Variante der Fairchild Republic A-10 Thunderbolt II
Fairchild Republic A-10 Thunderbolt II OA-10A
Eine Einsatzbezeichnung, kein neues Flugzeug: 1987 für die fliegende vorgeschobene Fliegerleitung umbenannte Serien-A-10A, äußerlich unverändert, die Ziele mit Rauch- oder Weißphosphor-Raketen markierten. Die Bezeichnung verschwand, als die Flotte zur A-10C wurde (2005–2011).
Eintrag zur Fairchild Republic A-10 Thunderbolt II

Geschichte
Die OA-10A ist weder ein neu gebautes Flugzeug noch eine umgebaute Zelle, sondern eine Einsatzbezeichnung: Serien-A-10A, die der fliegenden vorgeschobenen Fliegerleitung (Airborne Forward Air Control, Airborne FAC) zugewiesen wurden, also dazu, Bodenziele aufzuspüren und zu markieren und andere Kampfflugzeuge zur Unterstützung der Bodentruppen gegen sie zu koordinieren und zu leiten. Die englischsprachige Wikipedia definiert sie knapp als „A-10As used for airborne forward air control“, und die spanischsprachige Wikipedia präzisiert, dass die vorwiegend in dieser Rolle eingesetzten A-10 als OA-10 bezeichnet wurden. GlobalSecurity zählt diese Aufgabe ausdrücklich zur Hauptmission des Typs: Neben der Luftnahunterstützung bei Tag und Nacht sollte die A-10 als Forward Air Controller handeln, um befreundete Luftstreitkräfte zur Unterstützung der Landstreitkräfte zu koordinieren und zu leiten. Die Umbenennung erfolgte 1987, als viele A-10 in die Rolle der vorgeschobenen Fliegerleitung versetzt und in OA-10 umbenannt wurden. Die herangezogenen Quellen nennen weder die Zahl der umbenannten Flugzeuge noch das genaue Datum innerhalb dieses Jahres. Bis dahin hatte die Air Force die Rolle leichteren Flugzeugen anvertraut: Die 23rd Tactical Air Support Squadron, die später zu einer der OA-10-Einheiten werden sollte, hatte im Rahmen des 602d Tactical Air Control Wing in Bergstrom (Texas) Forward Air Controller auf der OV-10 Bronco ausgebildet, bevor sie am 1. Juli 1980 auf die Davis-Monthan Air Force Base (Arizona) verlegte. Es war dieselbe Staffel, die in Vietnam unter dem Rufzeichen „Nail“ als Forward Air Controller geflogen war. Äußerlich war die OA-10A mit der A-10A identisch: Die Flugzeuge wurden in keiner Weise verändert und blieben trotz der neuen Bezeichnung voll kampffähig. GlobalSecurity beschreibt die gemeinsame Zelle der A/OA-10 als einsitziges, druckbelüftetes Tiefdeckerflugzeug mit zwei General Electric TF34-100/A-Turbofans mit je etwa 40 kN (9.000 lbf) statischem Schub auf Meereshöhe. Geändert hatte sich die übliche Zuladung: In der FAC-Rolle trug die OA-10 typischerweise bis zu sechs Behälter mit 70-mm-Hydra-Raketen (2,75 in), meist mit Rauch- oder Weißphosphor-Gefechtsköpfen, die zur Markierung von Zielen für die Kampfflugzeuge dienten. Mit Nachtsichtbrillen konnten die Piloten von A-10 und OA-10 ihre Einsätze auch bei Dunkelheit durchführen. Was die Einheiten betrifft, nennt die englischsprachige Wikipedia als OA-10-Einheiten die 23rd Tactical Air Support Squadron (1987–1991) mit Standort Davis-Monthan und die 103rd Fighter Squadron der Pennsylvania Air National Guard (1988–2011). Andere Staffeln vereinten beide Rollen: Die 355th Fighter Squadron beschrieb ihren Auftrag als den einer Doppelrollen-Staffel A/OA-10, die mit Nachtsichtbrillen Forward Air Controller zusammen mit Erdkampfflugzeugen verlegen konnte, für eine vollständige Fähigkeit bei Tag und Nacht, mit Einsätzen wie Luftangriffsleitung, Luftnahunterstützung, Abriegelung, Joint Air Attack Team, Geleitschutz und Combat Search and Rescue. Im Kampf kehrten im Golfkrieg 1991 neben den abgeschossenen Flugzeugen zwei kampfbeschädigte A-10 und OA-10A zum Stützpunkt zurück und wurden abgeschrieben. In der Operation Iraqi Freedom, die am 20. März 2003 begann, nahmen sechzig OA-10 und A-10 an den frühen Kämpfen teil; die Quellen schlüsseln nicht auf, wie viele jeweils welche Bezeichnung trugen. Die Bezeichnung verschwand mit der Modernisierung: Von 2005 bis Juni 2011 durchlief die gesamte Flotte von 356 A-10 und OA-10 das Programm Precision Engagement und wurde zur A-10C umbenannt. Es war eine Umrüstung vorhandener Zellen, keine Neuproduktion. GlobalSecurity spricht bei der Beschreibung des Programms weiterhin von der A/OA-10: Ihre Piloten würden Hands-on-Stick-and-Throttle-Kontrolle über Waffen, Zielbehälter und Navigation erhalten, und das Flugzeug werde modifiziert, um die Joint Direct Attack Munition und den Wind Corrected Munitions Dispenser einzusetzen. Heute steht die OA-10A 80-0186 als Ausstellungsstück im Evergreen Aviation & Space Museum in McMinnville, Oregon. Das Standardwerk von Dennis R. Jenkins aus dem Jahr 1998 trägt genau den Titel Fairchild-Republic A/OA-10 Warthog.
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