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Warum müssen astronauten in quarantäne?
Kurze Antwort
Damit niemand krank in eine Kapsel steigt, aus der es keine Rückkehr auf Zuruf gibt: Vor dem Start leben Besatzungen abgeschirmt, mit ärztlichen Kontrollen und begrenztem Kontakt. Nach den ersten Mondlandungen kam eine zweite, umgekehrte Quarantäne dazu — aus Sorge vor möglichen Keimen vom Mond.

Ein Schnupfen wird im Orbit zum Problem
An Bord gibt es keine Krankenstation und keinen schnellen Heimflug. Ein banaler Infekt verläuft in der Schwerelosigkeit hartnäckiger, weil die Nebenhöhlen nicht abfließen; er kann sich in der engen, umgewälzten Kabinenluft rasch auf die ganze Crew übertragen und im schlimmsten Fall ein Andockmanöver oder einen Außenbordeinsatz gefährden. Die Apollo-Ära lieferte die Lehrstücke: Die Besatzung von Apollo 7 lag mit heftigen Erkältungen im Raumschiff, und vor Apollo 13 musste Ken Mattingly kurzfristig ersetzt werden, weil er Kontakt zu einer Rötelnerkrankung gehabt hatte.
Abschirmung vor dem Start
Seither leben Besatzungen vor dem Start isoliert: ein begrenzter Personenkreis, regelmäßige ärztliche Kontrollen, kontrollierte Unterkünfte, Abstand zu Familie und Öffentlichkeit. Auch wer beruflich engen Kontakt zur Crew hat, wird in dieses Gesundheitsprogramm einbezogen. Ziel ist nicht, jede Ansteckung auszuschließen, sondern dass eine Erkrankung noch am Boden auffällt und nicht erst in der Umlaufbahn ausbricht — dort wäre sie weder gut behandelbar noch einzudämmen.
Die umgekehrte Sorge nach den Mondflügen
Bei den ersten Mondlandungen kam eine zweite, völlig andere Quarantäne hinzu: Niemand konnte ausschließen, dass mit Gestein und Staub Mikroorganismen zur Erde gelangen. Die Rückkehrer wurden deshalb unmittelbar nach der Wasserung isoliert, in einem umgebauten Wohnwagen zum Labor gebracht und dort gemeinsam mit den Proben beobachtet. Als die Analysen keinerlei Hinweis auf Leben ergaben, ließ die NASA diese Rückkehrquarantäne bei den späteren Mondflügen fallen.
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