Variante der Focke-Wulf Fw 190

Focke-Wulf Fw 190 Fw 190 D-9

Die „Langnasen-Dora": die Fw 190 mit dem Junkers-Jumo-213A-Triebwerk in umgekehrter V-Bauweise, die einzige der Höhenversionen, die im September 1944 in Dienst gestellt wurde.

Eintrag zur Focke-Wulf Fw 190

Bild folgt
835 km
Reichweite

Geschichte

Die Leistung der Fw 190 A fiel oberhalb von sechstausend Metern deutlich ab, was ihren Wert als Höhenabfangjäger einschränkte. Focke-Wulf ging das Problem auf drei Wegen an: das Modell B mit einem turboaufgeladenen BMW 801, das C mit einem Daimler-Benz DB 603 und einer deutlich verlängerten Nase, und das D mit dem Junkers-Jumo-213-Triebwerk in umgekehrter V-Bauweise. Die Turboladeranlagen der B- und C-Serien erwiesen sich als unzuverlässig und wurden aufgegeben; nur das Modell D wurde im September 1944 in Dienst gestellt.

Die Baureihe begann Ende 1943, als mehrere Fw 190 A-7 durch den Einbau von Jumo-213A-Triebwerken zu den D-0-Prototypen umgebaut wurden; die erste D-0 war bereits im Oktober 1942 mit Druckkabine und weiteren für den Höhenflug vorgesehenen Merkmalen fertiggestellt worden. Der Triebwerkswechsel verlängerte die Nase um etwa sechzig Zentimeter, sodass zum Ausgleich des Schwerpunkts ein halber Meter in den hinteren Rumpf eingefügt werden musste, und auch die Seitenflossenfläche wurde vergrößert. Daher der Spitzname, unter dem das Serienflugzeug bekannt wurde: die „Langnasen-190" oder „Dora 9".

Die D-9 trug zwei MG-151/20-Kanonen in den Flügeln und zwei MG-131-Maschinengewehre über dem Motor sowie das Wasser-Methanol-Einspritzsystem MW 50, das die Motorleistung vorübergehend auf 2.240 PS anhob, und konnte einen 300-Liter-Abwurftank oder eine 250-kg-Bombe unter jedem Flügel tragen. Spätere Flugzeuge erhielten die mit der F-Serie eingeführte gewölbte Haube. In der Praxis wurde die D-9 selten gegen schwere Bomberangriffe eingesetzt: Die Kriegslage Ende 1944 gab dem Jäger-gegen-Jäger-Kampf und Erdangriffsmissionen den Vorrang. Ihre eigentliche Bedeutung lag darin, als Grundlage für die Focke-Wulf Ta 152 zu dienen, die 755 km/h in 13.500 m Höhe erreichen konnte.

Quellen: HistoryOfWar.org — Focke-Wulf Fw 190