Variante der Tupolev Tu-95

Tupolev Tu-95 Tu-95N

Einzige Tu-95, die zum Trägerflugzeug für das „RS"-System von Zibin umgebaut wurde: Sie sollte im Flug einen von Staustrahltriebwerken angetriebenen Überschallbomber abwerfen.

Eintrag zur Tupolev Tu-95

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Geschichte

Die Tu-95N erfüllte einen Auftrag, der heute nach Science-Fiction klingt. 1955 begann das OKB-256 unter der Leitung von Pawel Zibin mit dem überschallschnellen strategischen Angriffssystem „RS", das in zwei Stufen konzipiert war: ein Trägerflugzeug, das die Reichweite lieferte, und ein kleiner Bomber, der sich im Flug abtrennte, mit zwei Staustrahltriebwerken auf etwa 3000 km/h beschleunigte und das Ziel angriff. Eine Rückkehr zum Mutterschiff war nicht vorgesehen. Der Erlass Nr. 1974-776 des sowjetischen Ministerrats vom 30. Juli 1955 beauftragte das OKB-156, eine von der Luftwaffe überlassene Serien-Tu-95 zum Trägerflugzeug umzubauen.

Die Konstruktionsarbeit begann in der zweiten Hälfte des Jahres 1956 unter der Leitung von I. F. Neswal, zunächst an der Flugerprobungsbasis Schukowski und danach in der Zweigstelle Tomilino. Die Umrüstung erwies sich als tiefgreifender als erwartet: Das Öffnen der Luke unter dem Rumpf, die das RS aufnehmen konnte, erforderte einen Umbau der angrenzenden Struktur, und die Aufhängungs- und Transportbeschläge des Parasitenflugzeugs erzeugten Belastungen, für die die Zelle nicht ausgelegt war. Die geschätzte Gesamtreichweite des Verbunds lag bei etwa 12.500-13.500 km. Die Maschine wurde 1958 umgebaut fertiggestellt.

Die Entwicklungslinie erwies sich als wenig vielversprechend und wurde bald aufgegeben; das System wurde nie einsatzbereit, und der Westen bemerkte nicht einmal seine Existenz. Das Trägerflugzeug ist im Luftwaffenmuseum Monino erhalten.

Quellen: GlobalSecurity — Tu-95 BEAR Variants