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Wie fühlt sich schwerelosigkeit an?

Kurze Antwort

Wie ein Sturz, der nicht aufhört. Die Erdanziehung ist im Orbit fast so stark wie am Boden; weil Station und Besatzung gemeinsam fallen, spürt man kein Gewicht mehr. Der Körper meldet das als aufgedunsenes Gesicht, verstopfte Nase und häufig Übelkeit – nach einigen Tagen legt sich das meist.

Wie fühlt sich schwerelosigkeit an?
ISS-48: Kate Rubins bereitet ihren Raumanzug in der Quest-Luftschleuse vor

Freier Fall, nicht fehlende Schwerkraft

Der Eindruck entsteht nicht, weil die Schwerkraft verschwindet: In der Höhe der ISS wirkt sie fast unvermindert. Station, Besatzung und jeder lose Stift fallen gemeinsam um die Erde herum, und die Bahngeschwindigkeit trägt sie dabei immer wieder am Boden vorbei. Wer die Sekunden im Abwärtsschwung einer Achterbahn kennt, kennt den Anfang des Gefühls. Forschungsflüge in Parabeln liefern jeweils rund 20 Sekunden davon – lang genug für Experimente, zu kurz für Gewöhnung.

Die erste Woche ist die schwerste

Ohne Gewicht sackt kein Blut mehr in die Beine. Die Flüssigkeit verschiebt sich nach oben: volles Gesicht, dünne Waden, Druck im Kopf wie bei einer Erkältung, gedämpfter Geruchs- und Geschmackssinn. Gleichzeitig meldet das Gleichgewichtsorgan Stillstand, während die Augen Bewegung sehen. Aus diesem Widerspruch entsteht die Raumkrankheit mit Übelkeit und Kopfschmerz. Oben und unten gibt es nicht mehr; welche Wand der Boden ist, wird zur Entscheidung.

Wenn der Körper sich umstellt

Nach einigen Tagen kippt der Eindruck ins Angenehme. Man bewegt sich mit Fingerspitzen statt mit Beinen und lernt, Kraft sparsam zu dosieren, weil jeder zu kräftige Abstoß gegen die nächste Wand führt. Werkzeuge werden angebunden, sonst sind sie weg. In Ruhe nimmt der Körper von selbst eine leicht gebeugte Haltung ein. Muskeln und Knochen verlieren Last, deshalb gehört tägliches Training zum Bordplan. Bei der Rückkehr wiegt dann der eigene Arm plötzlich wieder erstaunlich viel.

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