Wussten Sie…
Wie oft war alexander gerst auf der iss?
Kurze Antwort
Zweimal. Alexander Gerst flog 2014 mit der Mission Blue Dot zur ISS und 2018 erneut mit Horizons; beide Male blieb er etwa ein halbes Jahr an Bord. Beim zweiten Aufenthalt führte er als erster Deutscher das Kommando über die Station. Ein dritter Einsatz ist nicht angekündigt (Stand: September 2026).

Blue Dot, 2014
Alexander Gerst startete 2014 mit einer Sojus zu seinem ersten Langzeitaufenthalt und gehörte den Expeditionen 40 und 41 an. Auf dem Programm standen Experimente aus Materialforschung, Biologie und Medizin, dazu ein Außenbordeinsatz, bei dem er zusammen mit einem NASA-Kollegen Arbeiten an der Außenhülle erledigte. Bekannt wurde der Flug in Deutschland auch deshalb, weil Gerst konsequent fotografierte und die Bilder direkt in den sozialen Netzen zeigte: Wüsten, Gewitter, Städte bei Nacht, dazu kurze Erklärungen ohne Behördenton.
Horizons, 2018
Vier Jahre später flog er erneut, diesmal als Mitglied der Expeditionen 56 und 57. In der zweiten Hälfte des Aufenthalts übernahm er das Kommando über die Raumstation und war damit der erste Deutsche in dieser Rolle. Der Zeitraum war turbulent: An der angedockten Sojus wurde ein Leck gefunden und abgedichtet, und der Start einer Nachfolgebesatzung wurde nach einem Fehler der Trägerrakete abgebrochen, was den Betriebsplan der Station durcheinanderbrachte. Gerst kehrte am Jahresende zur Erde zurück.
Und danach?
Gerst gehört weiter zum europäischen Astronautenkorps und arbeitet seither vor allem am Boden, wie es bei erfahrenen Raumfahrenden üblich ist. In der Reihe deutscher Raumfahrer steht er zwischen Sigmund Jähn, der als erster Deutscher ins All flog, Thomas Reiter, dem ersten deutschen Langzeitastronauten, und Matthias Maurer, der einige Jahre nach ihm zur Station flog. Zwei Langzeitaufenthalte samt Stationskommando bleiben in Europa die Ausnahme: Die meisten Astronautinnen und Astronauten kommen überhaupt nur einmal zum Flug.
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