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Was passiert, wenn ich Flugzeugtreibstoff in mein Auto fülle?

Kurze Antwort

Flugturbinenkraftstoff (Jet A-1) ist Kerosin, kein Benzin. In einem Benzinmotor startet er kaum oder läuft mit Klopfen, Rauch und Leistungsverlust und kann Lambdasonde, Katalysator und Zündkerzen beschädigen. In einem Diesel würde er tatsächlich laufen, aber mit weniger Schmierung und Leistung. Zudem ist die Nutzung auf der Straße illegal.

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Was Flugturbinenkraftstoff ist

Es gibt zwei Familien. Die Leichtfliegerei mit Kolbenmotoren verwendet Avgas (100LL), ein hochoktaniges verbleites Benzin, das inzwischen ausläuft. Jets und Turboprops, die den weit überwiegenden Teil ausmachen, verbrennen Jet A oder Jet A-1, ein raffiniertes Kerosin mit sehr strengen Anforderungen an Gefrierpunkt (−47 °C bei Jet A-1), Wassergehalt, Schwefelgehalt und thermische Stabilität. Chemisch steht Jet A-1 Diesel viel näher als Benzin: mittellange Kohlenwasserstoffketten, geringe Flüchtigkeit, mit einem Flammpunkt über 38 °C.

In einem Benzinmotor

Ein Benzinmotor benötigt einen Kraftstoff, der leicht verdampft und der Verdichtung widersteht, ohne zu zünden; genau das misst die Octanzahl. Kerosin verhält sich umgekehrt: Es verdampft im kalten Zustand schlecht, sodass der Start schwierig oder unmöglich wird, und im warmen Zustand zündet es leicht von selbst, was das Klopfen verursacht, das Kolben und Pleuelstangen beschädigen kann. Das Gemisch verbrennt unvollständig, mit Rauch, Leistungsverlust und Ablagerungen an Zündkerzen, Ventilen, Lambdasonde und Katalysator. Eine überwiegend aus Benzin bestehende Mischung mit etwas Kerosin bleibt über einige Kilometer vielleicht unauffällig; ein Tank voller Jet A-1 nicht.

In einem Dieselmotor

Dieselmotoren zünden Kraftstoff durch Verdichtung, und Kerosin tut dies ohne Probleme: Tatsächlich verwenden Streitkräfte seit Jahrzehnten einen einzigen kerosinähnlichen Kraftstoff (JP-8, F-34) sowohl für Lastwagen und Generatoren als auch für Flugzeuge. Ein moderner Dieselwagen startet und läuft mit Jet A-1, aber mit Problemen: Kerosin hat eine geringere Schmierfähigkeit als Dieselkraftstoff, sodass Hochdruckpumpe und Common-Rail-Injektoren, die durch den Kraftstoff selbst geschmiert werden, schneller verschleißen; seine Dichte ist geringer, wodurch Leistung und Verbrauch schlechter werden; und die Cetanzahl fällt meist unter das Minimum, was zu einem raueren Start führt. Auch die Abgasnachbehandlung (Partikelfilter, SCR-Katalysator) ist nicht dafür ausgelegt.

Rechtliche und wirtschaftliche Aspekte

Flugturbinenkraftstoff wird anders besteuert und trägt oft Markierungsstoffe; seine Nutzung auf der Straße ist in den meisten Ländern Steuerhinterziehung, und er ist von keinem Autohersteller zugelassen, was die Garantie erlischen lässt. Im Notfall kann ein Diesel einige Kilometer mit Kerosin zurücklegen, dem etwas Zweitaktöl zugesetzt wird, um die Schmierfähigkeit auszugleichen, wie es abgelegene Expeditionen getan haben; ein Benziner kann das nicht. Die kurze Antwort lautet: Es lohnt sich nicht. Flugturbinenkraftstoff ist nicht „besser", nur anders, und er ist für Turbinen ausgelegt, die bei konstanter Temperatur drehen, nicht für einen Kolbenmotor.

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