Familie: Pegasus
Pegasus XL
Startstatistik
- 46
- Starts (Stand 27. Juli 2026)
- 1
- Erfolge
- 0
- Fehlschläge
- 100.0 %
- Erfolgsquote

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Die Pegasus XL ist die gestreckte Konfiguration der Pegasus, der luftgestarteten Kleinlastrakete, die von der Orbital Sciences Corporation entwickelt und später von Orbital ATK und Northrop Grumman gebaut und betrieben wurde. Sie ist keine eigene Rakete, sondern eine Version der Pegasus mit verlängerter erster und zweiter Stufe – aus den Triebwerken werden die Orion 50SXL und die Orion 50XL –, um die Leistung zu steigern; die oberen Stufen bleiben unverändert und der Flugbetrieb ist ähnlich. Der Flügel wurde leicht verstärkt, um das zusätzliche Gewicht aufzunehmen. Die Pegasus war die weltweit erste privat entwickelte Orbitalrakete. Statt von einer Startrampe abzuheben, wurde sie unter einem Mutterflugzeug mitgeführt – zunächst einer B-52 der NASA, ab 1994 der L-1011 TriStar „Stargazer“ – und über offener See in rund 40.000 Fuß Höhe ausgeklinkt; nach fünf Sekunden freien Falls zündete sie ihre erste Stufe. Diese erste Stufe besaß keine schwenkbare Düse und wurde über einen Deltaflügel und Leitwerksflossen gesteuert. Das Fahrzeug bestand aus drei Feststoffstufen sowie einer optionalen vierten Stufe mit Hydrazin als Monotreibstoff, dem HAPS-Modul. Die Pegasus ist ausgemustert. Mit einer Nutzlast von bis zu etwa 450 kg in eine niedrige Erdumlaufbahn beförderte sie vor allem wissenschaftliche Satelliten der NASA. Ende der 2010er Jahre brach die Nachfrage stark ein, weil Kleinsatelliten auf Mitfluggelegenheiten größerer Raketen auswichen, und das Programm wurde 2026 nach 46 Missionen eingestellt.
Geschichte
Eine private Rakete mit Flügeln
Das Projekt begann im Frühjahr 1987, vollständig finanziert von der Orbital Sciences Corporation und Hercules Aerospace, ohne staatliche Entwicklungsgelder. Geleitet wurde das Team von Antonio Elias; Flügel und Leitwerksflossen entwarfen Burt Rutan und sein Unternehmen Scaled Composites. Die drei Orion-Feststofftriebwerke entstanden eigens für die Pegasus und griffen auf Technologien für Kohlefaser, Treibstoffrezepturen und Gehäuseisolierung aus dem eingestellten Small-ICBM-Programm zurück. Der Erstflug erfolgte ohne vorherige Teststarts am 5. April 1990 von einer B-52 der NASA aus. 1991 erhielt das Team die U.S. National Medal of Technology.
Auftritt der XL
Die Pegasus XL wurde 1994 mit ihren verlängerten Stufen eingeführt. Ihr Debüt am 27. Juni desselben Jahres mit der Mission STEP-1 endete mit einem Fehlschlag: Das Fahrzeug verlor 35 Sekunden nach dem Start die Kontrolle, und die Startbereichssicherheit befahl nach 39 Sekunden die Flugabbruchsprengung; als wahrscheinliche Ursache gilt eine unzureichende aerodynamische Modellierung der längeren Version. Im Lauf ihrer Geschichte verzeichnete das Programm drei Fehlschläge und zwei Teilfehlschläge, gefolgt von dreißig aufeinanderfolgenden erfolgreichen Flügen, was einer Gesamterfolgsquote von 89 Prozent entspricht. Die Standardversion wurde schließlich eingestellt, sodass die XL als einzige Konfiguration im Einsatz blieb.
Kommerzieller Niedergang
Der anfangs gebotene Preis hatte bei 6 Millionen US-Dollar gelegen, ohne Optionen und ohne die Manövrierstufe HAPS, stieg jedoch mit dem Übergang zur XL und mit den Zusatzleistungen, die Kunden üblicherweise dazukaufen. Die NASA-Mission ICON, schließlich im Oktober 2019 gestartet, kostete insgesamt 56,3 Millionen US-Dollar. Zwischen 2016 und 2026 flog die Pegasus XL nur dreimal: 2019, 2021 und 2026.
Der letzte Flug
Im November 2025 wählte Katalyst Space Technologies die Pegasus XL für eine Rettungsmission zum Neil Gehrels Swift Observatory der NASA aus, mit der ein unkontrollierter Wiedereintritt verhindert werden sollte. Die Mission verlangte eine Umlaufbahn mit geringer Inklination, die gängige Mitflugstarts nicht bedienen und die jenseits der Leistungsfähigkeit kleinerer dedizierter Raketen lag. Der Flug am 3. Juli 2026 vom Kwajalein-Atoll aus nutzte die letzte Pegasus XL im Bestand von Northrop Grumman und beschloss die Geschichte des Programms.
Chronologie der Starts
| Datum | Startplatz | Ergebnis | Nutzlast |
|---|---|---|---|
| 03.07.2026, 08:36 | Kwajalein Atoll | Erfolg | Contracted by NASA under the Small Business Innovation Research Phase 3 contract, Katalyst Space Technologies' LINK servicing spacecraft will rendezvous and attach to NASA’s Neil Gehrels Swift Observatory to re-boost its orbit. This aims to demonstrate a key capability for the future of space exploration and extending the Swift mission’s science lifetime in gamma ray astronomy. |
Versionen
| Pegasus Standard | Pegasus/HAPS | Pegasus XL | Pegasus H | Pegasus XL/HAPS | |
|---|---|---|---|---|---|
| Erster Start | 5. April 1990 | 17. Juli 1991 | 27. Juni 1994 | 3. April 1995 | 23. Dezember 1997 |
| Letzter Start | 3. August 1994 | 19. Mai 1994 | 3. Juli 2026 | 9. Oktober 2000 | 15. April 2005 |
| Höhe | 16,9 m | — | 17,6 m Bester Wert dieser Zeile | — | 17,4 m |
| Durchmesser | 1,3 m Bester Wert dieser Zeile | 1,3 m Bester Wert dieser Zeile | 1,3 m Bester Wert dieser Zeile | 1,3 m Bester Wert dieser Zeile | 1,3 m Bester Wert dieser Zeile |
| Masse | 18.500 kg | 18.500 kg | 23.130 kg Bester Wert dieser Zeile | 18.500 kg | — |
| Startschub | 500 kN | — | — | — | 726 kN Bester Wert dieser Zeile |
| Stufen | 3 Bester Wert dieser Zeile | 4 | 3 Bester Wert dieser Zeile | 3 Bester Wert dieser Zeile | 4 |
| Nutzlast LEO | — | 250 kg | 443 kg Bester Wert dieser Zeile | 350 kg | 350 kg |
| Wiederverwendbar | Nein | Nein | Nein | Nein | Nein |
Bilder

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