Variante der Junkers F 13

Junkers F 13 Rimowa / Junkers Flugzeugwerke F 13 (réplica)

Flugfähiger Nachbau der F 13, 2009 von einem deutsch-schweizerischen Projekt begonnen und am 15. September 2016 zum ersten Mal geflogen. Er reproduziert das äußere Erscheinungsbild der Junkers-Larsen JL-6 und ist mit einem Sternmotor Pratt & Whitney Wasp Junior ausgestattet.

Eintrag zur Junkers F 13

Bild folgt
15. September 2016
Erstflug
639 km
Reichweite
4
Passagiere

Geschichte

Ein neues Flugzeug, kein restauriertes

Das Projekt bestand nicht darin, ein historisches Exemplar wieder flugfähig zu machen – es überleben nur fünf Originalzellen, alle in Museen –, sondern neue Flugzeuge zu bauen. Man ging von den Originalplänen und einem Laserscan der im Musée de l'Air et de l'Espace in Le Bourget aufbewahrten F 13 aus. Die Struktur wurde in Deutschland gefertigt, Montage und Erprobung fanden in der Schweiz statt; die Maschine besteht aus rund 2600 Teilen und Zehntausenden von Nieten.

Erstflug und Zulassung

Der Erstflug fand im September 2016 auf dem Militärflugplatz Dübendorf statt, der offizielle Vorstellungsflug am 15. dieses Monats. 2018 erhielt der Nachbau die offizielle Zulassung als Luftfahrzeug. 2019 waren zwei Exemplare einsatzbereit und ein drittes im Bau; das zweite wurde in der Schweiz zugelassen, das erste schließlich verkauft und in die Vereinigten Staaten exportiert.

Was sich gegenüber dem Original ändert

Der Nachbau ist äußerlich originalgetreu und modern, wo es fürs heutige Fliegen darauf ankommt: Er verfügt über Funk und Transponder, eine wesentlich vollständigere Instrumentierung, eine moderne Fahrwerksfederung, Bremsen und ein Spornrad statt eines Schleifsporns. Der Motor ist ein Sternmotor Pratt & Whitney R-985 Wasp Junior aus den dreißiger Jahren, kein wassergekühlter Reihenmotor wie bei den Originalen, weshalb das Flugzeug das Erscheinungsbild der amerikanischen Version JL-6 nachbildet, die ebenfalls einen Sternmotor trug.

Sinn des Projekts

Die Initiative entstand im Umfeld von Rimowa, dessen Verantwortlicher sie vorantrieb, und mündete in die Neugründung der Marke Junkers Flugzeugwerke mit Genehmigung der Erben von Hugo Junkers, zunächst in Dübendorf, dann in Altenrhein. Fast ein Jahrhundert nach dem Erstflug von 1919 stand das weltweit erste vollmetallene Verkehrsflugzeug wieder in Produktion, in einer Kleinserie und zu einem Sammlerflugzeugpreis.