Variante der Boeing 377 Stratocruiser

Boeing 377 Stratocruiser 377-10-26S Super Stratocruiser

Zehn 377-10-26 von Pan American, die mit leistungsstärkeren Triebwerken und zusätzlichem Kraftstoff nachgerüstet wurden, um nonstop von New York nach London zu fliegen. Sie bedienten den reinen First-Class-Flug 100, bis die Boeing 707 sie im November 1958 ablöste.

Eintrag zur Boeing 377 Stratocruiser

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Geschichte

Zehn Stratocruiser für die Atlantiküberquerung ohne Zwischenlandung

Die 377-10-26S verließ Boeings Fertigungslinie nicht als solche: Es ist die Bezeichnung für zehn 377-10-26 von Pan American World Airways, die für die Transatlantikflüge der Gesellschaft mit leistungsstärkeren Triebwerken und größerer Kraftstoffkapazität nachgerüstet wurden. Pan Am nannte sie „Super Stratocruiser“, die einzige eigene Handelsbezeichnung innerhalb der 377-Familie.

Die Ausgangsflotte

Pan Am war der Erstkunde der Stratocruiser gewesen. Am 29. November 1945 bestellte die Gesellschaft 20 Flugzeuge für 24,5 Millionen Dollar, den damals größten kommerziellen Flugzeugauftrag der Geschichte. Zu diesen 20 Flugzeugen der Version 377-10-26 kamen der auf denselben Standard gebrachte und an die Fluggesellschaft verkaufte Prototyp 377-10-19 sowie sechs Flugzeuge aus der Übernahme von American Overseas Airlines, sodass die Flotte 27 Stratocruiser umfasste. Die Gesellschaft flog den Typ seit dem 1. April 1949. Die zehn „Supers“ stammten aus dieser Flotte.

Was sich änderte

Die Quellen stimmen im Zweck überein — mehr Kraftstoff, um New York und London nonstop zu verbinden —, nicht aber in der Zahl. Das Magazin Aviation History vermerkt, dass die Standard-377 etwa 29,5 m³ Kraftstoff in Nylonblasen in den Tragflächen mitführte und dass Pan Am bei zehn ihrer Flugzeuge Kapazität für weitere 360 Gallonen (etwa 1,4 m³) hinzufügte. Die Sammlung von Pan-Am-Postkarten auf ovi.ch spricht dagegen von zusätzlichen 450-Gallonen-Tanks (etwa 1,7 m³) und ergänzt, dass sie Nonstop-Flüge von New York nach London und nach Paris ermöglichten. Die spanischsprachige Wikipedia gibt für die Super Stratocruiser eine Reichweite von 7.360 km an, gegenüber 6.760 km beim Grundmodell.

Keine der herangezogenen Quellen gibt an, welches Triebwerk oder welche Triebwerksleistung diese zehn Flugzeuge erhielten. Unabhängig von dieser Modifikation vermerkt die spanische Wikipedia, dass die gesamte Flotte von Pan Am später mit Turboladern General Electric CH-10 ausgerüstet wurde, die jedem Triebwerk zusätzliche 50 hp verliehen; diese Verbesserung betraf alle Stratocruiser der Gesellschaft, nicht nur die „Supers“. Die 377 war außerdem das erste Verkehrsflugzeug mit Unterflügel-Druckbetankung, auch wenn das Füllen der Standardtanks noch immer etwa zweieinhalb Stunden dauerte.

Flug 100

Die Super Stratocruiser waren der prestigeträchtigsten Strecke von Pan Am vorbehalten, New York–London, mit Flug 100 in Hinrichtung und 101 in Gegenrichtung. Im Flugplan vom Juni 1954 war Flug 100 eine Boeing 377, die täglich um 16 Uhr von Idlewild abflog und am nächsten Tag um 9:30 Uhr in London ankam; freitags wurde „The President Special“ angeboten, angepriesen als „das Nonplusultra an Luxusservice“, mit Sleeperette-Sesseln, die sich bis zur Bettlänge zurücklehnen ließen, „President Staterooms“ mit Schlafkojen, besonderem Speiseservice und zusätzlichen Kabinenbegleitern.

In den Flugplänen vom April und Juli 1956 ist der reine First-Class-Flug 100 bereits mit einer Boeing 377 Super Stratocruiser zwischen New York und London aufgeführt, wo er Anschluss an den Weltumrundungsflug 6 hatte. Der Flugplan vom Oktober 1957 beschreibt das Fluggerät als speziell konfigurierte Boeing 377 mit der Bezeichnung „Super Stratocruiser“, mit „The President Special“ freitags. Postkarten jener Zeit bewarben „The President“ und „The President Special“ nach Europa als den luxuriösesten Flugdienst der Welt, mit einer Club-Lounge auf dem Unterdeck.

Der Jet übernimmt

Der ab dem 26. Oktober 1958 gültige Flugplan enthielt den ersten Jetdienst: Flug 100 wechselte auf eine Boeing 707, die um 10 Uhr in New York abflog und um 21:35 Uhr in London landete. Der Jet nahm den Betrieb am 16. November auf; am Tag zuvor, dem 15. November, wurde der reine First-Class-Dienst der Super Stratocruiser eingestellt. Laut der Sammlung auf ovi.ch wurde der letzte Stratocruiser von Pan Am am 18. Dezember 1960 ausgemustert; die englische Wikipedia datiert die Ausmusterung des Typs bei der Gesellschaft auf 1961.

Was nicht bekannt ist

Die herangezogenen Quellen nennen weder die Kennzeichen der zehn Flugzeuge noch das genaue Datum ihrer Modifikation, und sie sagen nichts darüber, was nach Flug 100 aus ihnen wurde. Eine Werbepostkarte von Pan Am bewarb zudem „Super Strato Clippers“ auf Verbindungen nach Alaska und in den Yukon, ohne klarzustellen, ob es sich um dieselben Flugzeuge handelte.