Variante der Lockheed P-38 Lightning

Lockheed P-38 Lightning P-38 Droop Snoot

Feldumrüstung der P-38J und der P-38L mit verglastem Plexiglas-Bug, Bombenschützenplatz und Norden-Zielgerät, entwickelt im Hauptquartier der 8. Luftflotte, um mit Bomben beladene Lightning-Formationen im Horizontalbombenwurf zu führen. Der erste Einsatz erfolgte am 10. April 1944 gegen Gütersloh; bis Kriegsende flog sie von Großbritannien und Italien aus. Einige Flugzeuge erhielten anstelle des Glasbugs ein H2X-Radar.

Eintrag zur Lockheed P-38 Lightning

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Geschichte

Das Problem, das gelöst werden sollte. Mitte des Krieges war die P-38 zu einem gefürchteten Jagdbomber geworden: Sie konnte zwei 907-kg-Bomben unter den Tragflächen mitführen, eine Last, die der der ersten B-17 oder der Mosquito B Mk XVI entsprach. Doch es gab einen entscheidenden Unterschied. Die Bomber-Mosquito hatte eine transparente Nase, aus der gezielt wurde; die Lightning dagegen hatte einen massiven Bug, in dem Kanone und Maschinengewehre saßen, und ihr einziger Besatzungsmann konnte im Horizontalbombenwurf nicht präzise zielen. Die Droop Snoot entstand, um diese Lücke zu schließen: eine P-38 als Führungsflugzeug mit einem Bombenschützen an Bord, damit eine ganze Lightning-Formation ihre Bomben gleichzeitig abwarf.

Ursprung der Idee. Der Vorschlag kam von zwei Offizieren im Hauptquartier der 8. Luftflotte, den Obersten Cass S. Hough und Don Ostrander. Ihr Plan sah vor, die Feuerkraft im Bug durch einen Bombenschützenplatz mit einem Norden-Zielgerät, damals Geheimmaterial, und zusätzlicher Panzerung zu ersetzen. Laut der National P-38 Association flog Ostrander selbst bei den ersten Erprobungsmissionen der Droop Snoot über Europa als Bombenschütze mit.

Entwicklung in Langford Lodge. Die Arbeiten wurden im Umrüstzentrum durchgeführt, das Lockheed in Langford Lodge in Nordirland unterhielt. Zuerst wurden einer P-38H die Waffen ausgebaut und eine Holzattrappe des künftigen Bombenschützenplatzes eingebaut; mit diesem Flugzeug wurden die Flugerprobungen durchgeführt. Das Schlüsselelement war der neue Bug: anstelle der Waffen ein Platz für Bombenschützen und Navigator unter einer durchsichtigen Plexiglaskuppel, im Profil ähnlich dem der Mosquito, mit dem Norden-Zielgerät, den Bombenabwurfhebeln und der Navigationsausrüstung.

Wie viele gebaut wurden. Die Zahl ist unklar. In Langford Lodge wurden dreiundzwanzig P-38J für die neue Rolle umgebaut, und zusätzlich wurden hundert Umrüstsätze hergestellt, ohne dass bekannt ist, wie viele davon tatsächlich eingebaut wurden. Die Quellen stimmen darin überein, dass sie nicht ab Werk ausgeliefert wurden: Es waren im Feld umgebaute P-38J und P-38L. Die deutsche Enzyklopädie bezeichnet eine P-38L Droopsnoot als „Leitflugzeug“, die Umrüstung betraf also auch die letzte Produktionsserie.

Die zweite Hälfte der Modifikation. Weniger bekannt ist der andere Teil des Systems. Die Droop Snoot war allein nutzlos: Die übrigen Flugzeuge der Gruppe erhielten ihrerseits eine Änderung, die es dem Bombenschützen des Führungsflugzeugs erlaubte, die Bomben der gesamten Formation auszulösen. Jede P-38 der Formation war mit zwei 907-kg-Bomben beladen, und alle klinkten in dem Moment aus, in dem es das Führungsflugzeug tat. Im Oktober 1944 waren die drei P-38-Gruppen der 9. Luftflotte für Droop-Snoot-Missionen ausgerüstet.

Einsatz. Die Droop Snoot trat am 10. April 1944 in den aktiven Dienst, als eine von ihnen zweiundvierzig P-38J der 20. Jagdgruppe gegen den Luftwaffenstützpunkt Gütersloh in Deutschland führte. Von da an gab es Droop Snoots auf Stützpunkten in Großbritannien und Italien bis zum Kriegsende. Ihr ursprüngliches Farbschema war Olivgrün über Grau, und man verbindet sie vor allem mit der 8. Luftflotte in Europa; die National P-38 Association fügt hinzu, dass sie auch im China-Burma-Indien-Kriegsschauplatz flogen. Die englische Enzyklopädie erinnert zudem daran, dass die Führungs-P-38 nicht nur Formationen anderer Lightning, sondern auch Bomberströme mittlerer und schwerer Bomber leiteten.

Die Variante mit H2X-Radar. Neben der Version mit Glasbug gab es eine weitere mit Radar. In Europa erhielten mehrere P-38 im Bug ein H2X-Radar, das Geländekartierungsradar, mit dem die Alliierten durch Wolken hindurch bombardierten; ein Bediener und Navigator saß in einem engen Raum hinter der Antenne, mit kleinen Seitenfenstern und einer Zugangs- und Ausstiegsluke im Boden; das heißt, dieselbe Anordnung wie bei der Droop Snoot, aber mit einem Radom statt des Glasbugs. Ihre Aufgabe war es, Radarkarten deutscher Ziele zu gewinnen. Die Pläne, diese Version in Stückzahlen zu bauen, wurden nie verwirklicht, und die herangezogenen Quellen nennen weder Stückzahlen noch konkrete Einsätze.

Was offen bleibt. Die Gesamtzahl der Umbauten, die Aufteilung zwischen P-38J und P-38L und die Liste der Gruppen, die das System einsetzten, bleiben in den verfügbaren Quellen ohne verlässliche Zahl.