Variante der Tupolev Tu-95

Tupolev Tu-95 Tu-95V

Einzigartiger Bomber, abgeleitet von der Tu-95M, 1956 mit vergrößertem Bombenschacht und verstärkter Aufhängung gebaut, um die größte je getestete thermonukleare Bombe abzuwerfen.

Eintrag zur Tupolev Tu-95

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Gebaute Exemplare

Geschichte

Die Tu-95V entstand aus einem außergewöhnlichen Auftrag: den Transport eines thermonuklearen Sprengkörpers, den kein Standard-Bombenschacht aufnehmen konnte. 1956 wurde ein einziges Exemplar auf Basis einer Tu-95M gebaut, mit verlängertem Bombenschacht und verstärkter Bombenaufhängung sowie besonderen Schutzmaßnahmen gegen den Lichtblitz: weiß lackierte Unterseiten gegen Blendung, Visiere an der Windschutzscheibe und thermische Klimatisierung des Bombenschachts. Die Besatzung blieb der Detonation ausgesetzt, und diese Details waren keine Kosmetik.

Da leistungsstarke Wasserstoffbomben erst Ende der fünfziger Jahre verfügbar waren, verbrachte das Flugzeug seine ersten Jahre mit Schulungsaufgaben. 1961 kehrte es zum Werk Nr. 18 in Kuibyschew zurück für eine Überholung, die es auf seinen eigentlichen Einsatz vorbereitete. Am 30. Oktober jenes Jahres warf es über dem Testgelände Nowaja Semlja den Sprengkörper AN602 ab, das „Produkt 700" aus dem KB-11, später als Zar-Bombe bekannt: etwa 27.500 kg, halb außen hängend, weil der Sprengkörper nicht in das Flugzeug passte. Die freigesetzte Energie, geschätzt auf 58 Megatonnen, bleibt die größte von Menschen verursachte Kernexplosion.

Der westliche Nachrichtendienst erkannte die Tu-95V nie als eigenständige Version an und vergab ihr keine eigene NATO-Bezeichnung. Nach Abschluss ihrer Erprobungsphase diente die Maschine als Transportflugzeug, blieb eine Zeit lang außer Dienst und wurde schließlich zu einem statischen Schulungsobjekt.

Quellen: GlobalSecurity — Tu-95 BEAR Variants