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Wie astronauten auf toilette gehen?

Kurze Antwort

Mit Luftstrom statt Schwerkraft und mit Gurten statt Sitzkomfort. Wer muss, fixiert sich mit Fußschlaufen und Oberschenkelbügeln, benutzt für Urin einen Trichter mit persönlichem Aufsatz und für den Rest einen engen Sitz, unter dem ein Beutel sitzt. Bei Start, Landung und Außeneinsätzen hilft nur eine Windel.

Wie astronauten auf toilette gehen?
ISS-61: Luca Parmitano und Andrew Morgan arbeiten im Modul Tranquility

Anschnallen, bevor es losgeht

Ohne Gewicht bleibt niemand von selbst sitzen. Deshalb beginnt jeder Toilettengang damit, sich zu fixieren: Fußschlaufen am Boden, Bügel über den Oberschenkeln, Handgriffe an der Wand. Für das kleine Geschäft gibt es einen Trichter am Schlauch, den jedes Besatzungsmitglied mit dem eigenen, persönlich zugeordneten Aufsatz benutzt. Für das große Geschäft dient ein kleiner Sitz mit einer Öffnung, unter der ein Beutel im Behälter steckt. Ein Luftstrom übernimmt dabei die Aufgabe, die auf der Erde die Schwerkraft erledigt.

Treffen will geübt sein

Die Öffnung ist deutlich enger als bei einer irdischen Toilette, und ein Fehltreffer hätte in der Schwerelosigkeit unangenehme Folgen. Anwärter üben daher am Boden an einem Übungsmodell mit Kamera in der Schüssel, das die eigene Sitzposition auf einem Monitor zeigt. An Bord gehört zum Ablauf mehr als auf der Erde: Luftstrom prüfen, anschließend die Flächen mit Desinfektionstüchern abwischen, den Beutel verschließen, den persönlichen Aufsatz reinigen und verstauen. Gewaschen wird ohne fließendes Wasser, mit Feuchttüchern und Handgel.

Wenn die Toilette nicht erreichbar ist

Während Start, Landung und Außenbordeinsätzen kann niemand den Anzug verlassen; dann tragen alle eine saugfähige Windel, die seit den frühen bemannten Flügen zur Ausrüstung gehört. Auf der Station selbst gibt es mehr als eine Toilette, im US-amerikanischen wie im russischen Segment, was bei Ausfällen hilft – Reparaturen an dieser Anlage haben Vorrang, weil eine defekte Toilette den Betrieb schneller lahmlegt als die meisten Experimente. Der Rest ist Etikette: Wer die Kabine belegt, sagt Bescheid, und wer fertig ist, hinterlässt sie sauber.

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