Variante der Douglas DC-2

Douglas DC-2 XC-32

Die einzige DC-2, die das US Army Air Corps zur Erprobung als 14-sitziger VIP-Transporter beschaffte; später der fliegende Gefechtsstand von General Andrews.

Eintrag zur Douglas DC-2

Douglas DC-2 XC-32
Douglas C-32 (XC-32) auf dem Langley Field, nahe den Basisgebäuden, 1937
1
Gebaute Exemplare
14
Passagiere

Geschichte

Die XC-32 war die erste Douglas DC-2, die das United States Army Air Corps unmittelbar käuflich erwarb, und mit ihr hielt der zweimotorige Douglas förmlich Einzug in den Bestand des US-Militärs. Douglas baute sie unter der Werksbezeichnung DC-2-153: ein einzelnes Flugzeug, mit dem das Muster als 14-sitziger VIP-Transporter erprobt werden sollte. Angetrieben wurde es von zwei Wright R-1820-25 Cyclone Sternmotoren mit je 750 PS (560 kW), derselben Cyclone-Familie, die auch die DC-2 der Fluggesellschaften antrieb, und im Kern handelte es sich um eine Serien-DC-2: Der einzige nennenswerte Unterschied zum zivilen Standardmuster mit Cyclone-Triebwerken war der Einbau militärischer Funk- und Bordgeräte.

Der Kauf erschließt sich am besten im Zusammenhang. Die DC-2 hatte ihren Erstflug am 11. Mai 1934 mit dem Douglas-Testpiloten Carl Cover am Steuer absolviert, und TWA, der erste Kunde, bestellte zwanzig Maschinen. Der kommerzielle Erfolg stellte sich sofort ein: Bis Juni 1934 lagen Bestellungen über 75 Flugzeuge von Fluggesellschaften in den Vereinigten Staaten und im Ausland vor, und bis September 1935 war die Gesamtzahl auf 110 gestiegen, wobei Douglas alle drei Tage ein Flugzeug fertigstellte. Neben den Verkehrsflugzeugen kauften die US Army und die Navy DC-2 für den eigenen Bedarf: Die militärischen Auslieferungen begannen 1935 mit den C-32 und C-32A des Army Air Corps, gefolgt von der R2D-1 der Navy und des Marine Corps. Im Liniendienst bot die DC-2 zwölf oder vierzehn Passagieren Platz, und vierzehn war auch die übliche Zahl der ausgerüsteten Soldaten, die die militärischen Ausführungen beförderten.

Das 1936 vom Air Corps beschaffte Flugzeug erhielt die Bezeichnung XC-32, wobei das Experimentalpräfix seine Rolle als Erprobungsmaschine widerspiegelte. Ab 1935 war es auf dem Bolling Field in Washington DC stationiert, wo es von hohen Offizieren genutzt wurde; eine Fotografie belegt es zudem 1937 auf dem Langley Field. Seine bekannteste Verwendung kam später: General Frank M. Andrews nutzte es als fliegenden Gefechtsstand. Im März 1935 war Andrews vom Generalstabschef der Army, Douglas MacArthur, zum Befehlshaber der neu aufgestellten General Headquarters (GHQ) Air Force ernannt worden, die erstmals sämtliche taktischen Verbände des Air Corps unter einem einzigen Kommandeur zusammenfasste; die Army beförderte ihn zum Brigadegeneral und, keine zwölf Monate später, zum Generalmajor. Andrews war außerdem ein lautstarker Verfechter des viermotorigen schweren Bombers und insbesondere der B-17 Flying Fortress, deren Beschaffung in großer Stückzahl als Standardbomber der Army er befürwortete. Ein schneller, moderner Transporter wie die XC-32 passte zum Wesen eines über Stützpunkte im ganzen Land verteilten Kommandos.

Die XC-32 eröffnete eine Familie militärischer DC-2-Ableitungen. Die Bezeichnungen C-32 und C-32A wurden in der Folge auf die vierundzwanzig zivilen DC-2-Verkehrsflugzeuge angewandt, die das Kriegsministerium nach dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg beschlagnahmte, darunter fünf bereits von der British Purchasing Commission gekaufte Maschinen; nicht alle wurden tatsächlich militärisch genutzt, und viele wurden während des gesamten Krieges von zivilen Fluggesellschaften betrieben. Diese C-32A unterschieden sich von der DC-2 allein durch die militärische Funkausrüstung. Ebenfalls von der C-32 abgeleitet war die C-33 (DC-2-145), ein Frachttransporter mit denselben R-1820-25 zu 750 PS, vergrößertem Seitenleitwerk, verstärktem Kabinenboden und einer großen Frachttür im hinteren Rumpf, von der achtzehn Stück gebaut wurden; ferner die beiden für den Kriegsminister beschafften YC-34 (DC-2-173 und DC-2-346), im Grunde der XC-32 ähnlich und von der 1st Staff Squadron auf dem Bolling Field betrieben, bevor sie in C-34 umbenannt wurden; sowie die R2D-1 von Navy und Marine Corps, gleichfalls der XC-32 ähnlich, jedoch mit R-1820-12 zu 710 PS. Die erste C-33 wurde mit einem Leitwerk nach Art der DC-3 und R-1820-45 zu 975 PS umgebaut und wurde so zur einzigen C-38, dem Prototyp der fünfunddreißig C-39, die die Baureihe abschlossen.

Insgesamt war die XC-32 eher ein Erprobungsflugzeug als ein Einsatzmuster: eine einzelne Maschine, die bewies, dass die DC-2 als Stabstransporter taugte, und die der gesamten Reihe C-32/C-32A ihren Namen gab. Die herangezogenen Quellen halten weder das endgültige Schicksal des Flugzeugs noch die Einzelheiten seiner späteren Dienstlaufbahn fest.