Variante der Tupolev Tu-95

Tupolev Tu-95 Tu-95RTs

Bear-D für See-Seeaufklärung und Patrouille: ohne Bombenschacht, mit einem großen Big-Bulge-Suchradar zur Zielzuweisung für Flugkörper von Schiffen, U-Booten und Flugzeugen.

Eintrag zur Tupolev Tu-95

Bild folgt
21. September 1962
Erstflug
40
Gebaute Exemplare

Geschichte

In den frühen Sechzigerjahren auf der Zelle des schweren Bombers entwickelt, aber von Anfang an als Seeaufklärungsflugzeug konzipiert, absolvierte die Tu-95RTs ihren ersten Erprobungsflug im September 1962 und ging 1963 in Serienproduktion. Sie begann 1964 bei der Marineluftfahrt zu fliegen, wurde im Frühjahr 1966 in den operativen Bestand aufgenommen, und der westliche Nachrichtendienst identifizierte sie erstmals 1967. Erkennbar ist sie am vergrößerten Kinnradom und am voluminösen Big-Bulge-Suchradar im I-Band, das an der Stelle des früheren Waffenschachts eingebaut wurde: Es lieferte die Mittelphasenlenkung und Zielerfassung für Flugkörper, die von Schiffen, U-Booten und Flugzeugen abgefeuert wurden, darunter die P-6 Progress (Shaddock) sowjetischer U-Boote. Sie führte niemals Luft-Boden-Bewaffnung mit: Ihr fehlten Bombenschacht, äußere Aufhängungsträger und die Steuerausrüstung für solche Waffen, dafür kamen dreidimensionale Radome unter dem Rumpf und an den Seiten hinzu. Mitte 1991 meldete die Sowjetunion 37 Maschinen, alle auf Marineflugplätzen stationiert; die zwölfte vereinbarte Erklärung von START II befreite sie davon, als alte schwere Bomber gezählt zu werden. Um 1994 glaubte man, dass noch etwa fünfzehn im Dienst standen. Ihre von Bordjägern eskortierte Silhouette ist eine der visuellen Ikonen des Kalten Krieges.