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Warum können astronauten nach der landung nicht laufen?
Kurze Antwort
Nach Monaten in Schwerelosigkeit hat der Körper abgebaut, was er im Orbit nicht brauchte: Beinmuskeln, Knochendichte, den Blutdruckreflex im Stehen, den Gleichgewichtssinn. Bei der Landung trifft die volle Erdanziehung auf dieses umgebaute System — Schwindel und weiche Knie sind die Regel. Gehen und Balance müssen neu eingeübt werden.

Ein Körper, der sich angepasst hat
In der Schwerelosigkeit fällt die Last weg, gegen die Beine, Hüfte und Wirbelsäule am Boden ständig arbeiten. Der Organismus spart: Die großen Streckmuskeln verlieren Querschnitt und Kraft, die tragenden Knochen büßen Mineralsalze ein, das Herz muss das Blut nicht mehr nach oben pumpen. Auch die Flüssigkeitsverteilung kippt, ein Teil des Blutvolumens wandert in den Oberkörper, das Gesamtvolumen sinkt. Das ist keine Krankheit, sondern eine sinnvolle Anpassung an eine Umgebung ohne Oben und Unten — und genau sie wird bei der Rückkehr zum Problem.
Die ersten Stunden am Boden
Beim Aufsetzen der Kapsel trifft die volle Erdanziehung auf dieses umgebaute System. Der Kreislauf hält den Blutdruck im Sitzen und Stehen zunächst nicht: Schwindel, Herzrasen, Flimmern vor den Augen. Deshalb werden Rückkehrer aus der Luke gehoben, hingesetzt und ärztlich betreut, statt vor den Kameras aufzustehen. Dazu kommt das Innenohr: Die Gleichgewichtsorgane haben monatelang keine Richtung von unten gemeldet und liefern nun Signale, die nicht zu dem passen, was die Augen sehen. Der Boden scheint zu schwanken, Kopfdrehungen lösen Übelkeit aus.
Wieder auf die Beine
Die Rehabilitation beginnt am Landetag und folgt einem festen Programm: erst Gleichgewicht und Koordination, dann Kraft, zuletzt Ausdauer. Die Balance kehrt meist in wenigen Tagen zurück, Muskeln und Kreislauf brauchen Wochen, der Knochenaufbau am längsten. Damit überhaupt so viel zurückkommt, trainieren Besatzungen schon im Orbit täglich an Laufband, Fahrradergometer und Widerstandsgerät. Das Training verhindert den Abbau nicht, hält ihn aber in einem Rahmen, aus dem der Körper zurückfindet.
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