Variante der Yakovlev Yak-40
Yakovlev Yak-40 Yak-40MS
Experimentelle Triebwerksumrüstung durch das Institut SibNIA in Nowosibirsk: zwei Mantelstromtriebwerke Garrett/Honeywell TFE731 an den seitlichen Pylonen und, an der Stelle des mittleren Triebwerks, ein Hilfsgasturbinenaggregat mit aerodynamischen Verkleidungen dort, wo sich Einlauf und Düse befanden. Sie flog erstmals im November 2016. Das Büro Jakowlew lehnte eine Beteiligung ab.
Geschichte
Eine Initiative ohne den Hersteller
2012 nahm das Luftfahrtforschungsinstitut SibNIA, das den Namen Tschaplygin trägt und seinen Sitz in Nowosibirsk hat, aus eigenem Antrieb die Triebwerksumrüstung einer Jak-40 in Angriff. Das befragte Büro Jakowlew erklärte, kein Interesse an Arbeiten an dem Flugzeug zu haben. Das Institut machte dennoch weiter: Es verfügte über billige Zellen, über einen natürlichen Prüfstand auf dem eigenen Flugplatz und über ein einfaches Argument – Russland brauchte ein Regionalflugzeug und hatte keines.
Von drei Triebwerken auf zwei
Die Arbeit verlief in Etappen. Zuerst wurde eines der AI-25 durch ein Garrett TFE731 ersetzt, danach das zweite. Nachdem sich gezeigt hatte, dass das westliche Triebwerkspaar genügte, wurde das dritte, im Rumpf vergrabene Triebwerk ausgebaut und an seiner Stelle ein Hilfsgasturbinenaggregat eingebaut, mit Verkleidungen, die den Rückeneinlauf und die Heckdüse verschlossen. Das entstandene Flugzeug, nach hinten hin weit sauberer und mit veränderter charakteristischer Silhouette der Jak-40, erhielt die Bezeichnung Jak-40MS und flog im November 2016.
Was es bewies
Zwei moderne Triebwerke anstelle dreier alter verändern die Wirtschaftlichkeit des Flugzeugs vollständig: weniger Verbrauch, weniger Lärm, weniger Wartung und mehr verfügbarer Schub. Für SibNIA lag das Interesse nicht darin, die bestehende Flotte zu modernisieren, sondern darin, über einen billigen fliegenden Demonstrator zu verfügen, mit dem sich die Konfiguration eines künftigen russischen Regionalflugzeugs erproben ließ.
Der Ausgangspunkt eines anderen Programms
Der Zweistrahler war nicht das Ende des Weges, sondern dessen erste Etappe. Auf derselben Zelle montierte das Institut später einen Flügel vollständig aus Verbundwerkstoff und machte sie zum Technologiedemonstrator STR-40DT, in Auftrag gegeben vom Ministerium für Industrie und Handel. Die Jak-40MS ist in diesem Sinne das Glied, das ein Flugzeug der sechziger Jahre mit einem Forschungsprogramm des 21. Jahrhunderts verbindet.