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Wie funktioniert eine astronauten toilette?

Kurze Antwort

Wie ein Staubsauger mit angeschlossener Aufbereitung: Ein Gebläse saugt Luft durch Trichter und Sitz und transportiert damit, was auf der Erde die Schwerkraft erledigt. Der Urin wird abgetrennt und zu Trinkwasser aufbereitet, Feststoffe landen in verschlossenen Beuteln, die ein Frachter beim Wiedereintritt verglühen lässt.

Wie funktioniert eine astronauten toilette?
Die Astronauten Mark Vande Hei und Shane Kimbrough arbeiten an einer neuen Toilette

Ein Gebläse statt einer Spülung

Eine Raumtoilette ist im Kern eine Luftpumpe. Ein Gebläse erzeugt einen Sog, der Urin und Feststoffe in die Anlage zieht und zugleich verhindert, dass Gerüche in das Modul entweichen; die angesaugte Luft wird gefiltert, unter anderem über Aktivkohle, und dem Modul wieder zugeführt. Der Urin läuft über einen Trichter mit Schlauch in einen Separator, der die Flüssigkeit vom Luftstrom trennt. Feststoffe landen in einem Beutel, der in einem Behälter sitzt und nach Gebrauch verschlossen wird.

Vom Urin zum Trinkwasser

Der abgetrennte Urin ist Rohstoff. Er geht in die Wasseraufbereitung der Station, wird destilliert und gefiltert und landet zusammen mit dem Kondenswasser aus der Kabinenluft wieder im Trinkwasserkreislauf – der Grund, warum die Besatzung nur einen Bruchteil ihres Wasserbedarfs von der Erde nachgeliefert bekommt. Feststoffe werden dagegen nicht verwertet: Die vollen Behälter kommen in einen Frachter, der beim Wiedereintritt in der Atmosphäre verglüht. Auf dem Weg zum Mond oder zum Mars wäre auch diese Entsorgung neu zu denken.

Technik, die klein werden musste

Die neuere Anlage an Bord, das Universal Waste Management System, wurde vor allem kompakter und leichter ausgelegt als ihre Vorgängerin, weil dieselbe Technik auch in einer engen Raumkapsel Platz finden soll. Teile entstehen im 3-D-Druck aus Titan und Legierungen, die dem aggressiven Urin und den Vorbehandlungschemikalien standhalten; der Sitz ist so geformt, dass Oberschenkelbügel die Position sichern. Für die Besatzung zählt am Ende vor allem eines: eine Anlage, die zuverlässig läuft und sich im Orbit reparieren lässt, denn Ersatz kommt frühestens mit dem nächsten Frachter.

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