Wussten Sie…
Mit wie vielen verschiedenen Triebwerkstypen flog der erste Vulcan-Prototyp?
Kurze Antwort
Mit drei. Der erste Prototyp, VX770, flog zunächst mit vier Rolls-Royce Avon RA.3 mit je 6.500 lbf (29 kN) Schub, dann mit Armstrong Siddeley Sapphire ASSa.6 mit 7.500 lbf (33 kN) und ab 1957 mit Rolls-Royce Conway RCo.7 mit 15.000 lbf (67 kN), bis er im September 1958 abstürzte.

Fliegen ohne das vorgesehene Triebwerk
Die Vulcan war für das Bristol Olympus-Triebwerk ausgelegt, doch als der erste Prototyp, VX770, fertig war, stand dieses Triebwerk noch nicht zur Verfügung. Um nicht zu warten, flog das Flugzeug erstmals am 30. August 1952, allein geflogen von Roly Falk, ausgestattet mit vier Rolls-Royce Avon RA.3 mit je 6.500 lbf (29 kN) Schub. Dieser erste Prototyp, glänzend weiß gestrichen und mit seinem reinen Deltaflügel, hatte nur den Schleudersitz des ersten Piloten.
Vom Avon zum Sapphire
Im Januar 1953 wurde die VX770 vom Flugdienst abgezogen, um Kraftstofftanks in den Flügeln, weitere Systeme und Armstrong Siddeley Sapphire ASSa.6-Triebwerke mit 7.500 lbf (33 kN) einzubauen. Sie flog im Juli 1953 wieder. Unterdessen war der zweite Prototyp, VX777, bereits mit den Olympus-100-Triebwerken mit 10.000 lbf (44 kN) geflogen, die der erste nie bekam.
Das erste Turbofan-Triebwerk der Welt
1957 wichen die Sapphire-Triebwerke vier Rolls-Royce Conway RCo.7 mit 15.000 lbf (67 kN), und das Flugzeug ging an Rolls-Royce als Erprobungsträger für den Conway, der als erstes Turbofan-Triebwerk der Welt gilt. Damit flog sie bis zu ihrem tödlichen Absturz bei einer Flugschau auf dem Stützpunkt Syerston im September 1958. Die deutsche Wikipedia datiert den Absturz auf den 14. September 1958.
Die Laufbahn der VX770 begründete eine Tradition: Im Laufe ihres Lebens dienten mehrere Vulcan-Maschinen als Erprobungsträger für Triebwerke, darunter den Conway, den Spey und den Olympus 593 der Concorde.
Das Flugzeug entstand aus der Spezifikation B.35/46 des britischen Versorgungsministeriums. Die Auslieferung der stark verbesserten Vulcan B.2 begann 1960, und das letzte Exemplar erreichte die RAF im Januar 1965.
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