Wussten Sie…
In welche Richtung blickten drei der fünf Besatzungsmitglieder des Vulcan?
Kurze Antwort
Nach hinten. Von den fünf Besatzungsmitgliedern blickten nur die beiden Piloten im Oberdeck nach vorne; im unteren Bereich saßen der Radarnavigator, der Planungsnavigator und der Bordelektronikoffizier (AEO) mit dem Rücken zur Flugrichtung, zum Heck gewandt, und ohne Schleudersitz.

Ein Cockpit auf zwei Ebenen
Die Besatzung des Vulcan bestand aus fünf Personen, untergebracht in einer Druckkabine, die sich über zwei Ebenen verteilte. Oben, unter der durchsichtigen Kabinenhaube, saßen der erste Pilot und der Kopilot nebeneinander. Darunter und dahinter arbeiteten in einem fast fensterlosen Abteil die anderen drei: der Radarnavigator, der Planungsnavigator (verantwortlich für Koppelnavigation und Kartenführung) und der Bordelektronikoffizier, bekannt unter dem englischen Kürzel AEO.
Blick nach hinten
Die drei Besatzungsmitglieder der unteren Ebene saßen mit Blick nach hinten, also zum Heck des Flugzeugs, vor ihren Radar-, Navigations- und Störkonsolen.
Der große Unterschied: wie man aus dem Flugzeug kommt
Die Ausrichtung der Sitze hatte eine ernstere Folge als bloße Unbequemlichkeit. Die beiden Piloten hatten Martin-Baker-3K-Schleudersitze (3KS beim B.2), die drei hinteren Besatzungsmitglieder jedoch nicht: Im Notfall mussten sie das Flugzeug durch die Besatzungseinstiegstür verlassen. Die ursprüngliche Spezifikation B.35/46 forderte eine abtrennbare Besatzungskabine, doch diese Anforderung wurde in einer späteren Änderung gestrichen, und die Frage der Rettung der hinteren Besatzung begleitete den Vulcan während seiner gesamten Dienstzeit.
Ein späteres Avro-Projekt von Oktober 1960 schlug vor, den vorderen Rumpf zu verlängern, um sechs Besatzungsmitglieder unterzubringen, alle mit Blick nach vorne und alle auf Schleudersitzen, kam aber nie über das Papier hinaus.
Der erste Prototyp flog am 30. August 1952, und die RAF erhielt ihren ersten Vulcan B.1 im September 1956.
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