Variante der Hawker Siddeley Harrier
Hawker Siddeley Harrier Harrier GR.1
Erste Serienversion der Harrier: ein einsitziges Erdkampf- und Aufklärungsflugzeug für die Royal Air Force, direkt vom Kestrel der Dreiländerbewertung und dem P.1127-Programm abgeleitet. Der Erstflug fand am 28. Dezember 1967 statt, und im April 1969 wurde die Maschine bei der No. 1 Squadron auf RAF Wittering in Dienst gestellt – damit wurde sie der weltweit erste einsatzbereite V/STOL-Serienjagdbomber. Angetrieben wurde sie vom Rolls-Royce Pegasus Mk 101 und trug das Trägheitsnavigations- und Angriffssystem Ferranti FE541. Die überlebenden Maschinen wurden später auf den Standard GR.1A und schließlich auf den GR.3 umgerüstet.
Eintrag zur Hawker Siddeley Harrier
- 28. Dezember 1967
- Erstflug
- 1.900 km
- Reichweite
Geschichte
Vom P.1127 zum Serienflugzeug
Die Konstruktionsarbeit am P.1127 begann 1957 formell unter der Leitung von Sydney Camm, Ralph Hooper (Hawker) und Stanley Hooker (Bristol Engine Company). Die enge Zusammenarbeit zwischen Zellen- und Triebwerkshersteller ermöglichte es, die Entwicklung trotz technischer Hindernisse und politischer Wechselfälle fortzusetzen. Der Erstflug der Prototypen erfolgte im Oktober 1960. Nach der Streichung des Überschallprogramms P.1154 entschied sich die britische Regierung Mitte der sechziger Jahre für eine vom Kestrel abgeleitete Erdkampfversion: die Harrier GR.1.
Indienststellung
Der GR.1 flog erstmals am 28. Dezember 1967. Die No. 1 Squadron, die erste mit dem Typ ausgerüstete RAF-Einheit, begann im April 1969 mit der Umschulung auf RAF Wittering. Der zugewiesene Auftrag umfasste engen Luftnahunterstützung, Aufklärung und Erdkampf, wobei die Fähigkeit genutzt wurde, von verstreuten Standorten ohne Startbahn aus zu operieren.
Das Transatlantikrennen von 1969
Eine der ersten öffentlichen Vorführungen ihrer Fähigkeiten war die Teilnahme zweier Maschinen am Daily Mail Transatlantic Air Race im Mai 1969, zwischen dem Bahnhof St Pancras (London) und dem Zentrum von Manhattan, mit Luftbetankung. Die gesamte Strecke zwischen dem Post Office Tower und dem Empire State Building wurde in 6 Stunden und 11 Minuten zurückgelegt, wovon 5 Stunden und 57 Minuten auf den eigentlichen Flug entfielen.
Stationierung in Deutschland
1970 wurden auf dem Stützpunkt Wildenrath in Westdeutschland zwei Harrier-Staffeln aufgestellt, zwei Jahre später kam eine dritte hinzu. 1977 wurden die drei Einheiten nach Gütersloh vorverlegt, näher an die im Kriegsfall in Europa zu erwartende Frontlinie. Von improvisierten, getarnten Stützpunkten aus sollten sie von Osten anrückende Panzerkolonnen angreifen.
Ende der Variante
Die GR.1 war eine Zwischenstufe: Die RAF rüstete einen Teil der Flotte mit einem stärkeren Pegasus aus (Standard GR.1A) und brachte schließlich alle Maschinen auf den Standard GR.3, mit verlängertem Bug, Laserzielgerät und elektronischen Gegenmaßnahmen.