Variante der Focke-Wulf Fw 190
Focke-Wulf Fw 190 F-8
Vom Jäger A-8 abgeleitete Schlachtflugzeug-Version und die wichtigste der F-Serie: MG 131 über dem Motor, MG 151/20 in den Flügelwurzeln, ventraler ETC 501, vier ETC 50 unter den Tragflächen und 360 kg Panzerung.
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Geschichte
Die Fw 190 F-8 war die wichtigste Schlachtflugzeug-Version der Fw-190-Familie. Das National Air and Space Museum (NASM) der Smithsonian beschreibt sie als die wichtigste Variante der gesamten F-Serie, und die deutsche Wikipedia erklärt, warum sie diese Stellung einnahm: Die Untertypen F-4 bis F-7 kamen nicht über die Erprobungsphase hinaus, sodass die F-8 nach der F-3 die nächste in großer Serie gefertigte Untervariante war.
Die F-8 basierte auf der Zelle des Jägers Fw 190 A-8. Deshalb wichen die beiden 7,92-mm-MG 17, die frühere Versionen über dem Motor trugen, zwei 13-mm-MG 131 mit je 475 Schuss, die zu den beiden 20-mm-Bordkanonen MG 151/20 in den Flügelwurzeln hinzukamen. Für die Angriffsbewaffnung trug sie einen ETC 501 in der Rumpfachse und vier ETC 50 unter den Tragflächen, wobei die englische Wikipedia diese letzte Angabe als beleglos kennzeichnet. Laut derselben Quelle erhielt der Motor eine leicht veränderte Einspritzung im Verdichter, die es erlaubte, die Leistung in niedrigen Höhen für mehrere Minuten zu steigern – genau der Bereich, in dem ein Schlachtflugzeug operiert; Military Factory fasst dies als einen für bessere Leistung in niedriger Höhe überarbeiteten Verdichter zusammen und ergänzt eine Verbesserung der Funkausrüstung.
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Das NASM betont, dass die F-Serie mit besonderem Augenmerk auf Erdkampfeinsätze konzipiert wurde, die aus den Erfahrungen der Ostfront hervorgegangen waren, wo der luftgekühlte Sternmotor und das breitspurige Fahrwerk der Fw 190 gut für raue Bedingungen geeignet waren. Das Flugzeug trug 360 kg Panzerung, mit Stahlplatten hinter dem Kopf des Piloten, an der Unterseite der Motorverkleidung und an den Klappen der Fahrwerksschächte. Die deutsche Wikipedia ergänzt zwei für die F-8 typische Änderungen: Um das steigende Startgewicht auszugleichen, wurde die Flügelstruktur im Bereich des Fahrwerks verstärkt, und ein Teil der Produktion erhielt eine neue gewölbte Kabinenhaube, die dem Piloten mehr Bewegungsfreiheit gab und die für Erdkampfeinsätze entscheidende Sicht nach unten verbesserte; eine spätere Version der Familie übernahm diese von der F-8 stammende Haube serienmäßig. Ab den Versionen F-8 und F-9 beteiligten sich die Norddeutschen Dornier-Werke in erheblichem Umfang an der Fertigung.
