Variante der Antonov An-148
Antonov An-148 An-158
Die Version mit verlängertem Rumpf für 99 Plätze und Flügelspitzenflossen: der Versuch, die An-148 zu strecken, der in Kuba endete und schließlich am Boden blieb.
- 28. April 2010
- Erstflug
- 2.500 km
- Reichweite
- 99
- Passagiere
Geschichte
Eine längere An-148
2008 kündigte Antonov, der Nachfrage seiner Kunden folgend, die Entwicklung einer verlängerten Version der An-148 an – zunächst An-148-200 –, die bis zu 99 Passagiere in Einklassenbestuhlung fassen sollte. Im Jahr darauf wurde das verlängerte Modell in An-158 umbenannt, und der zuvor Sky Cruiser genannte Geschäftsreisejet-Vorschlag erhielt den Namen An-168. Einer der An-148-Prototypen, nach 600 Zulassungsflügen zwischen Dezember 2004 und Februar 2007 für die Strukturanalyse zerlegt, wurde als erste An-158 wiederaufgebaut.
Erstflug, Zulassung und Höhenlage
Der Prototyp der An-158 flog am 28. April 2010 und erhielt 2011 die russische Musterzulassung – die Quelle nennt im Variantenverzeichnis den 3. März 2011 und im Entwicklungstext Februar 2011, eine Diskrepanz, die festgehalten wird. Anders als die einfache An-148 kann die An-158 Flügelspitzenflossen tragen, die laut Antonov die Treibstoffeffizienz um 8,5 % verbessern. Im November 2013 absolvierte sie Flug- und Bodenerprobungen auf Höhenflughäfen in Ecuador (Latacunga, 2.806 m über dem Meeresspiegel) und Bolivien (El Alto de La Paz, 4.061 m), um die entsprechenden Nachträge zu ihrer Musterzulassung vorzubereiten.
Kuba und das Ende
Am 18. April 2013 wurde die erste Serien-An-158 an Cubana de Aviación übergeben; am 28. April lieferte Antonov eine dritte und unterzeichnete einen Vertrag über drei weitere. Die Zahlen zur Folgebestellung stimmen nicht überein: Antonov spricht von zwei zusätzlichen Maschinen, andere Quellen von zehn. Im April 2017 setzte Cubana wegen technischer Probleme mit der Flotte ihre Flüge zwischen Havanna und Guantánamo aus; auf der Strecke nach Holguín wurden von 116 für die ersten Monate 2017 geplanten Flügen 38 gestrichen und 36 erlitten erhebliche Verspätungen. Die Vertriebsverantwortliche von Cubana erklärte, die Flugzeuge seien von der Ukraine geleast, die Ersatzteile aber kämen aus Russland, und der Konflikt zwischen beiden Ländern habe die Versorgung unterbrochen. Im Mai 2018 ordnete die kubanische nationale Luftfahrtbehörde an, die Flotte am Boden zu lassen, nachdem „mehrfache und wiederholte Ausfälle an komplexen Systemen“ festgestellt worden waren, sowie „Hinweise auf Konstruktions- und Fertigungsmängel, schwerwiegende Probleme im Flugsteuerungssystem, Risse in der Struktur und einen Anstieg der Triebwerkstemperatur über die normalen Parameter hinaus“.