Wussten Sie…
Wie wird schwerelosigkeit erzeugt?
Kurze Antwort
Nicht indem man die Schwerkraft abschaltet – die wirkt weiter –, sondern durch freien Fall: Wer mit allem um sich herum gleich schnell fällt, spürt kein Gewicht. Die Raumstation fällt ständig um die Erde, ohne unten anzukommen; Falltürme und Parabelflüge erzeugen denselben Zustand für kurze Zeit.

Schwerkraft bleibt, Gewicht verschwindet
Schwerelosigkeit ist kein Ort, sondern ein Zustand. Auch in der Bahnhöhe der Raumstation zieht die Erde weiter kräftig an, mit etwa 90 Prozent ihrer Stärke am Boden. Das Gefühl von Gewicht entsteht erst, wenn etwas dieser Anziehung entgegenwirkt: der Stuhl, der Fußboden, der Sitz im Flugzeug. Fällt alles gemeinsam frei, fehlt diese Gegenkraft, und nichts drückt mehr auf Waage, Wirbelsäule oder Innenohr. Genau das erlebt eine Besatzung im Orbit dauerhaft – und für einen Augenblick jeder, der springt.
Im Orbit: fallen, ohne anzukommen
Eine Raumstation fällt ständig zur Erde und trifft sie nie, weil sie zugleich sehr schnell seitwärts fliegt. Ihre Bahn krümmt sich dabei genauso stark wie die Erdoberfläche darunter. Streng genommen herrscht deshalb Mikrogravitation und nicht null: Die Restatmosphäre bremst, die Station ist groß genug für winzige Unterschiede zwischen ihren Enden, und jede Bewegung an Bord, jeder Lüfter, jedes Andockmanöver erzeugt kleine Beschleunigungen. Empfindliche Experimente werden daher entkoppelt aufgehängt und in ruhigen Phasen betrieben.
Wie man es auf der Erde nachstellt
Für Versuche muss niemand starten. Im Fallturm fällt eine Kapsel in einem evakuierten Rohr nach unten; der freie Fall dauert nur Sekunden, in der Anlage der NASA am Glenn Research Center 5,18 Sekunden, reicht aber für Verbrennungs- oder Kristallisationsexperimente. Ein Parabelflugzeug zieht steil hoch und folgt dann der Wurfbahn, die sein Gewicht beschreiben würde, sodass Kabine und Insassen gemeinsam fallen – deutlich länger als im Turm, jeweils etwa 20 bis 30 Sekunden. Wassertanks erzeugen dagegen keine Schwerelosigkeit, sondern Auftrieb: Sie taugen zum Üben von Handgriffen, nicht für Physik.
Weitere Fragen

Lviatour (CC BY SA), vía commons Astronauten und Leben im All
Was sah Neil Armstrong in der Cueva de los Tayos?
Eine riesige, lebendige Höhle, keine außerirdische Struktur. Laut einem 1979 veröffentlichten Bericht eines Höhlenforschers im Team war Armstrong Ehrengast… mehr…
.jpg)
Astronauten und Leben im All
Warum werden Astronauten im Weltraum größer?
In der Schwerelosigkeit wird die Wirbelsäule nicht mehr durch das Körpergewicht zusammengedrückt: Sie verlängert sich, und die natürlichen Krümmungen des… mehr…

Astronauten und Leben im All
Wie schlafen astronauten?
Astronauten schlafen im Schlafsack, der in einer schrankgroßen Kabine an der Wand fixiert ist – ohne Matratze, weil in der Schwerelosigkeit kein Gewicht auf… mehr…

Astronauten und Leben im All
Wie lange schlafen Astronauten?
Der Zeitplan der Internationalen Raumstation sieht für jedes Besatzungsmitglied 8,5 Stunden Schlaf pro Nacht vor. In der Praxis schlafen sie weniger: Eine… mehr…

Astronauten und Leben im All
Wie essen Astronauten im Weltraum?
Die Mahlzeiten an Bord sind vor allem dehydrierte Gerichte, die mit Wasser aus einem Spender rehydriert werden, sowie verzehrfertige, thermostabilisierte… mehr…

Astronauten und Leben im All
Wie reich ist alexander gerst?
Zu Alexander Gersts Vermögen gibt es keine belastbare Zahl; die Summen auf Promi-Portalen sind frei geschätzt. Belegt ist der Beruf: Der Geophysiker gehört… mehr…