Wie bei der gesamten Familie üblich, ließ sich die F-8 mit Umrüstsätzen und Umbauten anpassen. Mit werksseitig gelieferten Sätzen konnten Frontverbände diese Flugzeuge für Kombinationen aus schweren Kanonen, Bomben, Raketen und sogar Torpedos ausrüsten. Die englische Wikipedia beschreibt die F-8/U1 als Jabo mit großer Reichweite mit V.Mtt-Schloß-Aufhängungen unter den Tragflächen für zwei genormte 300-Liter-Abwurfbehälter und ETC 503-Halterungen, die es ihr erlaubten, unter jeder Tragfläche eine SC 250-Bombe und eine weitere in der Achse zu tragen. Die F-8/U2 war ein Torpedo-Prototyp mit je einem ETC 503 unter jeder Tragfläche, einem ventralen ETC 504 und der Zielvorrichtung TSA 2 A, gedacht für Angriffe auf Seeziele mit dem 700 kg schweren BT 700; die F-8/U3 war ein Schwertorpedoflugzeug mit ETC 502-Halterung für den 1.400 kg schweren BT 1400; und die F-8/U4 war ein Nachtbomber mit Flammendämpfern an den Auspuffrohren, Funkhöhenmesser FuG 101, Autopilot PKS 12 und Zielgerät TSA 2 A. Die F-8/R3 blieb Projekt, mit zwei 30-mm-Bordkanonen MK 103 unter den Tragflächen; die deutsche Wikipedia bringt diese Panzerabwehrbewaffnung mit den Erprobungsflugzeugen A-5/U11 in Verbindung. Es handelt sich um Umbauten und Umrüstsätze ein und derselben Variante, nicht um eigenständige Varianten.
Keine der konsultierten Quellen nennt eine ausschließlich auf die F-8 bezogene Produktionszahl. Die deutsche Wikipedia liefert nur eine gemeinsame Angabe: Zwischen Dezember 1944 und März 1945 lieferte die Industrie der Luftwaffe 1363 Schlachtflugzeuge der Versionen F-8 und F-9, ohne beschädigte und zerstörte Maschinen mitzuzählen.
Zwischen 1943 und 1945 flogen die Schlachtgeschwader 1, 2, 3, 4, 5 und 10 vor allem die Fw 190, und die Umstellung der früheren Stukageschwader auf die Focke-Wulf bedeutete eine erhebliche Verstärkung der Luftwaffe an der Ostfront, da das Flugzeug nach dem Abwurf seiner Last als Jäger kämpfen konnte. Das NASM relativiert das Endergebnis: Die deutsche Industrie konnte nicht gleichzeitig genug Jäger und Schlachtflugzeuge bauen, und im Herbst 1944 konnten die mit Fw 190 ausgerüsteten Schlachtgeschwader nur noch Angriffe mit sehr begrenzter Reichweite gegen die von Osten und Westen vorrückenden alliierten Armeen fliegen. Am 8. November 1944 übergab Deutschland sechzehn Fw 190 F-8 zu Ausbildungszwecken an die Königlich Ungarische Luftwaffe, und später übertrug die Luftwaffe F-8 und F-9 an ungarische Verbände. Im Mistel-Programm diente eine Kombination aus einer unbewaffneten Fw 190 F-8 ohne Flügelbewaffnung, montiert auf einer Junkers Ju 88, zur Ausbildung der Piloten.
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Das im Steven F. Udvar-Hazy Center ausgestellte und als F-8/R1 katalogisierte Exemplar des NASM lief Ende 1943 als A-7-Jäger mit der Werknummer 640069 vom Band. Nach Beschädigungen im Einsatz wurde es als F-8 wiederaufgebaut: Es erhielt eine neue Tragfläche mit Bombenhalterungen und Panzerung rund um und unter dem Cockpit sowie die Werknummer 931884. Es flog Ende 1944 an der Ostfront, wahrscheinlich beim in Ungarn stationierten SG 2. Im Juni 1945 wurde es in Cherbourg auf den britischen Flugzeugträger HMS Reaper in Richtung Vereinigte Staaten verladen, erhielt in Freeman Field (Indiana) den Code FE-117, flog dort nie und ging 1949 an die Smithsonian über. Bei der Restaurierung zwischen 1980 und 1983 kamen mindestens drei Tarnschemata zutage, und heute trägt es die Kennzeichnung des SG 2 vom Oktober 1944. Die Liste erhaltener Exemplare der englischen Wikipedia führt außerdem die 930838 im Luftfahrtmuseum Belgrad, die 584219, eine F-8/U1 im RAF Museum London, sowie die 931862 an, die für die Collings Foundation flugfähig restauriert wird.
Multimedia
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