Wussten Sie…
Wieso altern astronauten langsamer?
Kurze Antwort
Kaum messbar — und biologisch gar nicht. Nach der Relativitätstheorie geht die Uhr einer schnell fliegenden Crew etwas langsamer, in größerer Höhe zugleich etwas schneller; unterm Strich bleiben nach Monaten im Orbit Bruchteile einer Sekunde. Der Körper altert dort eher schneller als langsamer.

Zwei Effekte, die gegeneinander laufen
Nach der Speziellen Relativitätstheorie geht eine bewegte Uhr langsamer als eine ruhende — und eine Raumstation ist sehr schnell unterwegs. Nach der Allgemeinen Relativitätstheorie läuft eine Uhr dagegen umso schneller, je schwächer das Schwerefeld an ihrem Ort ist; im Orbit ist die Erdanziehung etwas geringer als am Boden. Beide Effekte sind real und werden in der Satellitennavigation täglich herausgerechnet. In niedrigen Erdumlaufbahnen überwiegt der Geschwindigkeitsanteil, die Uhr der Besatzung geht also minimal nach.
Der Unterschied ist winzig
„Langsamer altern" klingt nach Jahren, gemeint sind Bruchteile einer Sekunde. Selbst nach vielen Monaten im All bleibt der Zeitunterschied zu den Zurückgebliebenen so klein, dass er nur mit Atomuhren nachweisbar ist — im Alltag merkt niemand etwas davon. Spürbar würde der Effekt erst bei Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit oder in der Nähe extrem kompakter Objekte wie Neutronensterne. Von beidem ist die heutige Raumfahrt weit entfernt.
Der Körper altert eher schneller
Biologisch ist ein Raumflug kein Jungbrunnen. Knochen und Muskeln bauen ab, das Immunsystem reagiert verändert, der Flüssigkeitsverschiebung in Richtung Kopf werden Sehstörungen zugeschrieben, und außerhalb der schützenden Lufthülle steigt die Strahlendosis deutlich. Viele dieser Veränderungen bilden sich nach der Rückkehr zurück, manche nur teilweise. Wenn Raumfahrerinnen und Raumfahrer nach langen Missionen auffallend fit wirken, liegt das an Auswahl, Training und medizinischer Betreuung — nicht an der Relativitätstheorie.
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