Variante der North American P-51 Mustang
North American P-51 Mustang NA-73X
Einziger Prototyp der Mustang, bestellt von der britischen Einkaufskommission und am 26. Oktober 1940 erstmals geflogen – nur 149 Tage nach Vertragsunterzeichnung.
Eintrag zur North American P-51 Mustang
- 26. Oktober 1940
- Erstflug
- 1
- Gebaute Exemplare
Geschichte
Die NA-73X entstand aus einer direkten Vereinbarung zwischen der British Purchasing Commission und North American Aviation, ohne Beteiligung der US-Armee oder von Wright Field. Das von Chefingenieur Edgar Schmued geleitete Team folgte der besten Bauweise der Zeit und legte das Flugzeug von vornherein auf Serienfertigung aus: ein halbschalenförmiger Rumpf aus drei Sektionen in der Aluminiumlegierung 24S, einer zur Gewichtsersparnis gewählten Duraluminium-Variante, sowie eine in fünf große Baugruppen geteilte Zelle – vorderer, mittlerer und hinterer Rumpf sowie die beiden Tragflächenhälften –, die vor der Zusammenführung verkabelt und ausgerüstet wurden.
Zwei Neuerungen prägten den Entwurf. Die erste war eine Tragfläche mit Laminarprofilen des Typs NAA/NACA 45-100, die gemeinsam mit der NACA entwickelt und im Kirsten-Windkanal der University of Washington erprobt wurden, wo sie parallel zu einer Tragfläche mit fünfstelligen NACA-Profilen getestet wurden: Der Vergleich belegte die Überlegenheit der neuen, bei hoher Geschwindigkeit widerstandsarmen Profile. Die zweite war eine nach hinten verlegte Kühleranordnung, bei der Wasser- und Ölkühler in einem einzigen Bauchkanal zusammengefasst wurden, was den Rumpfwiderstand und dessen Interferenz mit der Tragfläche verringerte. Da North American über keinen geeigneten Windkanal verfügte, wurde dieser Kanal im 3,0-m-Windkanal (10 ft) des GALCIT am California Institute of Technology erprobt; nach umfangreicher Entwicklungsarbeit zeigte sich, dass die Anordnung den Meredith-Effekt nutzte, bei dem die heiße Luft den Kühler mit einem kleinen Restschub verlässt. Der Rumpf war zudem einer der ersten, die mathematisch mittels Kegelschnitten ausgelegt wurden, was glatte, widerstandsarme Oberflächen ergab.
Der Prototyp wurde am 9. September 1940, noch ohne Triebwerk, präsentiert – 102 Tage nach Auftragserteilung – und flog am darauffolgenden 26. Oktober, 149 Tage nach Vertragsabschluss: eine selbst für Kriegsverhältnisse ungewöhnlich kurze Entwicklungszeit. Mit Testpilot Vance Breese am Steuer erwies sich das Flugzeug als angenehm zu fliegen und mit einer bemerkenswerten Treibstoffkapazität ausgestattet. Das ausgewertete Material enthält keine Abmessungen oder gemessenen Leistungsdaten dieses Einzelstücks, von dem nur ein Exemplar gebaut wurde.