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Wie wurde alexander gerst astronaut?

Kurze Antwort

Über die Geowissenschaft: Der 1976 in Künzelsau geborene Gerst promovierte in Geophysik und erforschte aktive Vulkane, bevor ihn die ESA 2009 als einen von sechs neuen Astronauten auswählte. Es folgten die ISS-Missionen Blue Dot (2014) und Horizons (2018), bei der er als erster Deutscher das Kommando führte.

Wie wurde alexander gerst astronaut?
ISS-56: Alexander Gerst arbeitet im Columbus-Modul (3)

Vom Vulkan in die Umlaufbahn

Gerst kam 1976 in Künzelsau zur Welt und studierte Geophysik in Karlsruhe, bevor er in Neuseeland einen Masterabschluss in Geowissenschaften erwarb. Promoviert wurde er in Hamburg mit einer Arbeit über die Vorgänge in aktiven Vulkanen; für Messkampagnen arbeitete er unter anderem am antarktischen Erebus. Diese Feldforschung ist mehr als eine Anekdote: Wer Instrumente an einem Vulkankrater aufbaut, arbeitet in lebensfeindlicher Umgebung, in kleinen Teams, mit begrenzten Mitteln und ohne schnelle Hilfe von außen — genau jenes Profil, auf das Auswahlkommissionen achten.

Die Auswahl 2009

Die ESA schrieb 2008 erstmals seit Jahren wieder Astronautenstellen aus. Aus mehreren tausend Bewerbungen blieben nach Eignungstests, medizinischen Untersuchungen und Interviews sechs Namen übrig. Gerst war einer davon und der einzige Deutsche seiner Klasse. Es folgte die Grundausbildung am Europäischen Astronautenzentrum in Köln, danach missionsspezifisches Training bei den Partneragenturen in den USA, Russland, Japan und Kanada.

Zwei Aufenthalte auf der ISS

2014 flog Gerst als Bordingenieur zur Internationalen Raumstation; die Mission trug den Namen Blue Dot. 2018 kehrte er mit der Mission Horizons zurück und übernahm dort als erster Deutscher das Kommando über die Station. Bekannt wurde er auch als Vermittler: Aufnahmen der Erde, verständliche Erklärungen und deutliche Worte über Umweltzerstörung machten ihn zu einem der sichtbarsten europäischen Raumfahrer. Seine Laufbahn zeigt, dass die Wissenschaft ein ebenso gangbarer Weg ins All ist wie die Militärfliegerei.

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