I (AG348 und AG354) aus dem ersten britischen Auftrag, angetrieben vom Allison V-1710 und unter den Seriennummern 41-038 und 41-039 in Wright Field und im Langley-Labor der NACA erprobt.
Eintrag zur North American P-51 Mustang
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- 20. Mai 1941
- Erstflug
- 2
- Gebaute Exemplare
Geschichte
Als North American Aviation mit dem Bau der Mustang für Großbritannien begann – 320 Jäger NA-73 im ersten Vertrag der British Purchasing Commission und weitere 300 NA-83 im zweiten, allesamt Mustang Mk I –, hatte das US Army Air Corps (USAAC) keinerlei Anteil an dem Projekt: Die NA-73 war auf britischen Wunsch entworfen worden, und sämtliche Verhandlungen liefen direkt zwischen der Einkaufskommission und NAA, ohne Beteiligung der Army oder von Wright Field. Um ununterbrochene Lieferungen sicherzustellen, vereinbarte Oberst Oliver P. Echols mit der Anglo-French Purchasing Commission, dass zwei Flugzeuge aus dem ersten Auftrag dem USAAC zur Erprobung übergeben wurden. Die spanischsprachige Wikipedia ergänzt, dass NAA sie kostenlos liefern musste.
Ausgewählt wurden die vierte und die zehnte Serien-Mustang Mk I, die im Dienst der RAF AG348 und AG354 geworden wären; die erste trug die North-American-Werknummer 73-3101. Die Army gab ihnen die Seriennummern 41-038 und 41-039 und die vorläufige Bezeichnung XP-51. Sie sind weder mit dem Prototyp NA-73X, von dem sie abstammten, noch mit den später bestellten 150 P-51 (NA-91) zu verwechseln: Es handelte sich um britische Serienzellen mit der gemischten Bewaffnung der Mk I aus zwei synchronisierten 12,7-mm-Maschinengewehren Browning AN-M2 in der Nase unterhalb des Motors sowie zwei weiteren 12,7-mm-Waffen und vier 7,7-mm-Browning (.303) in den Tragflächen.
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Am 20. Mai 1941 flog NAA-Testpilot Robert C. Chilton die erste XP-51 in Mines Field, Los Angeles, zum Erstflug; anschließend wurde sie nach Wright Field in Dayton, Ohio, überstellt. Nach der englischsprachigen Wikipedia trafen die beiden Flugzeuge dort am 24. August bzw. am 16. Dezember 1941 ein. Als Triebwerk diente der Allison V-1710-F3R (V-1710-39), ein flüssigkeitsgekühlter V12 von etwa 28 Litern mit einstufigem Lader mit nur einer Drehzahlstufe, der über ein Untersetzungsgetriebe 2:1 einen dreiblättrigen Curtiss-Electric-Verstellpropeller mit konstanter Drehzahl und 3,20 m Durchmesser antrieb. Er leistete 880 PS auf Meereshöhe bei Normalleistung, 1.150 PS (etwa 858 kW) als Startleistung bei 3.000 U/min und 1.490 PS als Notleistung.
Die Erprobung begann nicht sofort. Das Air Corps war bis zu seiner Umorganisation zu den US Army Air Forces (USAAF) Ende Juni 1941 noch eine kleine, unterfinanzierte Friedensorganisation, und Vorrang hatten der Bau möglichst vieler P-38, P-39 und P-40 sowie die Pilotenausbildung. Die Quellen unterscheiden sich im Ton: Die englische Wikipedia hält fest, dass die XP-51 weder vernachlässigt noch ihre Erprobung schlecht durchgeführt worden sei; die spanische sagt, die beiden Flugzeuge seien bis zum Kriegseintritt der Vereinigten Staaten ignoriert worden, und die französische, sie seien ohne Begeisterung und ohne Eile getestet worden. Letztere vermerkt, dass dieses Desinteresse später eine eingehende Untersuchung durch das Truman-Komitee nach sich zog, bei der manche eine mögliche Korruption zugunsten von Curtiss vermuteten, verweist aber auf harmlosere Ursachen: militärische Bürokratie und vielleicht eine „Not invented here“-Reaktion auf ein Flugzeug, das aus britischen Spezifikationen hervorgegangen war.
Als die Ergebnisse vorlagen, waren sie sehr gut. In Wright Field erreichte die XP-51 mit Vollgas 615 km/h in 3.962 m Höhe bei einer Reisegeschwindigkeit von 483 km/h; unterhalb von etwa 6.096 m war sie der schnellste Jäger der Welt. Sie war rund 48 km/h schneller als die Curtiss P-40, die genau denselben Motor verwendete, und unterhalb von 4.572 m um 48 bis 56 km/h schneller als eine Spitfire mit dem stärkeren Merlin. Die Dienstgipfelhöhe betrug 9.388 m, die Reichweite 1.207 km. Der einstufige Lader forderte in der Höhe seinen Tribut: Oberhalb von etwa 4.600 m fielen die Flugleistungen rasch ab.
Am 29. Dezember 1941 traf 41-038 zur Flugerprobung im Langley Memorial Aeronautical Laboratory der NACA in Hampton, Virginia, ein. Das Programm brachte eine verbesserte Querruderauslegung hervor, die die Wendigkeit deutlich steigerte und bei allen Serien-Mustangs übernommen wurde; NACA-Testpilot John P. Reeder hielt seine Erinnerungen an diese Flüge später in einer NASA-Veröffentlichung von 1992 fest. 41-038 kehrte am 2. November 1942 nach Wright Field zurück, und 41-039 kam im März 1943 zur weiteren Erprobung nach Langley, mit olivgrüner Oberseite und neutralgrauer Unterseite. Im April 1943 veröffentlichte die NACA den Bericht WR L-566 über die Flugeigenschaften und das Überziehverhalten der XP-51.

Die XP-51 war der Ausgangspunkt der amerikanischen Mustang-Linie, von der zwischen 1941 und 1945 16.766 Flugzeuge aller Varianten gebaut wurden. 41-038 ging an das National Air and Space Museum der Smithsonian, wurde 1976 restauriert, flog zuletzt 1982 und gehört heute unter der zivilen Registrierung N51NA dem EAA-Museum in Oshkosh, Wisconsin. Über den endgültigen Verbleib von 41-039 gibt das ausgewertete Material keine Auskunft.
Multimedia
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