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Wie schnell altert man im weltall?
Kurze Antwort
Zwei Fragen in einer: Relativistisch gehen Uhren an Bord nur minimal anders als am Boden, laut ESA typischerweise um Millisekunden nach Monaten. Biologisch dagegen ähneln die Veränderungen dem Altern: Tragende Knochen verlieren pro Monat 1 bis 1,5 Prozent Mineraldichte, dazu Muskeln, Herz, Augen, Immunsystem. Nach der Landung bildet sich vieles zurück.

Die Uhr geht anders, aber kaum messbar für den Menschen
Nach der Relativitätstheorie tickt die Uhr eines Raumfahrzeugs nicht im selben Takt wie eine Atomuhr auf der Erde. Der Effekt ist nach Angaben der ESA jedoch sehr klein: typischerweise Unterschiede in der Größenordnung von Millisekunden nach mehreren Monaten. Für die genaue Bahnbestimmung von Raumsonden muss er berücksichtigt werden — für die Biografie eines Menschen bedeutet er nichts.
Der Körper altert im Zeitraffer
Interessanter ist der biologische Teil. Tragende Knochen verlieren nach NASA-Angaben im Schnitt 1 bis 1,5 Prozent ihrer Mineraldichte pro Monat, Muskelmasse schwindet schneller als auf der Erde, die Herzleistung kann nachlassen, zum Kopf verlagerte Körperflüssigkeiten können auf die Augen drücken und das Sehen beeinträchtigen, und das Immunsystem verändert sich. Dieses Muster erinnert an das Altern. Die NASA-Zwillingsstudie mit Scott und Mark Kelly hat gezeigt, dass solche Veränderungen bis in die Genregulation reichen: Raumfahrt verstärkt die Methylierung, mit der Gene an- und abgeschaltet werden.
Was zurückkommt und was bleibt
Entscheidend ist der Unterschied zwischen Anpassung und Schaden. Vieles bildet sich nach der Landung zurück, doch den Knochenverlust gleicht auch die Rehabilitation womöglich nicht vollständig aus. Nicht reversibel ist die Strahlendosis: Strahlung wird mit einem höheren Risiko für Krebs und für Erkrankungen wie Herzleiden und grauen Star in Verbindung gebracht. Wer im Orbit lebt, altert also nicht schneller im Sinne der Kalenderjahre, trägt aber ein Risikoprofil nach Hause, das sorgfältig bilanziert wird.
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