Variante der Sukhoi Su-27
Sukhoi Su-27 Su-27S1M
Die Su-27S1M ist der einsitzige Jäger Su-27S der ukrainischen Luftwaffe, modernisiert im Rahmen des landesweiten, allgemein als Su-27-1M bezeichneten Programms. Die Arbeiten wurden im Flugzeugreparaturwerk Saporischschja (ZARZ „MiGremont“) unter Beteiligung der ukrainischen Avionikindustrie durchgeführt — unter anderem „Orizon-Navigatsija“ und „Nowator“ —, und kombinierten die Verlängerung der Zellennutzungsdauer mit dem Einbau eines zusätzlichen Ausrüstungspakets. Das Programm begann Anfang der 2010er Jahre und wurde administrativ am 5. August 2014 abgeschlossen, als Befehl Nr. 499 des Verteidigungsministers Walerij Heletej die vier modernisierten Varianten offiziell in die ukrainische Luftwaffe aufnahm: die Jäger Su-27S1M und Su-27P1M sowie die Doppelsitzer Su-27UB1M und Su-27UP1M. Die Modernisierung betrifft weder Zelle noch Triebwerke: Die Su-27S1M bleibt eine Su-27S sowjetischer Fertigung. Was sich ändert, ist die Bordausrüstung. Aktualisiert wurde die Radarzielstation N001 mit neuen Empfängerblöcken, hinzu kamen ein Satellitennavigationsempfänger SN-3307-02, ICAO-konforme Funknavigations- und Kommunikationsausrüstung (Kurs-93M-V und Transponder A-511) sowie ein Festkörper-Audio-/Videoaufzeichnungssystem SAVR-27U. Erklärtes Ziel war es, die Flugzeuge den NATO-Interoperabilitätsanforderungen anzunähern, ohne das Waffensystem neu zu gestalten. Das Gesamtprogramm Su-27-1M hat nach verfügbaren Zählungen mindestens zweiundzwanzig Maschinen über alle vier Untervarianten hinweg erreicht.
Geschichte
Ein nationales Programm der Umstände
Die Ukraine erbte von der Sowjetunion eine beträchtliche Flanker-Flotte und keinen bequemen Zugang zum ursprünglichen Hersteller. Die Antwort war eine eigene Modernisierung, ausgeführt im Werk Saporischschja mit ukrainischen Zulieferern, konzentriert auf das, was ohne das ursprüngliche Konstruktionsbüro machbar war: Zellenüberholung, Ersatz veralteter Elektronik und Anpassung an westliche Navigations- und Kommunikationsstandards.
Chronologie
Die Arbeiten zur Verlängerung der Nutzungsdauer und Modernisierung begannen Anfang der 2010er Jahre; die Quellen verorten den Beginn je nach Zählweise der ersten Maschinen in 2012 oder 2013. Die formelle Anerkennung erfolgte am 5. August 2014 mit dem Ministerialbefehl Nr. 499, der gleichzeitig die vier Varianten der Familie annahm.
Was sich gegenüber der Su-27S ändert
Das Paket betrifft die Avionik, nicht Bewaffnung oder Antrieb: Modernisierung der Radarstation N001 mit neuen Empfängerblöcken, GPS-Empfänger SN-3307-02, Anlage Kurs-93M-V und Transponder A-511 für den Betrieb nach ICAO-Normen sowie Festkörper-Rekorder SAVR-27U. Der erklärte Zweck umfasst den Luftkampf auf kurze und mittlere Entfernung bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit sowie die Pilotenausbildung in Einsatzverbänden.
Nach 2022
Die russische Invasion von 2022 beschleunigte die Anpassung der ukrainischen Flanker, mit dem Auftauchen von Pylonen und Adaptern für westliche Bewaffnung. Diese Integrationen wurden an der Su-27-Flotte im Allgemeinen dokumentiert und nicht immer ausdrücklich dem S1M-Standard zugeschrieben, weshalb sie hier als Kontext und nicht als Merkmal der Variante vermerkt werden.