Crash in Schönefeld - The Last Flight of a Tu-134
Video des Kanals Alf Schmidt über Tupolev Tu-134, verlinkt auf der zugehörigen Seite von Above Ten Thousand. Dauer: 26:23. Sprache: Deutsch. Videotyp: Dokumentation.
Worum es geht
Deutschsprachige Dokumentation über den Absturz des Aeroflot-Flugs SU 892, einer Tupolew Tu-134, die am 12. Dezember 1986 beim Anflug auf den Flughafen Berlin-Schönefeld in einem Wald bei Bohnsdorf abstürzte. Sie vereint Berichte von Passagieren, von Anwohnern, die bei der Rettung halfen, von medizinischem Personal, von Fluglotsen, von Angehörigen der Opfer und von Technikern der Untersuchung. Rekonstruiert werden sowohl der Flug als auch die Art, wie die DDR über die Tragödie berichtete.
Historischer Kontext
Der Flug startete in Minsk mit Touristen, Geschäftsreisenden und einer zehnten Klasse einer Schule aus Schwerin, die von einer Studienfahrt zurückkehrte. Wegen Nebels über Berlin wurde er nach Prag umgeleitet und startete Stunden später erneut nach Schönefeld. Laut der Dokumentation eröffnete die Nachrichtensendung des DDR-Fernsehens mit dem Tod eines SED-Funktionärs und behandelte den Absturz in einer 39-sekündigen Meldung ohne Bilder, die die Redaktion später auf eigene Initiative ergänzte. Die Familien aus Schwerin erfuhren die Nachricht am Bahnhof. Der Beitrag schildert auch die Trauer in dem Schweriner Viertel, in dem die Familien lebten, sowie das Fehlen offizieller Antworten.
Wichtige Fakten
An Bord befanden sich 73 Passagiere und 9 Besatzungsmitglieder, und 20 der Schüler der Klasse starben. Der 53-jährige Kapitän absolvierte einen Kontrollflug mit einem Fluglehrer auf dem Kopilotensitz. Als die Sicht sich verschlechterte, teilte der Tower mit, die Befeuerung der gesperrten Landebahn 25 rechts werde zu Wartungszwecken eingeschaltet. Im Cockpit wurde dies als Anweisung zum Bahnwechsel verstanden, obwohl der Anflug weiterhin auf Bahn 25 links erfolgen sollte. Die Besatzung stellte sich auf ein Funkfeuer ein, das nicht sendete, und der Kapitän setzte den Sinkflug manuell ohne Instrumentenführung fort. Trotz der Bodennähewarnung wurde kein Durchstartversuch unternommen. Das Flugzeug berührte die Bäume mit der Spitze der rechten Tragfläche. Der Tower, ohne Bodenradar, glaubte, die Maschine sei gelandet, und erfuhr vom Absturz erst durch einen Anruf der Polizei, was die Feuerwehr des Flughafens verzögerte. Die Untersuchungen fanden keinen Alkohol bei der Besatzung, wohl aber eine schwere Herzerkrankung beim Kapitän.
