Variante der Douglas DC-2

Douglas DC-2 R2D-1

Bezeichnung der US Navy und des Marine Corps für fünf serienmäßige DC-2 (drei DC-2-125 und zwei DC-2-142), die 1934-1935 als Stabstransporter beschafft wurden.

Eintrag zur Douglas DC-2

Douglas DC-2 R2D-1
Douglas R2D-1 in North Island
5
Gebaute Exemplare
14
Passagiere

Geschichte

Die R2D-1 war die Bezeichnung, unter der die United States Navy die ersten Douglas DC-2 in den amerikanischen Militärdienst übernahm. Anfang 1934 stützte sich die Marinefliegerei beim Personentransport noch auf Muster wie die zweimotorige Curtiss R4C-1 Condor und die Ford JR und RR Tri-Motor, im Vergleich zur neuen Generation von Ganzmetall-Eindeckern betagte und unwirtschaftliche Maschinen. Die DC-2, erstmals am 11. Mai 1934 geflogen, war aus der Forderung von TWA hervorgegangen, den Rumpf der DC-1 von 12 auf 14 Sitze zu strecken, und bot der Navy eine moderne Zelle ohne jeden Entwicklungsaufwand. Die Navy bestellte fünf Flugzeuge in zwei verschiedenen Baureihen und bezeichnete sie alle als R2D-1: Die ersten drei waren DC-2-125, ausgeliefert im November und Dezember 1934 (zwei an die Navy und eine an das Marine Corps), die letzten beiden DC-2-142, ausgeliefert im September 1935, erneut je eine an jede Teilstreitkraft. Die Zusätze -125 und -142 kennzeichneten die Innenausstattung und weitere geringfügige Unterschiede zwischen den DC-2-Bauserien.

Technisch war die R2D-1 eine serienmäßige DC-2: ein zweimotoriger Tiefdecker, vollständig aus Alclad-Aluminiumlegierung gebaut mit Ausnahme der stoffbespannten Ruderflächen mit Metallgerüst, mit in die Motorgondeln einziehbarem Hauptfahrwerk (etwa ein Drittel des Reifens blieb als Vorsorge für eine Bauchlandung frei liegend) und einem voll schwenkbaren, aber nicht einziehbaren Spornrad. Alle fünf Flugzeuge wurden von zwei neunzylindrigen Wright R-1820-12 Cyclone Sternmotoren angetrieben, die dreiblättrige Hamilton-Standard-Verstellpropeller drehten. Die Quellen widersprechen sich bei der Leistungsangabe: Wikipedia nennt 710 PS (530 kW), der Historiker Jack McKillop 750 PS; History of War führt 710 PS an, nennt jedoch die Untervariante R-1820-10. Nach McKillop wog das Flugzeug leer 12.408 lb (5.620 kg) und beladen 18.200 lb (8.255 kg), erreichte 210 mph (338 km/h), flog in 8.000 ft (2.438 m) mit 190 mph (306 km/h) Reisegeschwindigkeit, hatte eine Dienstgipfelhöhe von 22.450 ft (6.840 m) und führte 510 US-Gallonen (1.931 Liter) Kraftstoff mit. Wikipedia beschreibt sie als Transporter, der "der XC-32 ähnlich" sei, jener vom Army Air Corps erprobten DC-2, von der sich die Maschinen der Navy allein durch das Bezeichnungssystem unterschieden.

Douglas DC-2 R2D-1
Douglas R2D-1 der NAS Anacostia im Flug

Die Einsatzgeschichte der fünf Flugzeuge ist über ihre Bureau Numbers belegt. BuNo 9620 (DC-2-125, Werknummer 1325) wurde am 26. November 1934 ausgeliefert und der Naval Air Station Anacostia in Washington, D.C. zugewiesen, wo sie bis zu ihrer Verlegung nach Pensacola, Florida, am 8. Februar 1938 verblieb; sie wurde am 21. Oktober 1941 zerstört und am 31. Januar 1942 aus dem Bestand gestrichen. BuNo 9621 (Werknummer 1326) wurde am 21. Dezember 1934 an das Marine Corps in Quantico, Virginia, übergeben und der Marine Utility Squadron VJ-6M zugeteilt, die am 1. Juli 1937 in VMJ-1 umbenannt wurde; sie durchlief Pensacola und Norfolk, bevor sie am 31. Juli 1940 ausgemustert wurde. BuNo 9622 (Werknummer 1327) traf am 12. Dezember 1934 auf der NAS San Diego ein und ging im Januar 1941 verloren: Laut Wikipedia prallte sie am 4. Januar 1941 gegen den Mother Grundy Peak, 27 Meilen östlich von North Island, wobei alle elf Insassen ums Leben kamen, während McKillop den Absturz auf den 31. Januar datiert. BuNo 9993 (DC-2-142, Werknummer 1404) wurde am 7. September 1935 nach Anacostia ausgeliefert, wechselte 1939-1940 zwischen Anacostia und Pensacola, wurde am 28. August 1944 aus dem Bestand gestrichen und flog nach dem Krieg bei zivilen Betreibern. BuNo 9994 (Werknummer 1405) ging am 28. September 1935 an die Marines in Quantico, diente bei VJ-6M/VMJ-1, ab dem 15. November 1939 bei der 1st Marine Aircraft Group und ab dem 15. April 1940 beim Base Air Detachment Two (BAD-2) in San Diego, kehrte 1942 nach Quantico und Norfolk zurück und wurde am 5. August 1943 außer Dienst gestellt.

Über den Stabstransport hinaus spielten die beiden R2D-1 der VMJ-1 eine besondere Rolle: Mit ihnen wurden die ersten Fallschirmjäger des Marine Corps ausgebildet, bis Douglas R3D und R4D verfügbar wurden. Mit nur fünf Zellen war die R2D-1 der unmittelbare Vorläufer der langen Reihe von Douglas-Transportern in der US-Marinefliegerei, und keines der fünf Flugzeuge überdauerte im militärischen Bestand das Jahr 1944.

Multimedia

Douglas DC-2 R2D-1
Douglas R2D-1 der NAS Anacostia im Flug
Douglas DC-2 R2D-1
Douglas R2D-1 in Langley (1940)
Douglas DC-2 R2D-1
Douglas R2D-1 Bu No. 9622, NAS San Diego, am Flughafen Burbank, um 1939
Douglas DC-2 R2D-1
Douglas R2D-1 (DC-2 der US Navy) im Jahr 1936
Douglas DC-2 R2D-1
Douglas R2D-1 (SDASM #00031832)