Wussten Sie…

Wie lange dauert es, bis die Flügel eines Papageis wachsen?

Kurze Antwort

Ein Papagei ist kein Flugzeug, doch die Antwort ist konkret: Das Küken wird mit kahlen Flügeln geboren, und die Schwungfedern wachsen über Wochen. Ein Wellensittich fliegt 30 bis 35 Tage nach dem Schlüpfen, ein großer Ara braucht drei bis vier Monate. Werden Federn gestutzt, wachsen sie mit der nächsten Mauser nach, meist in unter einem Jahr.

Bild folgt

Zunächst eine Klarstellung

Die Frage entsteht aus einer häufigen Verwechslung zwischen Rubriken: Ein Papagei ist kein Fluggerät, und auf einer Luftfahrtseite ist das vorab zu erwähnen. Trotzdem lohnt sich die Antwort, denn der Vogelflügel war der Bezugspunkt, den Lilienthal, die Brüder Wright und viele andere nutzten, um das Fliegen zu verstehen. Ein Papagei wird mit bereits ausgebildeten Flügeln aus Knochen und Muskeln geboren, aber kahl: Was „wächst“ und Zeit braucht, sind die Federn, insbesondere die Hand- und Armschwingen, die die Tragfläche bilden.

Wie lange es je nach Art dauert

Schwungfedern entstehen als Federkiele, die von einer Hülle umschlossen sind, die sich öffnet, während die Feder mit Keratin gefüllt wird und ihre Blutversorgung verliert. Bei Wellensittichen geht das schnell: Die Küken verlassen das Nest mit 30 bis 35 Tagen, wenn die Flügel bereits funktionsfähig sind. Bei mittelgroßen Papageien und Sittichen wie Unzertrennlichen oder Nymphensittichen stellt sich die Flugfähigkeit zwischen der fünften und achten Woche ein. Große Arten arbeiten in einem anderen Maßstab: Ein Ara oder ein Graupapagei braucht drei bis vier Monate, um Federn auszubilden und zu fliegen, und benötigt selbst dann noch Wochen Übung, um sauber zu landen. Die allgemeine Regel gleicht der bei Flugzeugen: Je größer die Masse, desto mehr Zeit und Struktur braucht der Flügel, um zu funktionieren.

Flügelstutzen und Mauser

Werden die Schwungfedern eines Haus-Papageis gestutzt, „wächst“ der Flügel nicht im üblichen Sinn nach: Jede gestutzte Feder wird ersetzt, wenn sie bei der Mauser an der Reihe ist, die bei den meisten Arten jährlich und gestaffelt erfolgt, sodass die Flugfähigkeit meist innerhalb von sechs bis zwölf Monaten zurückkehrt. Eine an der Wurzel ausgerissene Feder dagegen wächst schneller nach, in etwa vier bis sechs Wochen, weil der Follikel sofort aktiviert wird. Vogeltierärzte empfehlen, nur die äußeren Handschwingen zu stutzen und das symmetrisch zu tun, gerade um zu verhindern, dass der Vogel einen asymmetrischen Flügel bekommt – ein Problem, das jeder Luftfahrtingenieur als Auftriebsungleichgewicht erkennen würde.

Was der Papageienflügel der Luftfahrt lehrt

Der Flügel eines Papageis ist kurz und abgerundet, eher für das Starten und Abbremsen zwischen Ästen gebaut als für den Gleitflug: hohe Flächenbelastung, geringe Streckung und eine Fähigkeit, Wölbung und Fläche zu verändern, die keine mechanische Klappe erreicht. Die Handschwingen, die viele Vögel an der Spitze auffächern, wirken wie natürliche Wirbelschleierbremsen und inspirierten die Winglets mehrerer Flugzeugkonstruktionen. Diese Form ändert sich mit Art und Alter: Ein frisch befiedertes Küken hat kürzere, weichere Federn und erhält erst nach der ersten vollständigen Mauser das Profil eines ausgewachsenen Vogels.

Weitere Fragen