Junkers F13 „Die Rückkehr einer Legende“ - Flugzeug DOKUMENTATION 100min Deutsch

AHTVFILM · 2. November 2017 · 1:39:57 · Deutsch · Dokumentation

Video des Kanals AHTVFILM über Junkers F 13, verlinkt auf der zugehörigen Seite von Above Ten Thousand. Dauer: 1:39:57. Sprache: Deutsch. Videotyp: Dokumentation.

Worum es geht

Die Dokumentation, in deutscher Sprache, begleitet den Bau eines flugfähigen Nachbaus der Junkers F 13 von Anfang bis Ende: die Archivrecherche, den Bau der Zelle, die öffentliche Präsentation, die Erprobung und den offiziellen Erstflug. Bernd Huckenbeck, Projektleiter, hatte die Idee 2009. Dieter Morszeck, Chef von Rimowa, finanzierte das Projekt und flog bei der Premiere im offenen Cockpit mit.

Historischer Hintergrund

Die F 13 war das erste vollständig aus Metall gebaute Verkehrsflugzeug. Sie flog erstmals am 25. Juni 1919, bei einem sechsminütigen Flug. Laut Erzähler leitete Otto Reuter den Entwurf. Die Passagiere reisten in einer geschlossenen, beheizten Kabine, während Pilot und Mechaniker im Freien saßen. Im September 1919 erreichte sie einen Höhenrekord von rund 6.700 m, und bis 1931 wurden 350 Exemplare gebaut. Heute sind fünf in Museen erhalten, keines flugfähig. Junkers benannte seine ersten Flugzeuge nach seinen Töchtern und später nach Vögeln; diesem Brauch folgend wurde der Nachbau „Annelise 2" getauft. Hans-Walter Bender, 93 Jahre alt, erzählt, dass er 1929 mit sechs und einem halben Jahr in einer F 13 flog: ein halbstündiger Rundflug mit vier Passagieren, der 5 Reichsmark kostete.

Hervorzuhebende Fakten

Huckenbeck wertete Bestände des Deutschen Museums und schwedische Dokumente zur F 13, der W 33 und der W 34 aus. Dominik Kälin, 28 Jahre alt, baute die Zelle in Oberndorf im Schwarzwald. Er presste das gewellte Duraluminiumblech von Hand und stützte sich auf den Laserscan einer F 13 aus dem Museum von Le Bourget. Der Nachbau hat einen neuen 450-PS-Sternmotor von Pratt & Whitney, 220-Liter-Tanks in jedem Flügel und moderne Instrumente zur Zertifizierung. Die 35.000 provisorischen Schrauben wurden durch Nieten ersetzt. Der Nachbau wurde in Dübendorf, in einem Hangar von Ju-Air, fertiggestellt. Er wurde auf der EAA AirVenture in Oshkosh vorgestellt, die mehr als 800.000 Besucher zählte, und posierte dort neben einem A350. Im September 2015 kehrte er mit dem Schiff nach Dübendorf zurück für die Bodenerprobung. Die Leermasse der Zelle beträgt 558 kg. Jeder Sitz wurde mit 300 kg getestet und die Steuerung mit Sandsäcken, und die Ruderausschläge wurden mit den Daten von 1919 verglichen. Danach folgten Rollversuche mit Testpilot Oliver Bachmann im Hinblick auf die Zulassung durch das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt. Am 15. September 2016, nach vier Jahren Recherche und drei Jahren Bau, hob sie von einer Graspiste vor rund 300 Zuschauern ab und überflog den Greifensee. Zu den Gästen zählten der Enkel von Hugo Junkers und der Astronaut Ulf Merbold.