Wussten Sie…
Welche Abwehrbewaffnung trug der Vulcan?
Kurze Antwort
Keine. Der Vulcan trug keine Abwehrbewaffnung: Zunächst setzte er auf hohen, schnellen Flug, um einer Abfangjagd zu entgehen, und ab etwa 1960 verteidigten sich B.1A und B.2 mit elektronischen Gegenmaßnahmen – Radar- und Funkstörsendern sowie einem Heckwarnradar.
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Ein Bomber ohne Türme
Anders als die Bomber des Zweiten Weltkriegs trug der Vulcan keine Abwehrkanonen oder -maschinengewehre. Sein ursprüngliches Konzept setzte auf hohe Geschwindigkeit und große Flughöhe, um Jägern und Flugabwehr zu entgehen. Deshalb galt es als unannehmbar, als bei den Prototyperprobungen eine gefährliche Tendenz auftrat, in der Nähe der Mach-Grenze in einen Sturzflug zu gehen – gerade weil es sich um einen unbewaffneten Bomber handelte.
Die elektronische Abwehr
Ab etwa 1960 erhielten der Vulcan B.1 (der mit diesen Nachrüstungen als B.1A bezeichnet wurde) und der B.2 elektronische Störausrüstung. Die B.1 XA895 diente als Erprobungsträger für ein System mit Störsendern in einem verdickten Heckkonus und einem Heckwarnradar. Die ursprüngliche Ausrüstung der B.1A und B.2 umfasste unter anderem einen Sprechfunk-Störsender Green Palm, zwei Meterwellen-Störsender Blue Diver und drei S-Band-Störsender Red Shrimp.
Vom Himmel zum Bodenanflug
Die sowjetischen Abwehrsysteme verbesserten sich, und die Höhe reichte nicht mehr als ausreichender Schutz. Mitte der 1960er Jahre wechselte der Vulcan zu Tiefflugtaktiken, flog hoch im Transit und sank ab, um Verteidigungslinien zu durchdringen. Selbst im Falklandkrieg 1982 trug das Flugzeug weiterhin keine eigene Abwehrbewaffnung: Einige Exemplare führten Shrike-Antiradarraketen mit, jedoch als Offensivwaffe gegen argentinische Radaranlagen, nicht zum Schutz vor Jägern.
Das Flugzeug entstand aus der Spezifikation B.35/46 des britischen Versorgungsministeriums. Der erste Prototyp flog am 30. August 1952, und die RAF erhielt ihren ersten Vulcan B.1 im September 1956.
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