Variante der Boeing 247
Boeing 247D
Verbesserte Version der Boeing 247 mit Hamilton-Standard-Verstellpropellern, NACA-Hauben, Wasp-S1H1-G-Motoren und normal geneigter Frontscheibe. Das erste Serienexemplar nahm 1934 mit Roscoe Turner und Clyde Pangborn am MacRobertson-Rennen teil und steht heute im Smithsonian; frühere 247 wurden auf diesen Standard umgebaut.

- 5. September 1934
- Erstflug
- 14
- Gebaute Exemplare
- 1.199 km
- Reichweite
- 10
- Passagiere
Geschichte
Eine Antwort auf Douglas
Die ursprüngliche Boeing 247 flog erstmals am 8. Februar 1933 und nahm am 22. Mai desselben Jahres mit den Fluggesellschaften der United-Gruppe den transkontinentalen Dienst auf, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 182 mph (etwa 293 km/h). Doch die Weigerung, das Flugzeug an andere Gesellschaften zu verkaufen, trieb TWA zu Douglas, und das Ergebnis war die DC-Reihe, die die 247 fast ebenso schnell veralten ließ, wie die 247 die Trimotoren hatte veralten lassen. Boeing versuchte mit der 247D zu antworten, einer verbesserten Version, die laut dem National Air and Space Museum eine Höchstgeschwindigkeit von 322 km/h erreichte und mit etwa 304 km/h reiste.
Die Verbesserungen waren zuerst an der 247E erprobt worden, der ersten Model 247, die Boeing als Versuchsträger nutzte. Die entscheidende Änderung waren die Hamilton-Standard-Verstellpropeller, die laut Wikipedia einen Gewinn von 11 km/h brachten und Start und Flugleistung mit einem Triebwerk verbesserten. Die Townend-Speed-Ringe der 247 und 247A wichen NACA-Hauben, und die Motoren wurden zu Pratt & Whitney R-1340 Wasp S1H1-G, die ihre Leistung in größerer Höhe behielten: 550 hp beim Start laut Smithsonian und Museum of Flight, 500 hp (370 kW) in 2.400 m Höhe laut den von Wikipedia zitierten Boeing-Daten. Das Smithsonian schreibt dieser Version außerdem die Pionierleistung bei den Flügel-Enteisungsmanschetten zu.

Auch der sichtbarste Mangel des Originals wurde behoben: Die nach vorn geneigte Frontscheibe, die Spiegelungen der Instrumentenbeleuchtung im Glas verhindern sollte, spiegelte bei Landungen stattdessen die Lichter am Boden und erhöhte den Luftwiderstand. Bei der 247D wurde sie wieder nach hinten geneigt, und die Blendung wurde mit einem Blendschutz über dem Instrumentenbrett beseitigt. Die Verbesserungen wurden später an den meisten bereits ausgelieferten 247 nachgerüstet und brachten sie auf den Standard D; das herangezogene Material erlaubt keine Aufteilung in neu gebaute 247D und Umbauten.
Das MacRobertson-Rennen
Die erste Serien-247D flog am 5. September 1934. Roscoe Turner mietete sie von United, baute die Passagierausstattung aus und installierte acht zusätzliche Rumpftanks für das MacRobertson, das Rennen von England nach Australien. Mit Turner, Clyde Pangborn und Reeder Nichols an Bord und der Rennnummer 57 startete sie am 20. Oktober 1934 in Mildenhall und erreichte Melbourne 92 Stunden, 55 Minuten und 30 Sekunden später, nachdem sie 18.180 km zurückgelegt hatte. Sie wurde Dritte in der Gesamtwertung und Zweite in der Transportklasse, hinter der siegreichen de Havilland DH.88 Comet und der Douglas DC-2 von KLM; laut Smithsonian wäre sie ohne Motorprobleme und einen dreistündigen Navigationsfehler vielleicht Zweite geworden.
Nach der Rückgabe an United flog sie als Flaggschiff der Gesellschaft bis 1937, als die Union Electric Company aus St. Louis sie als Geschäftsreiseflugzeug kaufte. 1939 ging sie an das Air Safety Board des Department of Commerce, das sie vierzehn Jahre lang für so viele Versuche nutzte, dass sie den Spitznamen „Adaptable Annie“ erhielt, und übergab sie 1953 dem Museum. Ein Zuschuss von United finanzierte 1974 ihre Restaurierung. Sie wird in zwei Lackierungen gezeigt: den Rennmarkierungen NR257Y auf der linken Seite und der NC13369 von United auf der rechten.
Fluggesellschaften, Unfälle und Krieg
Die 247D flog bei United und Western Air Express und in Kolumbien bei SCADTA. Mehrere Unfälle der Version sind verzeichnet: United Flight 4 (c/n 1698) stürzte am 7. Oktober 1935 bei Cheyenne mit zwölf Toten ab; Western Air Express Flight 6 verunglückte am 15. Dezember 1936 am Lone Peak in Utah; United Trip 34 (c/n 1737) prallte am 27. Dezember 1936 im Rice Canyon mit zwölf Toten gegen den Berg; und Western Air Express Flight 7 (c/n 1696) stürzte am 12. Januar 1937 bei Newhall ab und tötete unter anderen den Entdecker und Filmemacher Martin Johnson. SCADTA verlor die C-149 im Jahr 1939 und die C-140 im Jahr 1940.

Im Zweiten Weltkrieg setzte das 121 Squadron der Royal Canadian Air Force sieben 247D als mittlere Transporter ein, und eine davon, an die RAF als DZ203 abgegeben, führte am 16. Januar 1945 die weltweit erste vollautomatische Blindlandung durch. Siebenundzwanzig zivile 247D wurden von den US-Heeresfliegern als C-73 beschlagnahmt. In China bestellte Zhang Xueliang zwei 247D und nutzte eine davon, Bai-Ying („Weißer Adler“), beim Xi'an-Zwischenfall von 1936.
Erhaltene Exemplare
Neben dem Flugzeug des Smithsonian ist die c/n 1699 (CF-JRQ) im Canada Aviation and Space Museum in Ottawa erhalten, 1967 von California Standard Oil aus Calgary gestiftet; die c/n 1722 (N18E) in Wroughton im Vereinigten Königreich; und die c/n 1729 (N13347) im Museum of Flight in Seattle, am 26. Juli 1933 an Pacific Air Transport ausgeliefert, die später als Agrarflugzeug und zur Wolkenimpfung arbeitete und am 26. April 2016 ihren letzten Flug absolvierte.
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